Weltnichtrauchertag 2007 Meldung

Plakat des Weltnichtrauchertages 2007

Plakat des Weltnichtrauchertages 2007

Cafés, Kneipen und Restaurants in Deutschland sollen endlich rauchfrei werden. Das fordern die Deutsche Krebshilfe und das Aktionsbündnis Nichtrauchen anlässlich des heutigen Weltnichtrauchertages 2007. Nur so könnten Gäste und Angestellte wirksam vor den Gefahren des Passivrauchens geschützt werden. Daher lautet das Motto in diesem Jahr „Rauchfrei genießen“. Immerhin: Pro Jahr sterben in Deutschland 3 300 Menschen an den Folgen von Passivrauchen. Dass es auch qualmfrei geht, zeigen andere Länder: In Irland, Italien und Schweden gibt es bereits ein Rauchverbot in Restaurants und Kneipen. Diese würden von den Gästen sehr gut angenommen.

Nichtraucherzone öffentliche Gebäude

Erst vor wenigen Tagen hat der Bundestag ein Gesetz verabschiedet, das Rauchen in allen Einrichtungen des Bundes verbietet. Ab den 1. September 2007 müssen Raucher die Zigarette dann nicht nur in Behörden und im Gericht in der Schachtel lassen, sondern auch in öffentlichen Verkehrsmitteln (inklusive Taxis) und auf Bahnhöfen. Zudem steigt die Altersgrenze für die Abgabe von Tabakwaren ab September von 16 auf 18 Jahre.

Noch nicht genügend Schutz

Dieser Schutz geht vielen Gesundheitsorganisationen aber nicht weit genug. Das Aktionsbündnis Nichtrauchen, zu dem auch die Deutsche Krebshilfe gehört, fordert im Rahmen des Weltnichtrauchertages 2007 daher auch ein Rauchverbot in der Gastronomie. Bundesweit sollten einheitliche, klare gesetzliche Regelungen geschaffen werden. Weiterer Kritikpunkt: Obwohl öffentliche Gebäude und Verkehrsmittel ab September rauchfrei werden, soll es trotzdem spezielle Raucherräume oder -abteile geben. Dies lehnen die Gesundheitsorganisationen strikt ab.

Gefahr Passivrauchen

Gerade Angestellte der Gastronomie sind Zigarettenrauch oft stundenlang ausgesetzt. Schon im vergangenen Jahr wies das Aktionsbündnis im Rahmen des Weltnichtrauchertages auf die Gefahren durch Passivrauchen hin. Nach einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) sind Passivraucher sogar ähnlich gefährdet wie Raucher. So haben Menschen, die regelmäßig Zigarettenrauch über die Luft einatmen, ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs und Herzinfarkt. Dass es anders geht, zeigt Irland. Seit 2004 sind Gastronomieeinrichtungen auf der Insel rauchfrei. Irische Wissenschaftler haben nun nachgewiesen, dass sich seit dem die Lungenfunktion der nichtrauchenden, aber auch der rauchenden Angestellten in Cafes, Kneipen und Restaurants deutlich verbesserte. Beschwerden wie gerötete Augen, Reizungen des Rachenraums und morgendlicher Husten gingen zurück.

Zustimmung in der Bevölkerung

Die Diskussionen um rauchfreie gastronomische Einrichtungen klingen nicht ab. Die Mehrheit der Deutschen scheint eine solche Regelung aber zu begrüßen: Nach einer Umfrage des DKFZ sind 67 Prozent dafür, dass in Restaurants und Co. nicht mehr geraucht werden darf. 2006 waren mit 59 Prozent noch weniger Deutsche für das Rauchverbot. Aus anderen Ländern ist nach Aussage des DKFZ sogar bekannt, dass die Zustimmung für die rauchfreie Gastronomie in der Bevölkerung nach deren Einführung sogar weiter zunimmt. Beispiel Irland: Raucher wurden kurz vor und nach Umsetzung des Rauchverbots befragt. Ihre Zustimmung stieg von 46 auf 77 Prozent. Zudem zeigen weitere Studien laut DKFZ, dass Raucher - anders als befürchtet - qualmfreie Gaststätten oder Kneipen nicht früher als bisher verlassen.

Besser aufhören

Am besten für die Gesundheit ist es, ganz auf Zigaretten zu verzichten. Selbst wenn viele Raucher aufgrund möglicher Entzugserscheinungen vor dem Rauchstopp zurückschrecken: Bereits nach wenigen Stunden beginnt der Körper mit der Regeneration. Erste spürbare Erleichterungen stellen sich schon nach wenigen Tagen ein. Nach etwa zwei Wochen verbessert sich die Lungenfunktion um 30 Prozent und das Lungenkrebsrisiko halbiert sich nach 10 Jahren im Vergleich zu Rauchern.
Tipp: test.de hilft ihnen beim Rauch-Stopp. Im Special „Raucher-Entwöhnung“ finden Sie zahlreiche Tipps, um von der Zigarette loszukommen.

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