Rollen und Aufgaben in der Onlinelehre

Teledozent, Teletutor oder Teletrainer? Die verschiedenen Berufsbezeichnungen in den Kurstiteln der Anbieter sind verwirrend. Bislang fehlen in der Branche einheitliche Definitionen. Folgende typische Aufgabenschwerpunkte lassen sich unterscheiden. In der Praxis sind die Grenzen fließend.

Onlinetutor: Der Lernbegleiter

Onlinetutoren betreuen und begleiten Lernende, ohne dabei in der Regel selbst Lerninhalte zu vermitteln. Sie helfen den Kursteilnehmern, ihre Lernziele zu erreichen, zum Beispiel, indem sie auf vertiefende Lerninhalte hinweisen oder Lernerfolgskontrollen durchführen. Onlinetutoren kommen vor allem in Lernszenarien zum Einsatz, in denen das Selbstlernen der Teilnehmer dominiert und die Lernprozesse zeitlich versetzt, also asynchron verlaufen. Das heißt: Trainer und Lernender müssen nicht gleichzeitig online sein. Jeder Kursteilnehmer erarbeitet sich die Inhalte nach seinem eigenen Zeitplan.

Onlinetrainer: Der Wissensvermittler

Onlinetrainer sind mehr als qualifizierte Lernbegleiter. Anders als Onlinetutoren vermitteln sie auch Lerninhalte, zum Beispiel, indem sie Diskussionen in Foren anstoßen und am Laufen halten oder Wikis verfassen (siehe Glossar). Die Wissensvermittlung erfolgt vor allem über asynchrone Medien des Internets.

Live-Onlinetrainer: Der Wissensvermittler und Moderator

Auch Live-Onlinetrainer vermitteln Lerninhalte, allerdings in einem virtuellen Klassenzimmer, also einem synchronen Medium des Internets. Teilnehmer und Lehrkraft treffen sich zur gleichen Zeit am gleichen Ort wie bei einem Präsenzkurs, nur folgen die Schüler hier dem Unterricht am Bildschirm. Der Trainer – für alle in Ton und häufig auch im Bild präsent – ist nicht nur Wissensvermittler, sondern auch Moderator. Per Headset können die Teilnehmer direkt miteinander und mit dem Dozenten kommunizieren.

Onlinemoderator: Der Profi-Moderator

Er moderiert Kurse oder Konferenzen in virtuellen Klassen- oder Konferenzräumen. Dabei steht er häufig einem Experten zur Seite, der sich mit seiner Hilfe während der Veranstaltung ganz auf seinen Vortrag konzentrieren kann. Onlinemoderatoren betreuen keine festen Lerngruppen und haben in der Regel eine Zusatzqualifikation als Moderator.

Kursentwickler: Der Planer

Er entwickelt Konzepte für E-Learning- oder Blended-Learning-Kurse. Je nach Zielgruppe wählt er die Inhalte und die passenden Lernformen aus. Er legt die Anteile von Präsenz- und Selbstlernphasen und die Tools für die Kommunikation in der Lerngruppe fest.

Lernplattformadministrator: Der Techniker

Er verwaltet, wartet und betreut die Lernplattform im Internet. Er legt Kurse und Nutzerkonten an, stellt Inhalte ein und weist Passwörter zu.

Tipp: Egal, wie der Anbieter seinen Kurs nennt, fragen Sie vor der Buchung nach, auf welche Schwerpunktaufgaben der Kurs vorbereitet.

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