„Gesichter der Demenz“ so lautet das Motto des heutigen Welt-Alzheimer-Tages. Seit 1994 machen immer am 21. September weltweit Veranstaltungen auf die Situation der Alzheimer-Kranken und ihrer Angehörigen aufmerksam.

Rund 60 Prozent aller Demenzkranken haben Alzheimer

Welt-Alzheimer-Tag Meldung

Weltweit leiden rund 35 Millionen Menschen an Demenzerkrankungen, zwei Drittel davon in Entwicklungsländern. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft gibt an, dass die Zahl der Menschen mit Demenz bis 2050 auf voraussichtlich 115 Millionen ansteigen wird – besonders dramatisch in China, Indien und Lateinamerika. In Deutschland leben etwa 1,2 Millionen Menschen mit der Diagnose Demenz. Die häufigste Form ist die nicht heilbare Alzheimer-Demenz: Rund 60 Prozent aller Demenzkranken haben sie. Als Ursache vermuten Forscher eine Fehlregulation von Botenstoffen und schädlichen Ablagerungen im Gehirn. Das führt zum vermehrten Absterben von Gehirnzellen. Das Gedächtnis geht allmählich verloren und damit schrittweise auch die Selbstständigkeit. Betroffene werden immer stärker von der Hilfe ihrer Mitmenschen abhängig.

Beim ersten Verdacht zum Arzt

Wer einen ersten Verdacht hat, sollte nicht zögern, den Hausarzt aufzusuchen und sich im Zweifelsfall in eine Gedächtnissprechstunde überweisen zu lassen. Denn Betroffene, die rechtzeitig von der Alzheimer-Erkrankung erfahren und aktiv werden, können den Verlauf verzögern – mit Medikamenten, aber auch indem sie körperlich aktiv sind oder an einer Sprechtherapie teilnehmen. Wichtig ist, dass Betroffene sich im Alltag nicht zurückziehen. Eine Selbsthilfegruppe kann helfen, Mut zu machen. Wo es diese Gruppen gibt, teilt die Deutsche Alzheimer Gesellschaft mit.

Hilfe für Angehörige

Auch Angehörige benötigen oft Hilfe – in vielen Fällen sind sie es, die die Erkrankten zuhause pflegen. Ambulante Pflegedienste oder eine stationäre Betreuung am Tag bezahlen die Pflegekassen aber nur mit einer Pflegestufe zwischen 1 und 3. Wie belastend die Situation für Angehörige sein kann, zeigt der Kinofilm „Vergiss dein Ende“, der morgen bundesweit in den Kinos startet: Darin flüchtet eine Frau nach vier Jahren Pflege ihres demenzkranken Mannes Hals über Kopf aus der Wohnung und folgt heimlich ihrem Nachbarn in sein Ferienhaus am Meer.

Umfangreiche Infos bei der Stiftung Warentest

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Wie Demenzerkrankungen medizinisch behandelt und pflegende Angehörige entlastet werden können, dazu bietet auch die Stiftung Warentest umfangreiche Informationen: Am ausführlichsten behandelt das Buch Demenz das Thema. Auszüge daraus finden Sie im Special Demenz. Zusätzliche Hinweise liefern die Meldung Demenz: Das können Sie tun und Hilfe im Netz: Wegweiser Demenz. Informationen zu geeigneten Medikamenten bietet die Stiftung Warentest unter www.medikamente-im-test.de.

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