Weihnachtsbrände Meldung

Alle Jahre wieder ­ singen die Feuerwehren dasselbe Lied, denn Weihnachtsdekorationen sind Hauptauslöser für Wohnungsbrände. Wichtig ist dann eine gute Versicherung.

Rund 200.000 Brände pro Jahr, und die meisten davon in der Weihnachtszeit. Das Unglück ist schnell passiert, denn Weihnachtsbäume oder Adventskränze trocknen in der beheizten Wohnung nach wenigen Tagen völlig aus und können dann explosionsartig abbrennen. Mitunter reicht schon der Funke einer Wunderkerze.

In jedem Fall sollte man ausreichend gegen ein Unglück versichert sein. Schäden an der eigenen Einrichtung, entstanden durch Feuer und Löschwasser, zahlt die Hausratversicherung ­ und zwar immer zum Neuanschaffungswert. Sie ersetzt sogar ruinierte Weihnachtsgeschenke. Nicht versichert sind allerdings Sengschäden, wenn zum Beispiel ein glühender Rest vom Kerzendocht ein Loch in den Teppich brennt.

Schäden am Haus zahlt die Wohngebäudeversicherung, ebenso Schäden an fest mit dem Haus verbundenen Sachen wie Einbauküche und -schränke oder flächig verklebte Teppichböden.

Achtung: Keinen Schadenersatz gibt es bei grober Fahrlässigkeit. So ging es einer Familie, deren Adventskranz Anfang Februar brannte: Die Richter hielten es für grob fahrlässig, ihn so lange im Haus zu lassen, ohne Feuerschutzmaßnahmen zu treffen (Amtsgericht Frankfurt/Main, Az. 32 C 2597/98-40).

Ein typischer Fall von grober Fahrlässigkeit sind unbeaufsichtigt brennende Kerzen. Zum Beispiel, wenn jemand in der Küche hantiert und wegen der Kochdünste die Tür schließt, obwohl nebenan die Kerzen brennen (LG Berlin, Az. 7 S 19/98). Oder wenn ein Ehepaar für 15 Minuten zum Nachbarn geht, ohne die Kerzen gelöscht zu haben (OLG Hamburg, Az. 5 U 231/92). Oder wenn man mit Gästen in der Küche sitzt, während im Wohnzimmer der Adventskranz brennt (OLG Düsseldorf, Az. 4 U 259/84).

Anders kann das aber sein, wenn der Geschädigte vorbringt, er habe die Kerzen ausmachen wollen, sei dann aber wegen ungewöhnlicher Umstände doch nicht dazu gekommen. Wer seinen Fehler so erklärt, kann den Vorwurf der groben Fahrlässigkeit entkräften.

Beispiele, in denen Richter gnädig waren:

- Die Eltern vergaßen wegen eines heftigen Streits beim Verlassen der Wohnung die Kerzen zu löschen, während die Kinder schon im Auto warteten (OLG Oldenburg, Az. 2 U 161/99).

- Ein Mann hatte die Kerzen am Adventskranz angezündet und dann seine Lebensgefährtin geweckt. Er ließ sich aber von "ihren körperlichen Reizen" so überwältigen, dass er die Kerzen vergaß (OLG Düsseldorf, Az. 4 U 182/98).

- Ein Vater zündete nachmittags die Kerzen an und legte sich in Sichtweite auf die Couch, wo er unbeabsichtigt einschlief (OLG München Az. 20 U 5148/98).

- Glück im Unglück hatte eine junge Mutter, die mit ihrer Tochter nur kurz nach draußen ging, um den neuen Puppenwagen zu testen, während der Papa nichts ahnend in der Wohnung war (OLG Düsseldorf, Az. 4 U 49/97).

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