Weichmacher in Lebensmitteln Problem nicht gelöst

30.07.2007
Weichmacher in Lebensmitteln - Problem nicht gelöst

Gummidichtungen in Schraubdeckeln sind eine potentielle Gefahr. Sie enthalten oft Weichmacher. Weichmacher sind fettlöslich und können in Lebensmittel übergehen. Sie gefährden die Gesundheit. Im Juni warnte die Stiftung Warentest vor Weichmachern in Asiasoßen. Im Test damals: 25 Produkte. 18 waren stark belastet. Wie sieht es heute aus? Die Stiftung Warentest hat erneut zwei Woksoßen getestet.

Soßen ohne Tadel

Der Discounter Lidl hat sie immer wieder mal im Programm: Woksoßen der Marke Vitasia. Am 26. Juli griffen die Einkäufer der Stiftung Warentest zu und kauften mehrere Gläser Vitasia Wok Sauce Indonesia und Vitasia Wok Sauce Ajam pangang. Preis für ein 490 Gramm Glas: 1,29 Euro. Im Labor analysierten die Chemiker Soßen und Schraubdeckel auf schädliche Weichmacher. Ergebnis: Die Soßen von Lidl sind ohne Tadel. Keine Weichmacher im Produkt.

Esbo im Deckel

Die Schraubdeckel der Lidlsoßen enthalten allerdings Weichmacher satt. Die Dichtung besteht zu 19 Prozent aus Esbo. Immerhin gilt dieser Weichmacher als weniger bedenklich. Esbo ist eine beliebte Alternative zu den besonders gefährlichen Phthalaten. Phthalate haben im Tierversuch Krebs erzeugt und die Fortpflanzung beeinträchtigt. Bei epoxidiertem Sojabohnenöl, kurz Esbo, gibt es diese Risiken wohl nicht. Allerdings ist Esbo nie ganz rein. Es enthält bis zu 5 Prozent Abkömmlinge, so genannte Esbo-Derivate. Offen bleibt, ob diese Derivate langfristig doch der Gesundheit schaden. Zur Vorsicht gilt die Devise: Weichmacher gehören nicht in Lebensmittel. Der EU-Grenzwert für Esbo liegt derzeit bei 300 Milligramm pro Kilogramm Lebensmittel. Ab 2008 gilt ein strengerer Grenzwert von nur noch 60 Milligramm pro Kilogramm.

Lösungen gesucht

Die Woksoßen von Lidl sind ein Beispiel für die aktuelle Situation: Die Hersteller haben das Problem Weichmacher erkannt, aber noch keine Schraubdeckel ohne Weichmacher erfunden. Weniger kritische Weichmacher wie Esbo sind ein erster Schritt. Keine dauerhafte Alternative. Auch Esbo ist fettlöslich und kann in Lebensmittel übergehen. Je länger ein Produkt lagert und je intensiver der Kontakt zwischen Lebensmittel und Deckeldichtung, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass Weichmacher aus dem Deckel in das Lebensmittel übergehen. Schützen Sie Ihre Gesundheit und beachten Sie die Tipps.

Tipps: Weichmacher vermeiden
Test: Weichmacher in Würzsoßen

30.07.2007
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