Wer seinen Weg zur oder von der Arbeit durch eine private Besorgung mehr als nur gering­fügig unterbricht, hat keinen gesetzlichen Unfall­versicherungs­schutz – selbst dann nicht, wenn er den Weg noch gar nicht verlassen hat. Erst wenn die eigen­wirt­schaftliche Tätig­keit beendet und der ursprüng­liche Weg wieder einge­schlagen ist, greift der Versicherungs­schutz. So entschied das Bundes­sozialge­richt (Az. B 2 U 3/13 R). Im vorliegenden Fall fuhr ein Mann mit seinem Auto nach­hause, als er auf der gegen­über­liegenden Straßenseite einen Erdbeerstand entdeckte. Um dorthin zu gelangen, musste er bremsen. Eine Auto­fahrerin erkannte die Abbie­geabsichten zu spät und fuhr auf. Der Mann verletzte sich bei dem Unfall und wollte später Geld von der Berufs­genossenschaft. Die Richter entschieden, die Berufs­genossenschaft müsse nicht zahlen, weil der Kläger zum Unfall­zeit­punkt rein privat handelte – selbst wenn er sich auf dem direkten Weg von der Arbeit nach­hause befand.

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