Weiterbildung Meldung

„Was kann ich gut?“ Kompetenz­bilanz-Verfahren helfen, die eigenen Stärken zu entdecken.

Auf zum neuen Job? Endlich eine Führungs­position? Oder zurück in den Beruf nach der Eltern­zeit? Wer beruflich neue Wege gehen will, muss wissen, was er kann. Klarheit über die eigenen Stärken verschaffen sogenannte Kompetenz­bilanzen. Das sind Verfahren, die über Frage- und Aufgabenbögen zur Selbst­betrachtung anleiten, häufig ergänzt um eine Beratung. Die Stiftung Warentest hat sich 11 Angebote genauer angeschaut, darunter sowohl kostenlose als auch kosten­pflichtige.

Eigene Stärken bewusst machen

Menschen lernen ständig – im Beruf genauso wie in der Frei­zeit. Oft unbe­wusst erfahren wir Neues und verknüpfen es mit dem, was wir schon wissen und können. Auf diese Weise entwickeln wir „nebenbei“ ganz neue Kompetenzen, die für den Job relevant sein können, zum Beispiel Team­geist (durch jahre­langen Mann­schafts­sport) oder kommunikatives Geschick (durch Gespräche mit schwierigen Kunden und Kollegen). Häufig sind uns diese Kompetenzen aber gar nicht bewusst. Auf dem Schirm haben wir nur, was Abschluss­zeug­nisse aus Ausbildung und Studium, Beruf und Weiterbildung dokumentieren.

Die meisten können mehr, als sie denken

Genau da setzen so genannte Kompetenz­bilanz-Verfahren an. Über Frage- und Aufgabenbögen, die über­wiegend online erhältlich sind, leiten sie den Nutzer dazu an, sich über sich und sein Können Gedanken zu machen. Häufig ergänzen eine Beratung, ein Coaching oder ein Seminar die Bearbeitung. Das Ziel: die eigenen Stärken entdecken und sicht­bar machen. Das Motto: Jeder kann mehr, als er denkt.

Was kann ich? Wie gut kann ich das? Wohin will ich?

Jedes der 11 Kompetenzbilanz-Verfahren in unserem Über­blick läuft im Kern in drei Schritten ab: Zunächst ermittelt der Nutzer seine Kompetenzen (Was kann ich?), dann schätzt er deren Ausprägung ein (Wie gut kann ich das?), um abschließend Schlüsse daraus für sein Berufs­leben zu ziehen (Was will ich erreichen und wie komme ich dahin?). Viele Kompetenz­bilanzen setzen an der Biografie des Nutzers an. Das heißt: Anwender sind zunächst aufgefordert, ihre Berufs- und Lebens­erfahrungen zu reflektieren und Tätig­keiten zu ermitteln, um daraus dann berufs­relevante Kompetenzen abzu­leiten und zu bewerten.

Gut für berufliche Neuorientierung oder Bewerbung

Kompetenz­bilanzen sind sinn­voll, wenn sich jemand beruflich verändern möchte oder muss. Das kann die Rück­kehr in den Job nach der Eltern­zeit, der nächste Schritt auf der Karriereleiter oder eine Neuorientierung wegen Arbeits­losig­keit sein. Im besten Fall können Anwender nach der Bearbeitung eine fundierte Entscheidung für ihren Berufsweg treffen und wissen außerdem, welche Schritte notwendig sind, um sie umzu­setzen. Einige Verfahren eigenen sich auch gut zur Vorbereitung auf Bewerbungs-, Mitarbeiter- und Leistungs­gespräche. Denn: Oft müssen Nutzer ihre ermittelten Kompetenzen mit Beispielen aus ihrem Leben belegen. Das wappnet für Fragen von Personalchefs und Vorgesetzten wie „Sind Sie konflikt­fähig?“ Und hilft, die eigenen Stärken selbst­bewusst zu vertreten.

11 Kompetenz­bilanz-Verfahren im Test

Im neuen Weiterbildungsguide der Stiftung Warentest stellen wir ausführ­lich elf Kompetenzbilanz-Verfahren vor, mit denen Nutzer ihren Stärken auf die Spur kommen können, darunter kostenlose und kosten­pflichtige mit Preisen zwischen 78 und 830 Euro. Sieben Verfahren sind offen zugäng­lich für alle und jeden, vier richten sich an spezielle Personen­gruppen, und zwar an Berufs­rück­kehrer, an Migranten und Flücht­linge und an Beschäftigte in der Metall- und Elektro­industrie.

Tipp: Nutzen Sie nach Möglich­keit Kompetenz­bilanz-Verfahren, die begleitend ein Coaching, eine Beratung oder ein Seminar bieten. Der Austausch mit Profis kann enorm beflügeln und erhöht die Chance, zu neuen Erkennt­nissen über sich selbst zu gelangen.

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