Welt­nierentag Meldung

Sie leisten Erstaunliches: Bis zu 1 500 Liter Blut reinigen unsere Nieren täglich. Wie ein Filter entgiften sie den Körper und sorgen dafür, dass wir Schad­stoffe aus unserem Blut über den Urin ausscheiden. Doch allzu oft wird das lebens­wichtige Organ unter­schätzt und vergessen. Denn selbst Erkrankungen der Nieren verlaufen zunächst meist unbe­merkt. Am 14. März aber rückt die Niere in den Fokus: „Akutes Nieren­versagen vermeiden“ lautet das diesjäh­rige Motto des Welt­nieren­tages.

70 000 Dialysepatienten in Deutsch­land

Mehr als zwei Millionen Deutsche gelten derzeit als chro­nisch nierenkrank. Wenn nur noch fünf bis zehn Prozent des Nierengewebes funk­tionieren, spricht man sogar von Nieren­versagen. Ohne Dialysebe­hand­lung oder eine Nieren­trans­plantation sind Betroffene nicht über­lebens­fähig. Rund 70 000 Männer und Frauen müssen in Deutsch­land regel­mäßig zur Dialyse. Ihre Nieren sind nicht mehr dazu in der Lage, das Blut von Schad­stoffen zu reinigen. Die Entgiftung über­nehmen Maschinen, die das Blut waschen. Am 14. März, dem Welt­nierentag, wollen die Deutsche Gesell­schaft für Nephrologie, die Deutsche Nieren­stiftung und der Verband Deutscher Nierenzentren auf Vorbeugemaß­nahmen aufmerk­sam machen, die die Nieren gesund erhalten.

Nieren­versagen bedeutet Lebens­gefahr

„Akutes Nieren­versagen vermeiden“ lautet in diesem Jahr das Motto des Welt­nieren­tages. Akutes Nieren­versagen bedeutet, dass die Nieren inner­halb weniger Stunden oder Tage mehr als 50 Prozent ihrer Funk­tion einbüßen. Ursachen dafür können starker Blut­verlust, Schock­zustände nach Unfällen, schwere Infektionen, Medikamente oder Flüssig­keits­mangel sein. Ein akutes Nieren­versagen ist immer lebens­bedrohlich. Nimmt die Organ­funk­tion lang­samer ab, handelt es sich um chro­nisches Nieren­versagen. Häufig tritt chro­nisches Nieren­versagen in Folge von Blut­hoch­druck und Diabetes auf zur Themenseite Diabetes.

Regel­mäßig zum Nieren-Check

Grund genug, sich früh­zeitig um die Gesundheit der eigenen Nieren zu kümmern. Mediziner raten vor allem zu regel­mäßigen Früh­erkennungs­unter­suchungen. Über­prüft wird die Nieren­funk­tion etwa im Rahmen des zweijähr­lich erfolgenden Gesund­heits-Check-Up 35+ beim Haus­arzt. Diese umfassende Unter­suchung steht allen gesetzlich Kranken­versicherten ab einem Alter von 35 Jahren zu. Noch öfter, also mindestens einmal im Jahr, sollten Diabetiker und Blut­hoch­druck­patienten zum Nieren-Check. Denn ein hoher Zucker­gehalt im Blut und ein hoher Blut­druck können die Gefäße im Körper schädigen, vor allem die feinen Blutgefäße in der Niere. Mithilfe eines einfachen Tests lassen sich bereits geringe Mengen des Eiweißes Albumin im Urin nach­weisen – es deutet auf eine Schädigung der Nieren hin. Im Blut lässt sich die Kreatinin­konzentration messen. Kreatinin ist ein Stoff­wechsel­produkt der Muskeln und wird normaler­weise mit dem Urin ausgeschieden. Ist die Niere nur vermindert leistungs­fähig, steigt die Kreatinin­konzentration im Blut.

Bis zu sechs Jahre warten auf eine Spenderniere

Knapp 2 900 Nieren wurden im Jahr 2011 laut der Deutschen Stiftung Organ­trans­plantation (DSO) trans­plantiert. Die Niere ist das am häufigsten trans­plantierte Organ. Etwa 8 000 Patienten warten derzeit auf eine Spenderniere. Doch das Vertrauen in die Trans­plantations­zentren ist bei vielen Menschen erschüttert: Mehrere deutsche Unikliniken sind im vergangenen Jahr unter Verdacht geraten, Patienten­listen manipuliert und Kranken­akten gefälscht zu haben, um Menschen bei der Organspende zu bevor­zugen. Nach dem Organspende-Skandal sank die Zahl der Spender 2012 auf den nied­rigsten Stand seit 2002. Damit verlängern sich die Warte­zeiten auf Spender­organe. Bis zu sechs Jahre kann es laut Bundes­zentrale für gesundheitliche Aufklärung dauern, bis für einen Patienten eine geeignete Niere gefunden ist. Und mit der langen Warte­zeit schwinden die Überlebens­chancen.

Tests und Infos auf test.de

Die Stiftung Warentest bietet viele weitergehende Informationen zum Thema:

Nieren­gesundheit. Tipps zu Früh­erkennungs­unter­suchung und Vorbeugemaß­nahmen gibt es im Special zum Thema Nieren. Dort erklären die test-Experten auch, wie Medikamente die Nieren schädigen können.

Blut­zucker kontrollieren. Im Test Blutzuckermessgeräte standen 16 Blut­zucker­mess­geräte für die Selbst­messung auf dem Prüf­stand. Preise von 7,95 bis 51 Euro.

Blut­druck kontrollieren. Der Test Blutdruckmessgeräte zeigt, welche der getesteten zwölf Geräte gut geeignet sind für die Selbst­messung. Im Test waren fünf Hand­gelenk- und sieben Ober­armgeräte. Preise von 17 bis 90 Euro.

Organspende. Seit dem Organspende-Skandal 2012 besteht Miss­trauen gegen­über den Trans­plantations­zentren und Kontrollen. Im Special Organspende finden Sie alles, was Sie über Organspende­ausweise wissen sollten – und Informationen zu Verdachts­fällen und Gesetzes­vorhaben.

Medikamente. In der Medikamenten-Datenbank finden Sie Bewertungen von Medikamenten, die bei Harn- und Nieren­steinen helfen können.

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