Weihnachts­braten Meldung

In Polen und Ungarn werden Gänse lebend gerupft. Das ist EU-weit verboten. Dem heimischen Federvieh geht es da deutlich besser. test informiert über Haltungs­bedingungen und Zubereitung.

10 Millionen Gänse auf dem Teller

Von Sankt Martin bis Weih­nachten landen etwa zehn Millionen Gänse auf deutschen Tellern. Anders als Huhn, Pute oder Ente hat Gänse­fleisch kurz Saison. Gekauft wird es fast nur in den letzten zwei Monaten des Jahres. Der deutsche Markt ist stark auf Importe angewiesen. Nur etwa jede sechste Gans kam 2011 aus Deutsch­land. Im Handel finden sich meist Tiere aus Polen und Ungarn.

Importierte Gänse aus engen Käfigen

Importierte Gänse werden laut Deutschem Tier­schutz­bund größ­tenteils in engen Käfigen gehalten und teil­weise gestopft. Diese qualvolle Zwangs­ernährung ist in Deutsch­land nicht erlaubt, das Fleisch darf hier aber verkauft werden. In Polen und Ungarn werden den lebenden Tieren zudem mehr­mals die Federn gerupft, um Daunen zu gewinnen. Das ist EU-weit aber eigentlich verboten.

Heimische Gänse

Heimische Gänse werden über­wiegend im Freien auf Weiden gehalten. Während deutsche Weidemastgänse meist frisch verkauft werden, ist Frostware in der Regel importiert.

Tipp: Im Handel erkennen Sie deutsches Geflügel am Zeichen „D/D/D“. Es garan­tiert, dass die Tiere hier geboren (1. D), gehalten (2. D) und geschlachtet (3. D) wurden. Bezeichnungen wie „Frei­land­haltung“ oder „bäuerliche Frei­land­haltung“ zeigen an, dass die Tiere Platz und Auslauf im Freien hatten.

Was Biogänse ausmacht

Gänse sind Wasser­vögel. Bei ökologischer Haltung haben sie neben reichlich Platz und Auslauf die Möglich­keit, zu schwimmen. Zudem stammt ihr Futter aus ökologischem Anbau. Bio-Geflügel erkennen Sie am EU-Bio-Siegel und zusätzlichen Logos von Bioanbau­verbänden wie Bioland oder Demeter. Wer die Möglich­keit hat, direkt beim Biobauern zu kaufen, kann sich selbst von der artgerechten Haltung seiner Weihnachts­gans über­zeugen.

Tipp: Informationen rund um die Unter­nehmens­ver­antwortung – nicht nur zum Thema Gans – finden Sie auf den Themenseite Unternehmensverantwortung. Wie es die Firmen in dieser Hinsicht beim Thema Lachs halten, zeigt der aktuelle Test Produktionsbedingungen Lachs.

Gefüllter Fest­tags­braten

Ob Äpfel, Back­pflaumen oder Esskastanien: Füllungen halten den Braten nicht nur in Form, sie sind auch eine gute Beilage.

Tipp: Getrock­neter Beifuß im Fond unter­streicht den Gänse­geschmack.

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