Wer nicht zur Prüfung muss

Jeder, der Versicherungen verkaufen will, muss den Industrie- und Handelskammern in einer Prüfung seine Sachkunde nachweisen. Genauer gesagt: Fast jeder, denn es gibt Ausnahmen.

„Alte Hasen“

Versicherungsvermittler, die seit 31. August 2000 ununterbrochen Versicherungen vermittelt haben, sind von der Sachkundeprüfung befreit. Ihnen wird eine ausreichende Qualifikation unterstellt. Sie müssen sich aber bis zum 1. Januar 2009 bei der IHK registrieren lassen.

Arbeitgeber haftet

Wer als gebundener Versicherungsvermittler (Einfirmenvertreter oder Unechter Mehrfachagent) für ein Versicherungsunternehmen arbeitet, das für ihn die volle Haftung übernimmt, wird ohne Überprüfung der Sachkunde durch die IHK registriert. Das Versicherungsunternehmen hat allerdings für eine entsprechende Qualifizierung zu sorgen, ohne dass ihm die Art und Weise vorgeschrieben wird. Möglich ist zum Beispiel eine interne Schulung.

Sachkundige Angestellte

Ein Versicherungsvermittler, der die erforderliche Sachkunde selbst nicht hat, kann sie durch eine ausreichende Anzahl bei ihm Beschäftigter nachweisen. Voraussetzung ist, dass diese Personen sachkundig sind und außerdem die Aufsicht über die unmittelbar mit der Versicherungsvermittlung befassten Personen inne haben und den Gewerbetreibenden vertreten dürfen.

Übergangsfrist

Wer schon vor dem 1. Januar 2007 als Versicherungsvermittler tätig war, braucht sich erst bis zum 1. Januar 2009 registrieren lassen und seine berufliche Qualifikation nachweisen. Bis dahin kann er noch ohne Erlaubnis arbeiten, muss sich aber versichern.

Abschluss als Versicherungsfachmann (BWV)

Wer bis zum 1. Januar 2009 einen erfolgreichen Abschluss als Versicherungsfachmann beim Berufsbildungswerk der deutschen Versicherungswirtschaft (BWV) abgelegt hat, muss keine Sachkundeprüfung machen.

Gleichgestellte Berufsqualifikationen

Auch mit folgenden Berufsqualifikationen erübrigt sich die Prüfung:

  • Jura-Studium
  • Betriebswirtschaftliches Studium mit Fachrichtung Versicherungen
  • Versicherungskaufmann/-frau oder Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen
  • Versicherungsfachwirt/-in
  • Fachwirt/-in für Finanzberatung (IHK)

Bei mindestens einjähriger Berufserfahrung im Bereich Versicherungsvermittlung gelten folgende Qualifikationen als äquivalent:

  • Fachberater/-in für Finanzdienstleistungen (IHK), wenn eine abgeschlossene Ausbildung als Bank- oder Sparkassenkaufmann/-frau oder eine abgeschlossene allgemeine kaufmännische Ausbildung vorliegt,
  • Finanzfachwirt (FH), wenn ein abgeschlossenes weiterbildendes Zertifikatsstudium an einer Hochschule absolviert wurde.

Bei mindestens zweijähriger Berufserfahrung im Bereich Versicherungsvermittlung werden folgende Abschlüsse als Sachkunde-Nachweis anerkannt:

  • Bank- oder Sparkassenkaufmann/-frau
  • Investmentfondskaufmann/-frau
  • Fachberater/-in für Finanzdienstleistungen (IHK)

Auch eine erfolgreich abgelegte Prüfung an einer Hochschule oder Berufsakademie steht der abgelegten Sachkundeprüfung gleich, sofern zusätzlich in der Regel eine mindestens dreijährige Berufserfahrung in der Versicherungsvermittlung vorhanden ist und wenn die IHK sie anerkennt.

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