Eine Weihnachts­beleuchtung wie im Film „Schöne Bescherung“ könnte auf dem Mieterbalkon zu Problemen führen.

Das Konzept von Weih­nachten als „Fest des Friedens“ haben noch nicht alle verinnerlicht. So mancher Streit um Advents­deko landet vor Gericht. Doch was ist eigentlich erlaubt? Weih­nacht­licher Schmuck an Haus und Balkon ist kein Problem – wenn jeder maßvoll bleibt. Wir sagen, welche Regeln für Lichterketten, fassadenkletternde Nikoläuse und weih­nacht­lichen Türschmuck gelten.

Lichterkette auf dem Balkon

Das Amts­gericht in Eschweiler hielt im Jahr 2014 eine drei Meter lange Lichter­kette auf einem Mieterbalkon zur Straße hin für zulässig (Az. 26 C 43/14). Es sei verbreitet, zur Weihnachts­zeit ­Balkone derart zu schmü­cken. Das Gericht verglich die Lichterkette mit Sonnenschirmen und Blumenkästen, die ein Mieter auch ohne Weiteres auf den Balkon stellen darf. So sah es auch das Land­gericht Berlin (Az. 65 S 390/09).

Weihnachts­beleuchtung in einer Wohn­siedlung in Stutt­gart.

Wer seine Strom­kosten im Rahmen halten und Rück­sicht auf die Nach­barn nehmen will, schaltet die Beleuchtung beim Zubett­gehen aus. Leuchtet eine Außen­lampe dem Nach­barn dauer­haft ins Schlaf­zimmer, muss dieser das nicht hinnehmen, urteilte im Jahr 2001 das Land­gericht Wiesbaden (Az. 10 S 46/01).

Tipp: Welche recht­lichen Regeln fürs nach­barschaftliche Miteinander gelten, steht in unseren Specials Nachbarschaftsrecht und Was auf dem Balkon erlaubt ist.

Der fassadenkletternde Weihnachts­mann

Zum weit ver­breiteten fassadenkletternden Santa Claus gibt es noch kein Urteil. Aber wie die Lichterkette dürfte auch dieser Fassaden­schmuck recht­lich in Ordnung sein, ­solange es sich nicht um die XXL-­Ausführung handelt, die Bewohnern anderer Wohnungen ins Wohn­zimmer leuchtet.

Wichtig: Wer auf seinem ­Balkon Deko anbringen will, die ein Anbohren der Hausfassade erfordert, braucht die Erlaubnis des Vermieters.

Weih­nacht­licher Türschmuck

Auch Weihnachts­deko an der Außenseite der Wohnungs­tür ist erlaubt (Land­gericht Hamburg, Az. 333 S 11/15). Allerdings sollten Bewohner es nicht über­treiben. Ein Türkranz mit Sensor, der jedem Nach­barn im Treppen­haus ein laut­starkes „Ho, ho, ho“ entgegen­schmettert, bleibt besser in der Wohnung.

Weihnachts­düfte im Treppen­haus

Der Geruch von Zimt und Orangen mag für einige zur Advents­zeit gehören. Nach Ansicht des Ober­landes­gerichts Düssel­dorf ­haben Duft­stoffe im Treppen­haus jedoch nichts zu suchen (Az. 3 Wx 98/03). Auch das Abbrennen von Duftkerzen auf dem Balkon kann recht­lich problematisch sein.

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