Nach der Einführung der Bildungsprämie will die Bundesregierung noch mehr Geld für Weiterbildung bereitstellen. Bislang galt das Förderprogramm WeGebAU nur für ungelernte und ältere Arbeitnehmer. Künftig sollen sehr viel mehr Beschäftigte davon profitieren können.

Die Wirtschaftskrise hat den Arbeitsmarkt hart getroffen. In diesen konjunkturschwachen Zeiten setzt die Bundesregierung auf Qualifizierung. Noch mehr Menschen als bisher sollen die Möglichkeit bekommen, sich weiterzubilden und ihr berufliches Know-how auf den neuesten Stand zu bringen. Aus diesem Grund soll das Förderprogramm „Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter Älterer in Unternehmen“ (WeGebAU) der Bundesagentur für Arbeit ausgebaut werden – zunächst bis Ende 2010.

Mit WeGebAU wurde bislang nur die berufliche Weiterbildung ungelernter und älterer Beschäftigter in kleinen und mittleren Betrieben mit weniger als 250 Beschäftigten unterstützt. Nun soll es für eine sehr viel breitere Gruppe von Arbeitnehmern geöffnet werden. So sieht es ein Gesetzentwurf der Bundesregierung innerhalb des Konjunkturpakets II vor, das am vergangenen Freitag vom Bundestag verabschiedet wurde.

Danach sollen die Kosten einer Weiterbildung künftig unabhängig vom Alter der Mitarbeiter und der Betriebsgröße teilweise oder sogar ganz übernommen werden, wenn

  • der Erwerb des Berufsabschlusses des Beschäftigten mindestens vier Jahre zurückliegt oder
  • der Arbeitnehmer in den letzten vier Jahren an keiner beruflichen Weiterbildung teilgenommen hat.

Weitere Bedingungen: Die Weiterbildung muss nicht nur außerhalb des Betriebs bei einem zugelassenen Bildungsanbieter stattfinden, sondern auch über eine arbeitsplatzbezogene Anpassung, etwa die Schulung an einer Maschine, hinausgehen.

Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber können sich an die örtliche Agentur für Arbeit wenden, um die Unterstützung zu beantragen. Die Beschäftigten erhalten dann in Abstimmung mit der Arbeitsagentur einen Bildungsgutschein, in dem das Bildungsziel festgelegt wird. Damit können sie sich unter den zugelassenen Bildungsanbietern selbst eine passende Weiterbildung aussuchen.

Unterstützung auch für Zeitarbeiter

Auch für Zeitarbeiter sollen mit dem WeGebAU-Programm künftig die Kosten einer Weiterbildung übernommen werden, wenn sie

  • in den Jahren 2007 und 2008 als Leiharbeitnehmer sozialversicherungpflichtig beschäftigt waren und
  • Arbeitslosigkeit durch Wiederaufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung bei demselben Verleiher beenden.

Zur Umsetzung von WeGebAU im Jahr 2009 waren ursprünglich rund 200 Millionen Euro vorgesehen. Im nun festgestellten Nachtragshaushalt hat der Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit das WeGebAU-Programm um 300 Millionen Euro aufgestockt.

Dieser Artikel ist hilfreich. 376 Nutzer finden das hilfreich.