Wer ist der beste Männerarzt?

Einig sind sich die meisten Mediziner in der Forderung nach einer besseren ärztlichen Betreuung der Männer. Andere propagieren den "Männerarzt" für den männlichen Problempatienten. Denn generell gehen Männer leichtsinniger mit ihrer Gesundheit um als Frauen. Sie verdrängen Krankheitsrisiken eher, scheuen sich vielfach, über Schwächen und Probleme zu sprechen, holen ungern ärztlichen Rat ein.

Professor Rolf Harzmann, Direktor der Urologischen Klinik am Zentralklinikum Augsburg, empfiehlt: "Männer sollten sich ab dem 40./45. Lebensjahr durch Männerärzte untersuchen lassen, die Defizite ausgleichen können, ohne dass es zu Risiken kommt. So ist es möglich, Testosteron mithilfe von Pflasterapplikationen zu substituieren oder kontinuierlich DHEA zu verabreichen. Kontrollen des PSA-Wertes sind dabei unerlässlich."

Ein Männerarzt müsste das Wissen mehrerer Fachrichtungen bündeln. Dem Namen nach gibt es den Männerarzt bereits als Andrologen (griech. andros = Mann). Doch der kümmert sich um Erkrankungen und Störungen der männlichen Geschlechtsorgane, oft um Potenzprobleme und Fruchtbarkeitsstörungen. Auf einem Kongress in Heidelberg outeten sich neben Internisten sogar Gynäkologen als potenzielle Männerärzte. Eugen Plas von der Urologischen Abteilung des Krankenhauses Lainz in Wien meint, Männer brauchten keinen neuen Männerarzt, den gebe es schon: "Der Arzt für den Mann ist der Urologe. Er soll die Probleme erkennen und den Mann entweder selbst behandeln oder ihn an kompetente Kollegen weiterleiten." Er suche ohnehin die Kooperation mit Spezialisten anderer ärztlicher Disziplinen, auch mit Ernährungsberatern.

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