Das Who is who der Versicherungsberufe

Es gibt verschiedene Versicherungsberufe mit sehr unterschiedlichen Aufgaben und Zuständigkeiten. Berufskenntnisse müssen Berater, Makler und Mehrfachagenten nachweisen.

  • Versicherungsberater: Berät seine Auftraggeber in allen Rechtsfragen zu Versicherungen, darf sie außergerichtlich gegenüber dem Versicherer rechtlich vertreten, auch im Schadensfall. Dafür bekommt er ein Honorar seines Auftraggebers. Er darf keine Versicherungen verkaufen und keine Provisionen von Versicherungsunternehmen entgegen nehmen. Für die finanziellen Folgen von Beratungsfehlern muss der Versicherungsberater aufkommen, der Versicherer haftet dafür nicht. Mindestqualifikation ist die IHK-Sachkundeprüfung.
  • Versicherungsmakler: Vermittelt Versicherungsverträge, ohne dabei vertraglich an ein Versicherungsunternehmen gebunden zu sein. Makler sollten aus der Breite des Marktes das günstigste Angebot ermitteln. Der Versicherer zahlt für die Vermittlung eine Provision. Für die finanziellen Folgen von Beratungsfehlern muss der Makler aufkommen, der Versicherer haftet dafür nicht. Mindestqualifikation ist die IHK-Sachkundeprüfung.
  • Mehrfachagent (ungebundener Vertreter): Vermittelt Versicherungsverträge im Auftrag mehrerer Versicherungsunternehmen, an die er vertraglich gebunden ist. Dabei können die Produkte in Konkurrenz zueinander stehen. Der Versicherer zahlt für die Vermittlung eine Provision. Für die finanziellen Folgen von Beratungsfehlern muss er aufkommen, der Versicherer haftet dafür nicht. Mindestqualifikation ist die IHK-Sachkundeprüfung.
  • Einfirmenvertreter und Unechter Mehrfachagent (gebundene Vertreter): Einfirmenvertreter sind vertraglich an ein Versicherungsunternehmen gebunden und dürfen nur dessen Produkte vermitteln. Unechte Mehrfachagenten sind vertraglich an mehrere Versicherer gebunden, deren Produkte allerdings nicht in Konkurrenz zueinander stehen. Gebundene Versicherungsvertreter werden vom Versicherer bezahlt. Kommt es zu Schadenersatzansprüchen, etwa in Folge von Falschberatung, haftet der Versicherer. Der muss auch sicherstellen, dass das Fachkundeniveau seiner gebundenen Vertreter angemessen ist. Die Sachkunde sollte mindestens den IHK-Standards entsprechen.
  • Produktakzessorischer Versicherungsvermittler: Vermittelt Versicherungen ergänzend zu den Waren oder Dienstleistungen, die er hauptberuflich verkauft – so vermittelt ein Angestellter im Reisebüro zur Urlaubsreise beispielsweise auch die Reiseversicherung. Er wird vom Versicherer bezahlt. Der haftet auch für Schadenersatzansprüche des Kunden, zum Beispiel infolge von Falschberatung. Der Versicherer muss sicherstellen, dass der Vermittler angemessen qualifiziert ist, um die jeweilige Versicherung zu vermitteln.

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