Weihnachtsbaum Meldung

Ärgerlich, wenn sich der festlich geschmückte Weihnachtsbaum viel zu früh als nadelnde Nervensäge entpuppt. test gibt Tipps zum Kauf und richtigen Umgang mit dem dekorativen Naturburschen.

Fichte, Tanne oder doch lieber Kiefer? Die meisten Deutschen sind sich einig. Sie bevorzugen die Nordmanntanne. „Sie macht inzwischen 80 Prozent der 28 Millionen verkauften Weihnachtsbäume aus“, sagt Bernd Oelkers, Vorsitzender des Bundesverbandes der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger. „Man liebt ihren ebenmäßigen Wuchs. Außerdem sticht sie nicht und hält lange ihre Nadeln.“

Egal ob vom Förster oder von einer Christbaumplantage: Beim Weihnachtsbaumkauf kommt es auf den persönlichen Geschmack an – aber nicht nur. Wer etwa den Baum mit echten Kerzen schmücken möchte, muss darauf achten, dass die Äste nicht zu dicht gewachsen sind, um so das Brandrisiko zu verringern.

Wie ein Frischer zu erkennen ist

Weihnachtsbaum Meldung

Gesunde Exemplare erkennt der Weihnachtsbaumkäufer an ihren glänzenden Nadeln und am typischen Baumgeruch, den sie verbreiten, wenn man sie vom Transportnetz befreit. Sind die Nadeln schon beim Kauf kraus und trocken, wird der Baum auch zuhause nicht lange Freude bereiten. Wer beim Förster kauft, darf den Baum häufig sogar selbst sägen und kann sich seiner Frische gewiss sein. Bei Händlern hilft Nachfragen. Bäume aus der Region haben einen kurzen Transportweg und sind deshalb oft frischer.

Zwischen drittem und viertem Advent

Wichtig für ein langes Weihnachtsbaumleben ist auch der Zeitpunkt des Einkaufs – nicht zu früh und nicht zu spät. Denn der Baum braucht Zeit, sich zu akklimatisieren, bevor er im Wohnzimmer seinen Dienst antritt. „Ich würde raten, den Weihnachtsbaum zwischen dem dritten und vierten Advent zu kaufen“, empfiehlt Oelkers. Zu diesem Zeitpunkt habe der Kunde noch eine gute Auswahl und der Baum genügend Zeit für die Eingewöhnungsphase.

Tipp: Sehen Sie vor dem Kauf auf die Verpackung Ihres Weihnachtsbaumständers. Dort steht, wie hoch der Baum und wie dick sein Stamm maximal sein dürfen.

Anschneiden nicht vergessen

Weihnachtsbaum Meldung

Für den Weihnachtsbaumtransport mit dem Auto gilt:Der Baum darf weder vorn noch seitlich überstehen. Hinten ist bei mehr als einem Meter Überlänge ein rotes Fähnchen Vorschrift. Auf dem Dach muss der Baum fest verzurrt sein und darf die Sicht des Fahrers nicht behindern.

Auf seinen Einsatz kann sich der Weihnachtsbaum am besten windgeschützt auf Balkon oder Terrasse vorbereiten. Ähnlich wie Blumen muss auch er „angeschnitten“ werden. Es genügt, eine schmale Scheibe des Stammes abzusägen. Dann kann der Baum wieder genügend Wasser aufnehmen. Den Baumstamm anzuspitzen, ist nicht ratsam. Das war früher für altmodische Christbaumständer manchmal notwendig, durch die größere Schnittfläche blutet der Baum aber schneller aus. Nach dem Ansägen sollte er in einen mit Wasser gefüllten Ständer gespannt werden.

Wichtig ist, das Transportnetz zu entfernen, damit sich die Äste aushängen können. So versorgt braucht der Weihnachtsbaum etwa zwei Tage Zeit, bevor er in die Wohnung darf. Wer ihm diese Zeit nicht lässt, riskiert, dass er frühzeitig nadelt.

Tipp: Entfernen Sie das Transportnetz erst, wenn der Baum eingespannt ist. Mit Netz lässt er sich leichter handhaben.

Schrauberei am Ständer war gestern

Lästige Schrauberei am Weihnachtsbaumständer muss nicht mehr sein. Längst haben sich moderne Alternativen auf dem Markt durchgesetzt. Heute halten im Christbaumständer befestigte Drahtseile oder Halteklammern das Bäumchen fest. Ein Fuß- oder Handhebel hilft dabei, den Stamm in der Konstruktion einzuspannen.

Heizungsluft ist eine Qual für ihn

Der Baum sollte nicht direkt an der Heizung stehen. Denn die heiße Luft ist eine Qual für ihn. Deshalb ist moderates Heizen und auch regelmäßiges Lüften wichtig.

Tipp: Gießen Sie den Weihnachtsbaum regelmäßig. Ein Zwei-Meter-Baum braucht um die zwei Liter Wasser pro Tag.

Sicherheitstipps bei echten Kerzen

Für viele Menschen sorgen erst echte Kerzen und ihr gemütliches Licht für die richtige Stimmung. Gleichzeitig bedeuten sie aber auch ein erhöhtes Brandrisiko. Wer vorsichtig im Umgang mit brennenden Kerzen ist und einige Sicherheitsmaßnahmen beachtet, muss aber auf sie nicht verzichten. Wichtig ist die Qualität der Kerzen.

Tipp: Achten Sie auf das RAL-Gütezeichen. Es bestätigt, dass die Kerze Prüfungen etwa zu Abbrennverhalten, Tropffestigkeit und neuerdings auch zu Rußverhalten und Nachglühen des Dochtes bestanden hat.

Wer echte Kerzen benutzt, sollte für seinen Christbaum ein Plätzchen suchen, an dem er möglichst weit von brennbaren Gegenständen entfernt steht. Besonders gefährlich sind wehende Gardinen, die sich an den Kerzen entzünden könnten. Gerade wenn Kinder oder Tiere im Haus sind, ist es sinnvoll, den Baum zusätzlich mit einem Draht an der Wand zu sichern.

Tipps: Zünden Sie die Kerzen am Weihnachtsbaum von hinten nach vorn und von oben nach unten an und löschen Sie die Kerzen in umgekehrter Reihenfolge wieder. Außerdem sollten sie weit genug vom Ast darüber entfernt sein und nie unbeaufsichtigt brennen. Das mindert die Brandgefahr. Obligatorisch ist der griffbereite Feuerlöscher oder Wassereimer. Wichtig ist auch regelmäßiges Gießen. Wird der Baum zu trocken, fängt er schneller Feuer. Sind seine Nadeln braun, fallen schnell ab und brechen bei einer „Knickprobe“, verzichten Sie lieber auf das Kerzenfeuer am Baum.

Defekte Lämpchen austauschen

Die Alternative sind elektrische Kerzen, meist als Lichterkette. Aber auch sie sind nicht völlig gefahrlos. Fallen defekte Lämpchen aus, erhöht das die Leistung der übrigen. Die Lichterkette wird wärmer und stellt ein Sicherheitsrisiko dar. Können die Lämpchen nicht ausgetauscht werden, muss eine neue Lichterkette her. Gleiches gilt bei beschädigten Kabelisolierungen.

Ohne Kabel funktionieren einige LED-Kerzen. Jede Kerze braucht eine Batterie oder einen aufladbaren Akku. Das erspart das Kabelwirrwarr, das bei Lichterketten manchmal lästig ist. Oft lassen sich die LED-Lämpchen per Fernbedienung ein- und ausschalten. Ihr Licht ist aber häufig kühl.

Tipp: Beachten Sie beim Kauf von elektrischen Kerzen Daten und Warnhinweise auf der Verpackung. Eine deutsche Bedienungsanleitung sollte beiliegen. Ein Prüfzeichen allein gibt nicht immer Gewissheit.

Zum Abschied bequem entsorgen

Sein Dienst als Weihnachtsbaum in deutschen Wohnzimmern ist zeitlich befristet. Wenn am 6. Januar die Heiligen Drei Könige dagewesen sind, müssen die meisten Bäume langsam wieder Abschied nehmen. In einigen Städten sammelt die Stadtreini­gung die Bäume ein, andernorts übernehmen das Kirchen- oder Jugendgruppen gegen eine kleine Spende.

Tipp: Infos über Sammelstellen und Termine finden Sie in der Tagespresse, bei der Stadt oder beim Reinigungsbetrieb.

Dieser Artikel ist hilfreich. 263 Nutzer finden das hilfreich.