Welpenfutter im Test

So haben wir getestet

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Welpenfutter im Test Alle Testergebnisse für Welpenfutter

Im Test: Sechs viel verkaufte Nass­futter für Welpen und heran­wachsende Hunde. Alle nennen sich Allein­futter. Wir kauf­ten im Oktober und November 2021 ein. Die Preise erfragten wir bei den Anbietern im Februar 2022.

Ernährungs­physiologische Qualität: 60 %

Alle Futter wurden anonymisiert geprüft und als Allein­futter bewertet: Wir bestimmten Nähr­stoff­gehalte wie Fett, Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe und beur­teilten, ob die Futter die notwendigen Nähr­stoff­mengen liefern und Höchst­grenzen einhalten. Eine Auflistung der Methoden zur Bestimmung der relevanten Nähr­stoffe finden Sie weiter unten unter „Weitere Unter­suchungen“. Wir bezogen dabei auf zwei zehn Wochen alte Modell­hunde: Einer wiegt 5,5 Kilo und hat ein Endgewicht von 15 Kilo, ein weiterer wiegt 13,1 Kilo mit einem Endgewicht von 60 Kilo. Die Urteile basieren vorrangig auf Empfehlungen des US-amerikanischen National Research Council (NRC). Auch Empfehlungen des Verbands der europäischen Futtermittel­industrie (Fediaf) flossen ein. Die Bedarfs­werte für Kalzium, Phosphor und Energie entnahmen wir folgenden Studien:

  • Carmen Klein et al., Metabolisable energy intake and growth of privately owned growing dogs in comparison with official recommendations on the growth curve and energy supply, in: Journal of Animal Physiology and Animal Nutrition 103.6 (2019), 1952–1958 (kostenloser Volltext).
  • Linda Franziska Böswald, Carmen Klein, Britta Doben­ecker, Ellen Kienzle, Factorial calculation of calcium and phosphorus requirements of growing dogs, Plos one, 2. August 2019 (kostenloser Volltext).

Fütterungs­empfehlungen: 15 %

Wir prüften, ob die genannten Futtermengen in etwa den Energiebedarf des jeweiligen Modell­hunds decken, ob Angaben für andere Gewichts­klassen vorhanden und stimmig sind. Wir kontrollierten, ob praktische Fütterungs­hinweise auf den Verpackungen standen, etwa dass das Nass­futter zimmerwarm und in mehreren Portionen pro Tag angeboten werden soll, dass Wasser bereit­gestellt werden soll und dass individuelle Unterschiede eine Rolle spielen wie Rasse, Aktivität und Alter.

Schad­stoffe: 10 %

Wir untersuchten auf relevante Stoffe wie Blei, Arsen, Kadmium, Queck­silber. Folgende Methoden haben wir einge­setzt: Blei, Arsen, Kadmium, Queck­silber gemäß Methode DIN EN 17053 – nach Aufschluss gemäß DIN EN 13805.

Verpackung: 5 %

Drei Fachleute prüften die Hand­habung – wie sich die Packungen öffnen, der Inhalt entnehmen ließ. Auch bewerteten wir die Entsorgungs- und Recycling­hinweise auf den Verpackungen und ihre Recycling­fähig­keit. Dafür beur­teilten wir, inwieweit die Packungen im Verwertungs­prozess erfasst, sortiert und aufbereitet werden können, um daraus materialidentische Rohstoffe zu gewinnen. Basis der Beur­teilung ist der Mindest­stan­dard der Zentralen Stelle Verpackungs­register.

Deklaration und Werbeaussagen: 10 %

Wir prüften, ob die Angaben auf den Packungen – wie im Futtermittel­recht vorgeschrieben – voll­ständig und korrekt waren. Wir beur­teilten Abbildungen, werbe- und gesund­heits­bezogene Aussagen. Drei Fachleute bewerteten die Über­sicht­lich­keit und Leserlich­keit der Angaben.

Welpenfutter im Test Alle Testergebnisse für Welpenfutter

Weitere Unter­suchungen

  • Unter dem Mikroskop untersuchten wir alle Futter auf Spuren tierischer Bestand­teile wie Haare, Horn, Borsten. Alle Produkte waren hier unauffäl­lig.
  • Die qualitative Bestimmung der Tier­arten erfolgte mittels LCD-Microarray beziehungs­weise DNA-Analyse. Dabei werden neben Zutaten auch Spuren erfasst, die etwa aus anderen Chargen stammen. Im Futter enthaltene Tier­arten prüften wir qualitativ mittels PCR. Wir testeten auf Rind/Bison, Schwein (Haus­schwein, Wild­schwein), Schaf, Ziege, Wasser­büffel, Pferd/Esel, Hase, (Wild-)Kanin­chen, Känguru, Huhn, Pute, Gans, Stock­ente, Moschus­ente, Strauß, Rehwild, Rothirsch, Damhirsch, Rentier, Springbock, Kamel, Hund, Katze und Fasan. Bei Produkten mit Fisch in der Zutaten­liste prüften wir mittels PCR auf Fisch.
  • Wir bestimmten die Zucker­gehalte in Anlehnung an die Verordnung (EG) Nr. 152/2009. In Anlehnung an diese Verordnung bestimmten wir auch Trockenmasse/Feuchtig­keit, den Gehalt an Rohfett, Rohasche, Rohprotein, Rohfaser, Chlorid, Vitamin A, Vitamin E und die Aminosäure L-Tryptophan.
  • In Anlehnung an die Verordnung (EG) Nr. 152/2009 bestimmten wir Trockenmasse/Feuchtig­keit, den Gehalt an Rohfett, Rohasche, Rohprotein, Rohfaser, Gesamt­zucker, Chlorid, Vitamin A, Vitamin E und die Aminosäure L-Tryptophan.
  • In Anlehnung an ASU L 06.00–2 bestimmten wir den pH-Wert.
  • Gemäß DIN EN 17050 bestimmten wir den Jodgehalt.
  • Zink, Kupfer, Eisen und Selen wurden gemäß DIN EN 17053 bestimmt.
  • Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium und Phosphor wurden nach dem Aufschluss mit DIN EN 15621 bestimmt.
  • In Anlehnung an die Methode von Lineva et al. (2019) bestimmten wir den wasser- und säurelöslichen Phosphor.
  • In Anlehnung an DIN EN 14122 analysierten wir den Gehalt an Vitamin B1, in Anlehnung an DIN EN 12821 Vitamin D3 und D2.
  • Die Bestimmung von β-Carotin erfolgte in Anlehnung an ASU L00.00–63/2
  • In Anlehnung an ASU F 0007 bestimmten wir die Aminosäuren (L-Arginin, L-Cystein, L-Histidin, L-Isoleucin, L-Leucin, L-Lysin, L-Methionin, L-Phenylalanin, L-Threonin, L-Tyrosin, L-Valin, L-Alanin, L-Asparaginsäure, L-Glutaminsäure, L-Glycin, L-Prolin, L-Serin und Taurin)
  • Die Verdaulich­keit des Rohproteins bestimmten wir gemäß VDLUFA III 4.2.1.
  • Nach Methode DGF C-VI 10a und 11d untersuchten wir das Fett­säurespektrum (darunter gesättigte, einfach ungesättigte, mehr­fach ungesättigte Omega-3- und Omega-6-Fett­säuren, Trans­fett­säuren).
  • Stärke bestimmten wir enzymatisch.
  • Wir berechneten stick­stoff­freie Extrakte auf Grund­lage der Gehalte an Rohfett, Feuchte, Rohprotein, Rohasche und Rohfaser gemäß DIN EN 16967.
  • In Anlehnung an Methode ASU L 00.00–94 über­prüften wir den Inulin­gehalt, wenn die Futter auf dem Etikett Inulin ohne Mengen­angabe oder in Mengen ober­halb der Nach­weis­grenze von 0,5 % auslobten.
  • Mittels ELISA testeten wir die diejenigen Futter auf Gluten, die eine getreidefreie oder glutenfreie Rezeptur angaben. Mittels Realtime-PCR untersuchten wir als getreidefrei gekenn­zeichnete Futter auch auf Reisbestand­teile (Oryza sativa).

Abwertungen

Durch Abwertungen wirken sich Produktmängel verstärkt auf das Qualitäts­urteil aus. Sie sind in der Tabelle mit *) gekenn­zeichnet: War die ernährungs­physiologische Qualität ausreichend oder schlechter, konnte das Qualitäts­urteil nicht besser sein. Lauteten die Urteile für Deklaration und Werbeaussagen oder für die Fütterungs­empfehlungen ausreichend, werteten wir die Gesamt­note um eine halbe Note ab, bei mangelhaften Fütterungs­hinweisen um maximal eine Note.

Welpenfutter im Test Alle Testergebnisse für Welpenfutter

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Grummelbär am 23.09.2022 um 16:41 Uhr
Nass- statt Trockenfutter

Schade, dass nicht auch das sehr viel günstigere Welpen Trockenfutter getestet wurde. Oder wenn schon nur eines, dann nur das Trockenfutter.
Beim Futter für erwachsene Hunde sieht sieht man ja den Preisunterschied. Und wenns nass sein soll, kann man Trockenfutter auch einweichen.