Endlich Arbeit finden, nach einer Kinderpause in den Beruf zurückkehren oder Aufsteigen und Karriere machen: Weiterbildung hilft weiter. Vorausgesetzt, sie passt zur Person. Die Arbeitsagenturen sollen bei der Auswahl helfen. Doch Ratsuchende bleiben oft allein. Die Stiftung Warentest hat Beratungsangebote zur Weiterbildung getestet. Fazit: Frauenberatungsstellen sind top, Arbeitsagenturen ein Flop. test.de sagt, wie Sie dennoch gut beraten werden.

Keine individuelle Beratung

Die Arbeitsämter heißen seit Januar Arbeitsagenturen. Aus der Bundesanstalt für Arbeit ist die Bundesagentur für Arbeit geworden. Deutschlands größte Behörde reift zum Dienstleistungsunternehmen. Nur mit der Dienstleistung will es noch nicht so richtig klappen: Die Arbeitsagenturen beraten schlecht. Zumindest, wenn es um Weiterbildung geht. Hauptkritik der Stiftung Warentest: Die Berater gehen zu wenig auf die Interessen und Qualifikationen der Ratsuchenden ein. Statt hilfreicher Tipps gibt es oft nur Standardinfos. Konkrete Angebote sind Mangelware. Den Kurs müssen sich die Bildungshungrigen selbst suchen. „Kurse finden Sie in unserer Datenbank KURS“, so die lapidare Auskunft eines Beraters in Haale an der Saale.

Für Arbeitslose

Kein Einzelfall. Die Stiftung Warentest hat 28 Gespräche in Arbeitsagenturen geführt. In verschiedenen Bundesländern. Die Tester traten anonym als Ratsuchende auf. Arbeitslose, Aufsteiger, Wiedereinsteiger: Die beste Betreuung gab es in den Arbeitsagenturen noch für Arbeitslose. Angebote und Informationen waren zwar auch hier nicht gut, aber immerhin ein erster Anhaltspunkt. Wer nicht arbeitslos gemeldet ist, blitzt bei den Arbeitsagenturen dagegen oft ab. Dabei sollen die Agenturen auch Aufsteiger und Wiedereinsteiger beraten. Das ist ihr gesetzlicher Auftrag. Ein paar Beratungsgespräche konnten sich die Tester schließlich erkämpfen: Die Informationen für Aufsteiger mit Karrierewunsch oder Angestellte mit Zukunftsangst waren allerdings dünn.

Für Frauen

Den besten Job machen die Frauenberatungsstellen. Hier gehen die Beraterinnen auf die Qualifikationen der Ratsuchenden ein. Meist gibts konkrete Vorschläge zur Weiterbildung. Die Atmosphäre ist freundlich und persönlich. Fazit: Erste Adresse für Frauen, die nach einer Auszeit wieder in ihren Beruf zurück wollen. Nachteil: Beratungsstellen für Frauen sind rar. Das bedeutet lange Wartezeiten auf einen Termin. In einigen Bundesländern gibt es gar keine Frauenberatungsstellen. Außerdem sind die Informationen zum Bildungsgutschein eher dünn. Hier taugen die Arbeitsagenturen als Ergänzung.

Für Aufsteiger

Eine gute Anlaufstelle für Aufsteiger, die sich beruflich verbessern wollen, sind die Industrie- und Handelskammern oder die Handwerkskammern. Je nach beruflicher Ausrichtung. Die Berater in den Kammern wissen in der Regel gut über die Arbeitsmarktsituation in ihrer Region bescheid. Allerdings empfehlen sie häufig eigene Weiterbildungsangebote. Die Beratung ist also nicht wirklich neutral.

Für Angestellte

Weiterbildung kann auch helfen, eine unsichere Anstellung sicherer zu machen. Ob Studienabbrecher ohne festes Tätigkeitsprofil oder Angestellte ohne fundierte EDV-Kenntnisse: Neues Wissen sichert möglicherweise den Arbeitsplatz. Hier gibt es gute Angebote von kommunalen Beratungsstellen. Auch Volkshochschulen und private Träger helfen. Finanzielle Details sollten vorher mit der zuständigen Arbeitsagentur geklärt werden. Bildungshungrige erfahren hier, ob ihr Appetit vom Staat oder vom Arbeitgeber gefördert wird.

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