Weltmeisterschaft Meldung

Am 11. Juni beginnt die Weltmeisterschaft, viele Spiele laufen in der Arbeitszeit. Wenigstens Radiohören ist erlaubt.

Arbeitszeit: Die 64 Spiele werden ohne Zeitverschiebung übertragen, denn Südafrika, das sonst eine Stunde voraus ist, hat keine Sommerzeit. Und die meisten werden außerhalb der Bürozeiten angepfiffen: die Gruppenphase um 13.30 Uhr, 16 Uhr und 20.30 Uhr, ab Achtelfinale nur um 16 Uhr und 20.30 Uhr. Das Spiel gegen Serbien beginnt um 13.30 Uhr – immerhin an einem Freitag, wo mancher Fußballfan früher gehen darf.

Radio: Wo das nicht klappt, bleibt das Radio. Solange weder die Arbeit liegen bleibt noch Kollegen sich gestört fühlen, darf es eingeschaltet sein (BAG, Az. 1 ABR 75/83) – nicht aber der Fernseher, den hört man nicht nebenbei, sondern schaut auch schon mal hin. Ähnlich der Internet-Liveticker: Selbst wenn privates Surfen erlaubt ist, gilt das nicht für Intensivsurfen – und das kann bei 90 Minuten der Fall sein.

Schicht: Möchte ein Fußballfan die Schicht wechseln, um passend freizuhaben, sollte der Chef dafür ein offenes Ohr haben. Denn die Einteilung muss die Interessen der Mitarbeiter berücksichtigen. Wer einen tauschbereiten Kollegen findet, kann die Zustimmung verlangen, wenn nicht vernünftige Gründe dagegen sprechen.

Urlaub: Alternative ist Urlaub. Da muss zwar ein Teil mindestens über zwei Wochen gehen, um der Erholung zu dienen. Aber das betrifft vor allem die 20 Tage gesetzlichen Mindesturlaub. Wer mehr hat, kann auch einzelne Tage verlangen. Die Firma muss zustimmen, wenn nicht betriebliche Belange entgegenstehen, etwa Krankenstand, viele Aufträge, Hochsaison oder Urlaub von Kollegen, die Vorrang haben wie Familien mit Schulkindern. In vielen Bundesländern überschneidet sich die WM mit den Ferien.

Krank: Wer einfach „krank“ macht, kann sich eine Abmahnung und im Wiederholungsfall sogar die Kündigung einhandeln. Das gilt erst recht, wenn ein Fan sogar damit droht, er werde „schon Wege finden“.

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