Wasser- und Energiesparen schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Das lohnt sich auch am Handwaschbecken. Moderne Einhebelarmaturen mit besonderem Innenleben können dabei helfen.

Sie sehen aus wie ganz normale Waschbeckenarmaturen. Doch unter ihrem blitzblanken Chrommantel steckt moderne Spartechnik. Eine Besonderheit: Wenn der Armaturgriff in der Mitte steht und auf den Nutzer zeigt, strömt kaltes Wasser heraus. Bei herkömmlichen Einhebelmischern liegt der Kaltwasserbereich rechts außen.

Anlass für den neuen Trend zur Mitte sind Beobachtungen des Verbraucherverhaltens. Viele Menschen lassen den Griff aus optischen oder ergonomischen Gründen überwiegend in der Mittelstellung stehen. Die Folge: Warmes Wasser fließt auch dann, wenn es gar nicht gebraucht wird. Und je weiter der Speicher entfernt ist und je schneller es mit dem Händewaschen geht, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass warmes Wasser gar nicht im Waschbecken ankommt, sondern nur die Leitung erwärmt. Bei einer Familie können so pro Jahr 5 bis 10 Kubikmeter Heißwasser zusammenkommen. Sparpotenzial je nach Warmwassererzeugung 10 bis 65 Euro.

Immer mehr Hersteller erkennen das Problem und reagieren. Nach dem Motto „Kaltwasser bei Mittelstellung“ bieten sie neue Armaturen an – so unsere Marktrecherche. Doch damit nicht genug: Die Konstrukteure haben sich auch dem Problem gewidmet, dass bei herkömmli­chen Einhebelarmaturen oft unbeab­sichtigt zu viel Wasser fließt. Das bestätigt eine Untersuchung der TU Berlin: Mit Einhebelmischern verbraucht man im Schnitt mehr Wasser als mit Zweigriffarmaturen. Da der Hebel einen kurzen Öffnungsweg hat, wird er schnell bis zum Anschlag hochgezogen. Unterschiedliche Techniken der neuen Armaturen sollen den daraus resultierenden unnötigen Wasserschwall verhindern:

  • Eingebaute Durchflussbegrenzer reduzieren die maximale Wassermenge zum Beispiel auf sieben Liter pro Minute. Bei einigen Armuternmodellen besteht bei der Montage außerdem die Möglichkeit, die Höchstmenge individuell etwa auf acht Liter einzustellen.
  • Andere Wasserhähne lassen zwar bei Bedarf 13 Liter pro Minute strömen, verfügen aber über eine „Wasserbremse“ (Hansa, Kludi): Ein leichter Widerstand beim Hochziehen des Hebels signalisiert dem Nutzer schon bei halbem Durchfluss, dass diese Wassermenge fürs Händewaschen ausreicht.
  • Die Turbo-Jet-Patrone von Mora reduziert den Wasserverbrauch normalerweise auf 6,5 Liter pro Minute. Will man aber zum Beispiel ein Gefäß doppelt so schnell füllen, kann der Hebel – gegen die Kraft einer Feder – weiter hochgezogen werden. Beim Loslassen springt er automatisch auf 6,5 Liter pro Minute zurück.

Fazit: In Anbetracht steigender Energie-, Wasser- und Abwasserpreise können sich die neuen Armaturen bezahlt machen, wenn das Handwaschbecken viel genutzt wird. Aber ein Neukauf will gut überlegt sein: Denn einige Armaturen sind mit Wasserspartechnik nachrüstbar. An Zweigriffarmaturen lässt sich der Wasserschwall ohnehin gut regulieren. Oft kann die maximale Wassermenge auch selbst reduziert werden: mit einem aufschraubbaren Durchflussbe­grenzer oder durch Drosseln der Zuflussventile unter dem Waschbecken.

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