Wellnesshotels in Deutschland Test

Moorpackungen, Massagen und Ayurveda: Wellness ist angesagt. Immer mehr gestresste Deutsche lassen sich im Urlaub verwöhnen. Über 450 Hotels in Deutschland haben sich dem Thema Wellness verschrieben. Mit unterschiedlichen Schwerpunkten und mit unterschiedlichem Erfolg. Die Stiftung Warentest hat das Verwöhnpotenzial von 22 deutschen Wellness-Hotels untersucht. Nur jedes zweite überzeugt.

Kein Gütesiegel in Sicht

Wellness ist nicht mehr als ein Wort. Es gibt kein Qualitätssiegel und keine feste Definition. Manchmal sind es nur ein Ölbad und eine Rückenmassage, die eine Nacht im Hotel zum Wellness-Aufenthalt machen. Ursprünglich hieß Wellness allerdings mehr: ganzheitliche Gesundheitsvorsorge mit dem Ziel von Harmonie für Körper, Seele und Geist. Der Begriff kommt aus den USA. Ein Kunstwort aus Wellbeing und Fitness. Wohlfühlen ist in: Heute gibt es Wellness-Socken, Wellness-Matratzen und Wellnessjoghurt. Auch Hotels peppen ihre Angebote gern mit diesem Modewort auf.

22 Hotels im Test

Die Stiftung Warentest hat 450 Hotels recherchiert, die Wellness auf ihre Fahnen schreiben. 22 Häuser wurden schließlich ausgewählt und getestet. Voraussetzung: ein möglichst reichhaltiges Angebot in den Bereichen Fitness, Entspannung, Massage, Schönheit, Ernährung und Kultur. Dazu gehören Schwimmbad, Sauna, Fitness- und Gymnastikräume. Luxushotels mit mehr als 4 Sternen blieben außen vor. Ebenso Etikettenschwindler, die nur halbherzig auf der Wellnesswelle mitschwimmen. Die Leistungen sollten vergleichbar und allgemein erschwinglich sein. Ergebnis: Nur jedes zweite Hotel im Test überzeugt.

Altindische Wissenschaft

Das beste Gesamtkonzept hat das Parkschlösschen in der Moselstadt Traben-Trarbach. Hier dreht sich alles um Ayurveda - die altindische Wissenschaft vom gesunden Leben. Das Hotel baut auf die Lehre des indischen Mystikers Maharishi Mahesh Yogi. Das Angebot reicht von Öl-Synchronmassagen über Entgiftungsbehandlungen bis zum ayurvedischen Kochkurs. Eine Woche im Parkschlösschen kostet aber auch mehr als 2.000 Euro. Immerhin mit Vollpension. Nachteil am Parkschlösschen: Schwimmbad und Sauna sind nur befriedigend.

Auch für junge Leute

Ein weniger striktes, aber dennoch rundes Konzept hat der Falkenhof im niederbayrischen Bad Füssing. Das Hotel bietet Wellness ohne esoterische Schnörkel. Modern und auch für jüngere Gäste gemacht. Von außen ist der Falkenhof eher unscheinbar. Vorteil: Kleine Preise und viel Wellness fürs Geld. Ein Wochenende im Doppelzimmer ist ab 188 Euro zu haben. Schwachpunkt: Fitness und Sportbereich sind nur befriedigend.

Orientalisches Flair

Sehr gute Sport- und Fitnessangebote gibt es dagegen im Ostseehotel Damp und im Romantikhotel Zur Bleiche. Das Haus im Spreewald liegt idyllisch an einem Spree-Fließ. Genauer gesagt sind es mehrere Häuser. Acht Hotelrestaurants bieten ausgezeichnete Küche. Auch der Badebereich ist top. Besonders gelungen: der Pool mit Kamin, Sauna und Warmbadebecken. Noch einen Tick besser ist die Bade- und Saunalandschaft im Hotel Reppert im Schwarzwald. Die Bäder sind von altrömischen und orientalischen Vorbildern inspiriert.

Im Salzstock relaxen

Auch im Angerhof im bayrischen St. Engelmar haben die alten Römer Pate gestanden. Ein schönes Ambiente mit vielen Sportmöglichkeiten. Sauna- und Badebereich sind top. Auch für Massagen, Entspannung und Kosmetik ist im Angerhof bestens gesorgt. Das Highlight: der Ruheraum in einem alten Salzstollen. Nur die kulturellen Angebote im Angerhof sind dünn. Ein Manko vieler Wellnesshotels. Dabei sollten Lesungen, Konzerte und Bücher zum Programm gehören: Schließlich geht es um die Harmonie von Körper, Seele und Geist.

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