Auf einen Blick: Trägerneutrale Stellen in der beruflichen Weiterbildung

Die Arbeitsagenturen sind die größten Anbieter trägerneutraler Weiterbildungsberatungen. Sie offenbaren die größten Schwächen. Doch für Ratsuchende gibt es durchaus Alternativen, allen voran die kommunalen Anbieter und Frauenberatungsstellen.

Zielgruppe

Zielsetzung

Stärken

Schwächen

test-Kommentar

Frauen-
beratungs-
stellen

Frauen, die eine Neuorientierung, Weiterentwicklung, Qualifizierung oder einen Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt anstreben.

Hilfestellung für Frauen bei der Erarbeitung individueller beruflicher Perspektiven.

Berücksichtigung der Qualifikationen und Voraussetzungen der Ratsuchenden. Häufiges Aufzeigen passender Weiterbildungsstrategien und beruflicher Perspektiven. Freundliche, persönliche Atmosphäre.

Beraterinnen gingen nicht
immer auf Anliegen der Ratsuchenden ein. Lange Wartefristen bei der Terminvergabe. Häufig keine ausreichenden Informationen zum Bildungsgutschein.

Insgesamt das beste Ergebnis aller Institutionen und die erste Adresse für Frauen, die nach einer beruflichen Auszeit wieder einsteigen wollen.

Kommunen, Volkshoch-
schulen,
Sonstige

Alle Bürger, die eine Neuorientierung, Weiterentwicklung, Qualifizierung oder einen Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt anstreben, vor allem benachteiligte Gruppen (zum Beispiel Frauen, Arbeitslose).

Hilfestellung für Verbraucher bei der Entscheidung, welche Weiterbildung realisierbar ist und den eigenen Zielen und Interessen entspricht.

Häufig gutes Informationsmaterial und Hinweise auf weiterführende Informations- und Beratungsangebote. Freundliche Atmosphäre, engagierte Berater.

Zu wenige konkrete Kursangebote thematisiert. Informationen zum Bildungsgutschein häufig oberflächlich.

Für Arbeitslose oder von Arbeitslosigkeit Bedrohte eine echte Alternative zu Arbeitsagenturen. Außer zu Finanzierungs- und Förderfragen informierten die kommunalen Stellen in allen Bereichen besser als die Agenturen.

Industrie-
und Handels-
kammern

Aufstiegsorientierte Fach- und Führungskräfte klein- und mittelständischer Betriebe, ferner Auszubildende, Arbeitssuchende und von Arbeitslosigkeit Bedrohte.

Unterstützung der Bürger bei der Suche nach geeigneten Angeboten unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von Wirtschaft und Unternehmen.

Häufig gute Informationen zu Förder- und Finanzierungsfragen gegeben. Freundliche Atmos­phäre, engagierte Berater.

Häufig keine Angebote anderer Anbieter erörtert. Oft keine ausreichende Orientierungshilfe gegeben. Zum Teil Schwierigkeiten, eine persönliche Beratung zu erhalten.

Ratsuchende mit Aufstiegsorientierung sind hier gut aufgehoben. Bestehen Sie auf einer persönlichen Beratung und geben Sie sich nicht mit telefonischen Auskünften oder der Zusendung von Informationsmaterialien zufrieden.

Handwerks-
kammern

Aufstiegsorientierte Fachkräfte aus dem Handwerk. Ferner Fachkräfte aus anderen Branchen wie zum Beispiel Handel, Industrie, Dienstleistung, Verwaltung sowie Förderberechtigte nach Sozialgesetzbuch III.

Unterstützung der Bürger beim Erreichen ihrer beruflichen Ziele. Beratung steht zu großen Teilen in Zusammenhang mit den Angeboten der Bildungszentren des Handwerks.

Häufig kurzfristige Terminvergabe, kaum Wartezeiten beim Beratungstermin.

Beratungsgespräche zum Teil in offenen Bereichen. Informationen zu Förder-, Finanzierungsmöglichkeiten und zum Bildungsgutschein häufig oberflächlich. Oft ausschließlich eigene Angebote erörtert.

Für Ratsuchende aus dem Handwerk, die beruflich aufsteigen wollen, sind die HWK die richtige Adresse. Problematisch ist die Beschränkung auf überwiegend eigene Angebote und die Vernachlässigung von Finanzierungsfragen.

Arbeits­-
agenturen

Alle Jugendlichen und Erwachsenen, die am Erwerbsleben teilnehmen wollen, insbesondere Arbeitslose, -suchende sowie Gekündigte. Förderberechtigte nach Sozialgesetzbuch III.

Vermittlung von Qualifikationen, um Chancen der Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern, ferner Sicherung und Erweiterung der Qualifikation, Anpassung an betriebliche Erfordernisse, Berufswechsel, Aufstieg.

Detaillierte Informationen zum Bildungsgutschein und zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten in der beruflichen Weiterbildung gegeben.

Häufig nicht auf Wünsche und Voraussetzungen der Ratsu-chenden eingegangen. Zu wenige konkrete Kursangebote erörtert. Oft keine ausreichende Orientierungshilfe gegeben. Große Schwierigkeiten beim Zugang (Bereitschaft zur Beratung, lange Wartefristen bei Terminvergabe, lange Wartezeiten beim Beratungstermin).

Insgesamt das schlechteste Ergebnis aller Institutionen. Grundsätzlich werden Arbeitslose besser beraten als Ratsuchende, die das Beratungsangebot präventiv nutzen wollen. Nur zu Förder- und Finanzierungsfragen informierten die Arbeitsagenturen besser als die anderen Stellen – vorwiegend aber im Bereich der eigenen Finanzierungsinstrumente.