Zehn Jahre hat eine Angestellte die Entfernung von ihrer Wohnung zur Arbeit mit 28 Kilometer in der Steuererklärung abgerechnet, obwohl sie seit mehr als neun Jahren an einem nähergelegenen Ort arbeitete. Als ein Finanzbeamter herausfand, dass die neue Entfernung bei zehn Kilometern lag, berechnete er sämtliche Steuerbescheide neu. Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz gab ihm recht (Az. 3 K 2635/08).

Nach der Abgabenordnung darf das Finanzamt Steuerbescheide noch innerhalb von vier Jahren ändern, wenn neue Tatsachen bekannt werden. Die Frist verlängert sich auf zehn Jahre, wenn jemand bewusst falsche Angaben macht und Steuern hinterzieht. Davon geht das Finanzgericht im Fall der Klägerin aus. Nur für das erste Jahr, in dem sich der Arbeitsort änderte, muss die Angestellte keine Steuern nachzahlen.

Die Frau hatte vor Gericht behauptet, sie sei der Meinung gewesen, dass sie alle Kilometer der Hin- und Rückfahrt zwischen Wohnung und Arbeit abrechnen könne.

Die Richter hielten ihr entgegen, dass sie in der Anlage N zur Steuererklärung klar nach der einfachen Entfernung gefragt wird. Außerdem sei der Hin- und Rückweg nach ihrem Arbeitsplatzwechsel nur 20 Kilometer und nicht 28 Kilometer lang gewesen. Das Gericht kannte deshalb kein Pardon.

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