Weltverbrauchertag 2006 Meldung

Wie heißt die wichtigste Versicherung, die jeder haben sollte? Welche Fristen gelten bei Reklamationen? Was bedeuten die Kennzahlen auf Hühnereiern? Testen Sie Ihr Wissen in Verbraucherfragen: mit dem interaktiven Fragebogen des Bundesverbands der Verbraucher­­zentralen. Am Mittwoch, den 15. März 2006, ist Welt­­verbraucher­­tag. An diesem Tag erinnern Verbraucher­schützer auf der ganzen Welt an grundlegende Rechte. Die deutschen Verbraucherzentralen sind mit dabei. Einige Beratungsstellen bieten am Mittwoch kostenlose Beratungen an.

17 Fragen zum Thema Konsum

Verbraucherbildung heißt das Motto der deutschen Verbraucherorganisationen zum Weltverbrauchertag 2006. Was müssen Verbraucher wissen, um sich in der Konsumwelt zurecht zu finden? Der „Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.“ entwickelte zu diesem Zweck einen Fragebogen mit 17 Fragen aus den Bereichen Verbraucherrechte, Geld und Versicherungen, Essen und Trinken sowie Nachhaltigkeit. In einem Test befragten die Experten 570 Berliner Schülerinnen und Schüler. Die konnten im Schnitt lediglich die Hälfte der Fragen richtig beantworten. Viele Schüler wussten beispielsweise nicht, dass bei einer Bestellung im Internet im Allgemeinen nur die Adresse angegeben werden muss - nicht aber persönliche Daten wie Geburtstag, Telefonnummer und Familienstand. Besonders schlecht ist das Verbraucherwissen an Real- und Gesamtschulen.

Schüler schlecht informiert

Schulabgänger seien nicht ausreichend auf das Konsum- und Wirtschaftsleben vorbereitet, kritisieren die Verbraucherschützer. „Verbraucherwissen fliegt einem nicht einfach zu, sondern muss erst erlernt werden“, sagt Edda Müller, Vorstand des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv). Der Verband fordert die Verankerung von Verbraucherbildung in den Lehrplänen aller Schularten - von der Grundschule bis zum Gymnasium. Bewusste und souveräne Entscheidungen der Verbraucher setzten Bildung und Informationen voraus. Wer sein Wissen testen will, findet den Fragebogen online unter verbraucherbildung.de.

Kostenloser Rat

Die Verbraucherzentralen begehen den Weltverbrauchertag in Deutschland mit zahlreichen Vorträgen und kostenlosen Beratungsgesprächen. Beispiel Berlin: Die Verbraucherzentrale in der Bayreuther Straße 40 bietet den ganzen Tag über Rechtsberatung an. Polizeibeamte vom Landeskriminalamt geben Tipps zum Einbruchschutz, Computerexperten informieren über Viren, Würmer und Trojaner und der Verbraucherrat des Deutschen Instituts für Normung erläutert Sinn und Nutzen von DIN-Normen für den Verbraucher. Auch die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg bietet am Weltverbrauchertag spezielle Beratungstermine an. Einige davon sind kostenlos. Mit dabei sind die Beratungsstellen in Freiburg, Heidelberg, Heidenheim, Karlsruhe, Mannheim, Stuttgart, Tuttlingen, Ulm und Waldshut-Tiengen.

Lange Nacht der Beratung

Die Verbraucherzentrale Hamburg lädt am 15. März zu einer langen Nacht der Beratung ein. Von 18 bis 23 Uhr informieren Experten zu Themen wie Verbraucherrecht, Kredit, Schulden, Baufinanzierung, Altersvorsorge, Geldanlage und Versicherungen. Jede Beratung kostet in der langen Nacht nur einen Euro. Die Besucher können außerdem die Infothek mit Testberichten von Produkten und Dienstleistungen nutzen.

Infos für Schüler

Die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt spricht am Weltverbrauchertag vor allem Schüler und Auszubildene an. Experten der Verbraucherzentrale informieren in Schulen und Berufsschulen über Verbraucherrechte. Entsprechende Vorträge gibt es unter anderem in Magdeburg, Halle, Stendal, Wittenberg, Aschersleben, Zeitz und Eisleben. Weitere Informationen zu den Veranstaltungen der einzelnen Verbraucherzentralen gibt es online beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

Idee aus den USA

Den Weltverbrauchertag gibt es seit 1983. Er wird weltweit am 15. März begangen. Die Idee stammt aus den Vereinigten Staaten und geht auf den US-Präsidenten John F. Kennedy zurück. Kennedy formulierte in einer Rede vor dem amerikanischen Kongress am 15. März 1962 vier so genannte Grundrechte der Verbraucher: das Recht auf Sicherheit und sichere Produkte, das Recht auf umfassende Information, das Recht auf freie Wahl und das Recht, gehört zu werden. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat diese Grundrechte zweimal erweitert. In den „Guidelines for Consumer Protection“ (1985 und 1999) sind zusätzlich folgende Rechte verzeichnet: das Recht zur Befriedigung der Grundbedürfnisse, das Recht auf Entschädigung, das Recht auf Verbraucherbildung, das Recht auf eine intakte Umwelt und das Recht auf politische Interessenvertretung.

Energie für Alle

Der Weltverbrauchertag 2006 steht international unter dem Motto „Energy – Sustainable Access for All“. Der internationale Dachverband der Verbraucherorganisationen, Consumers International, fordert damit den nachhaltigen Zugang zu Energiequellen für alle Menschen. „Energie ist die Basis für jede Entwicklung“, heißt es im Kommuniqué zum Weltverbrauchertag 2006.

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