Obwohl es keinen gesetzlichen Anspruch auf Weihnachtsgeld gibt, können die meisten Arbeitnehmer es verlangen ­ zum Beispiel, wenn der Chef es drei Jahre hintereinander vorbehaltlos zahlte (Bundesarbeitsgericht, Az. 3 AZR 173/ 62). Anders ist das, wenn die Zahlung ausdrücklich freiwillig war oder keinen Anspruch für die Folgejahre auslösen sollte, oder wenn die Beträge stark schwankten (BAG, Az. 10 AZR 516/95). Wird gezahlt, haben auch Teilzeitbeschäftigte Anspruch darauf (LAG Frankfurt/Main, Az. 7 Sa 883/94).

Achtung: Die Summe kann wegen krankheitsbedingter Fehltage anteilig gekürzt werden (BAG, Az. 10 AZR 626/ 98). Und wer kurz vor Jahresende den Job wechselt, verliert das Weihnachtsgeld (BAG, Az. 10 AZR 134/93). Außerdem regeln viele Verträge, dass der Betrag zurückzuzahlen ist, wenn man im ersten Quartal des Folgejahres kündigt. Ohne eine solche Regelung darf der Arbeitnehmer das Geld behalten (LAG Rheinland-Pfalz, Az. 3 Sa 63/96).

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