Beschäftigte in Kurzarbeit können „Zwangspausen“ nun verstärkt nutzen, um sich weiterzubilden. Denn die Unternehmen erhalten Zuschüsse von der Bundesagentur für Arbeit, wenn sie ihr Personal während dieser Zeit qualifizieren. Auch Sozialversicherungsbeiträge werden erstattet.

In Zeiten der Konjunkturkrise setzt die Bundesregierung auf Kurzarbeit und Weiterbildung. Bereits zum 1. Januar 2009 wurde die Bezugsdauer für Kurzarbeitergeld von 12 auf 18 Monate verlängert. Nun hat das Bundeskabinett eine weitere Verbesserung in punkto Kurzarbeit beschlossen: Arbeitgeber sollen finanzielle Unterstützung bekommen, wenn sie ihre Kurzarbeiter in der „Zwangspause“ weiterbilden. Das Qualifizierungsprogramm gilt für die Jahre 2009 und 2010 und wird vom Europäischen Sozialfonds mitfinanziert.

Danach erhalten Unternehmen, die ihren Kurzarbeitern Qualifizierungsmaßnahmen anbieten, von der Bundesagentur für Arbeit (BA) einen Zuschuss zu den Kosten der Weiterbildung. Die Höhe des Zuschusses richtet sich unter anderem nach der Betriebsgröße und der Art der Qualifizierung. Die Weiterbildung kann auch im eigenen Betrieb mit eigenem Personal stattfinden. Darüber hinaus übernimmt die BA für die Zeit der Weiterbildung die vollen Sozialversicherungsbeiträge der Kurzarbeiter.

Zuschuss zu Weiterbildungskosten

Mit der neuen Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung wurden die Fördermöglichkeiten auf alle Beschäftigten in Kurzarbeit ausgeweitet. Sie gilt also für Arbeitnehmer, die konjunkturell bedingtes Kurzarbeitergeld erhalten genauso wie für Empfänger von Saisonkurzarbeitergeld, das bei saisonalen Arbeitsausfällen im Baugewerbe gezahlt wird. Bislang konnten nur Bezieher des so genannten Transferkurzarbeitergeldes davon profitieren. Dieses wird im Fall von betrieblichen Restrukturierungsmaßnahmen gezahlt.

Die Bundesagentur für Arbeit geht davon aus, dass sich die Zahl der Kurzarbeiter in den nächsten Monaten infolge der nachlassenden Konkunktur deutlich erhöhen wird. Im Dezember 2008 gingen bei der BA Anzeigen für 404.000 Kurzarbeiter ein. 295.000 seien mit Auftragsflauten begründet worden. Im Vergleich zum November bedeutet dies einen Anstieg um 240.000. Gegenüber Dezember 2007 hat sich die Zahl der Anträge sogar in etwa vervierfacht.

Ansprechpartner für interessierte Arbeitgeber ist die Agentur für Arbeit vor Ort oder der Arbeitgeberservice der Bundesagentur für Arbeit unter der Telefonnummer 01801/66 44 66 (3,9 Cent/Minute).

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