Weg zur Arbeit Meldung

Bürokauffrau Jenny Preukschat fährt 36 Kilometer zu ihrer Arbeit. Sie hofft wie viele Tausende auf die alte Pendlerpauschale.

Nun hat auch der Bundesfinanzhof zwei Klagen zur neuen Pendlerpauschale an das Bundesverfassungsgericht weitergereicht. Seit 2007 können Berufstätige, die höchstens 20 Kilometer entfernt von der Arbeit wohnen, für den Weg nichts mehr absetzen. Ist die Entfernung länger, erhalten sie die 30-Cent-Pauschale erst ab dem 21. Kilometer. Das finden die Richter verfassungswidrig (Az. VI R 17/07 und Az. VI R 27/07).

Ähnlich hatten vergangenes Jahr die Finanzgerichte Hannover und Saarbrücken geurteilt und das Verfassungsgericht angerufen (Az. 2 BvL 1/07 und Az. 2 BvL 2/07). Es kann sein, dass die Richter noch dieses Jahr ein Machtwort sprechen. Bis dahin ist die gekürzte Pauschale nicht endgültig.

Kindergeld. Haben Jugendliche in Ausbildung durch die Kürzung der Pauschale so hohe Einkünfte, dass ihre Eltern das Kindergeld verlieren, erteilt die Familienkasse den Bescheid bis zur Klärung vorläufig (Schreiben des Bundeszentralamtes für Steuern, ST II 2 – S 2471 – 313/2007).

Freibetrag. Wenn Arbeitnehmer für den Weg zur Arbeit einen Freibetrag auf der Steuerkarte haben wollen, können sie diesen für den ersten bis letzten Kilometer beantragen. Sie müssen dann allerdings mit Nachforderungen rechnen, wenn die Verfassungsrichter an der neuen Pendler­pauschale festhalten

Steuererklärung. In der Steuererklärung für 2007 geben alle den ganzen Weg zur Arbeit an. Das Finanzamt berücksichtigt die 30-Cent-Pauschale zwar erst ab dem 21. Kilometer, lässt den Steuerbescheid aber in diesem Punkt offen. Sollten die Verfassungsrichter entscheiden, dass es die Pauschale wieder für die gesamte Strecke gibt, können viele rückwirkend Nachschlag bekommen (siehe Steuererklärung für 2007).

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