Weiterbildungs-Datenbanken Test

Wer sich beruflich weiterbilden will, braucht den passenden Kurs. Seit Anfang 2003 ist Eigeninitiative gefragt. Arbeitslose erhalten Bildungsgutscheine, den Kurs müssen sie selbst finden. Zum Beispiel im Internet. Der Staat fördert Weiterbildungsdatenbanken. Doch die sind nicht immer aktuell. test.de zeigt ihre Stärken und Schwächen. Im Test: 14 Datenbanken mit bundesweiten und regionalen Weiterbildungsangeboten. 16 weitere Datenbanken im Kurztest.

Fünf Millionen Besucher

Rund fünf Millionen Surfer im Jahr suchen im Internet nach Weiterbildungskursen. Neben Arbeitslosen auch Arbeitnehmer, die sich fortbilden wollen. Mehr als 60 Datenbanken helfen bei der Suche nach dem passenden Kurs. Die meisten Datenbanken werden öffentlich gefördert. Andere sind kommerziell organisiert. Für die Surfer ist die Benutzung im Allgemeinen kostenlos. Auf die Daten ist aber nicht immer Verlass. Mal fehlen Details zum Veranstalter und Angebot, mal werden Kurse gelistet, die es gar nicht mehr gibt, mal findet die Suchfunktion keine Treffer. Insgesamt sind die getesteten Datenbanken nur Mittelmaß.

Daten mitunter veraltet

Eine Datenbank für alle gibt es nicht. Jedes System hat Stärken und Schwächen. Den besten Überblick vermittelt KURS. Die Datenbank der Bundesanstalt für Arbeit enthält über 500.000 Kurse. Mit Abstand das größte Angebot. Schwachpunkt von Kurs: Die Daten sind nicht immer auf der Höhe der Zeit. Mancher Eintrag ist veraltet. Noch schlimmer ist das Problem beim Fortbildungsnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern. Das regionale Angebot ist gut gemacht, umfangreich und vollständig. Eine der besten Datenbanken im Test. Wäre da nicht die mangelnde Aktualität: Viele Kurse sind längst gelaufen.

Schwachpunkt Suche

Das haben die kommerziellen Angebote seminarmarkt.de und seminus.de besser im Griff. Aktualität: sehr gut. Dafür funktioniert hier das Suchen und Eingrenzen nicht gut. Keine Einführung und keine Hilfe: Viele Testpersonen fanden das zu kompliziert. Auf Schreibfehler reagiert die Suchfunktion vieler Datenbanken beleidigt. Wer nach einem Office-Kurs sucht und „Ofice“ schreibt, findet keine Treffer. Eine fehlertolerante Suche könnte das Problem beheben. Zumindest sollte der Anwender gefragt werden, ob er nach „Office“ statt „Ofice“ suchen möchte.

Behinderte werden behindert

Auch in Sachen barrierefreie Website müssen sich die Weiterbildungsdatenbanken selbst weiter bilden. Barrierefrei heißt, dass eine Internetseite auch für Sehbehinderte, Blinde und Menschen mit anderen Handycaps nutzbar ist. Das geht, wenn Bilder und Grafiken zusätzlich durch Texte ausgezeichnet werden, wenn sich die Schrift im Browser vergrößern lässt und Vorlesesoftware die Webseite komplett und in der richtigen Reihenfolge vorlesen kann. Fehlanzeige bei vielen Bildungsdatenbanken. Sehbehinderte werden behindert: Nur selten können sie alle wichtigen Informationen ohne fremde Hilfe erschließen. Das muss sich ändern, sagt der Gesetzgeber. Spätestens bis Ende 2005 sollen alle geförderten Internetseiten so gestaltet sein, dass sie auch von behinderten Menschen gut genutzt werden können. So steht es im Behindertengleichstellungsgesetz BGG.

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