Weihnachts-Geschenke Meldung

Der Gutschein dürfte in der Last-Minute-Geschenke-Hitliste ganz weit vorne liegen. Doch Vorsicht: Er birgt diverse Risiken. test.de erklärt, worauf Gutschein-Käufer achten müssen.

Ausfall bei Insolvenz

Immer zu beachten: Bei Insolvenz bleibt die versprochene Leistung aus. Wenn Händler, Restaurant, Fitnessstudio oder Hotel vor Einlösung des Gutscheins pleite gehen, ist der Gutschein von ihnen nichts mehr wert. Besondere Vorsicht ist angebracht, wenn ein Unternehmen im großen Stil und für wenig Geld Gutscheine anbietet. Möglicherweise ist es bereits in Schwierigkeiten und versucht sich über den Gutscheinverkauf akut fehlendes Geld zu verschaffen.

Aussteller haftet

Außerdem zu beachten: Es haftet der Aussteller des Gutscheins. Vorsicht ist nötig, wenn das nicht gleichzeitig auch der Anbieter der versprochenen Leistung ist. Manche Angebote spekulieren offensichtlich auf eine hohe Quote an Gutscheinen, die nicht abgerufen werden. Der Gutscheinverkäufer muss die versprochene Leistung in solchen Fällen erst noch bezahlen, wenn der Gutscheinkäufer sie haben will. Wenn er das dann bei Abruf der Leistung nicht (mehr) kann oder will, hat der Inhaber des Gutschein nur gegen ihn rechtliche Handhabe und wird oft leer ausgehen.

Befristung oft unwirksam

Meist will der Anbieter Gutscheine nur eine bestimmte Zeit lang einlösen. Solche Befristungen sind grundsätzlich möglich, aber oft unwirksam. Nur wenn der Anbieter ein legitimes Interesse an der Befristung darlegen kann, ist sie wirksam. Allerdings: Auch Gutscheine ohne Befristung haben ein Verfallsdatum: Der Anspruch auf die versprochene Leistung verjährt drei Jahre nach Ende des Jahres, in dem der Anbieter den Gutschein ausgestellt hat.

Keine Barauszahlung

Anspruch auf Barauszahlung des Gegenwerts haben Gutscheinbesitzer nur, wenn der Anbieter dies ausdrücklich zusagt. Der Anbieter muss auch nicht den Restwert auszahlen, wenn der Inhaber den Gutschein nur teilweise einlöst. Unklar ist, ob der Gutscheininhaber später noch Waren oder Dienstleistungen für das verbleibende Geld verlangen kann. Eine solche Stückelung des Gutscheins werden viele Anbieter von sich aus akzeptieren. Einen Rechtsanspruch darauf gibt es aber wohl nicht, so lange Gutscheinkäufer und -verkäufer nichts anderes ausdrücklich vereinbart haben.

Verlustrisiko

Wer einen Gutschein bekommt, sollte ihn sorgfältig aufbewahren. Geht er verloren, ist auch das Recht auf Abruf der versprochenen Leistung in aller Regel weg. Das gilt auch, wenn der Empfänger des Gutscheins namentlich genannt ist.

Selber machen

Sehr viel sicherer: Sie selbst stellen einen Gutschein aus. Gültigkeit, Umfang und Leistungen können Sie dann völlig frei bestimmen und brauchen sich keine Gedanken um Schwierigkeiten bei der Einlösung zu machen.

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