Nuad Thai: Traditionelle Thaimassage

Sie trägt den Spitznamen „Yoga für Faule“ und hat rein gar nichts mit den Thaimassage-Salons der Rotlichtbezirke dieser Welt zu tun. Die Rede ist von der traditionellen Thaimassage – oder Nuad Thai, wie die Massage in ihrem Herkunftsland heißt. Sie ist eine Mischung aus sanfter Bewegung, Positionen des Yoga, Dehn- und Streckübungen, rhythmischer Druckmassage, Meditation und Reflexzonenbearbeitung. Der Massierte trägt während der gesamten Behandlung, die auf einer Matte am Boden praktiziert wird, leichte Kleidung. Öl kommt nicht zum Einsatz, da der Masseur jederzeit rutschfreie Griffsicherheit benötigt. Er setzt bei der Nuad Thai seinen ganzen Körper ein: Mit Händen, Ellenbogen, Füßen und Knien wird der Klient von Kopf bis Fuß systematisch bewegt, gelockert, gedehnt und gedrückt – manchmal läuft der Masseur vorsichtig mit Füßen oder sogar Händen auf dem Körper herum. Damit sollen der thailändischen Heilkunde zufolge Verspan­nun­gen und Blockaden entlang den Energie­bahnen des Körpers gelöst werden. Wenn der Massierte völlig loslassen und sich ganz den Händen des Behandlers anvertrauen kann, wird er dabei in Positionen gebracht und gehalten, die er allein gar nicht meistern könnte – er muss es einfach nur ge­schehen lassen. Diese passive Rolle gab der Nuad-Massage auch ihren Spitznamen: „Yoga für Faule“. Während der gesamten Behandlung soll wenig bis gar nicht gesprochen werden, um den meditativen Charakter der Massage nicht zu stören.

Durch das Wechselspiel von An- und Entspannung, bewusstem Atmen und ruhigen fließenden Bewegungen soll ein Zustand tiefer Entspannung und Regeneration erreicht werden. Die ursprünglich aus Indien stammende Heilmassage wurde vor 2 500 Jahren von dem Arzt Jivaka Kumar Bhaccha entwickelt, von dem es heißt, er sei ein Freund Buddhas gewesen. Erleuchtung verspricht die Nuad-Thai-Massage zwar nicht, aber sie gilt als Weg zu aktiver Gesundheitsvorsorge, die zu einem flexibleren Bewegungsapparat sowie seelischem und körperlichem Wohlbefinden führen soll.

Dauer: Traditionell bis zu drei Stunden, in der europäischen Variante mindestens 90 Minuten.
Preis: Ab 50 Euro pro Stunde.

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