Allergie: Nickel im Kochwasser

Nickelallergie: In Deutschland leiden rund 15 Prozent der Bevölkerung an einer Nickelallergie, Frauen häufiger als Männer. Jeder Kontakt mit Nickel führt bei ihnen zu juckenden Entzündungen der Haut. Meist wird eine Sensibilisierung durch häufigen Hautkontakt mit nickel­haltigen Gegenständen wie Schmuck erworben. Eine Kontaktallergie bleibt in der Regel ein Leben lang bestehen. Bei sensibilisierten Personen löst nicht nur direkter Hautkontakt allergische Reak­tionen aus. Auch nickelhaltige Nahrungsmittel können Ekzeme aufflam­men lassen. Nach Angaben der Europä­ischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kann bereits die Aufnahme von 500 Mikrogramm Nickel pro Tag bei sensibilisierten Personen zu gesund­heit­lichen Problemen führen.

Nickel im Essen: Üblicherweise nimmt jeder mit dem Essen rund 150 Mikrogramm Nickel am Tag zu sich, wobei einige Lebensmittel wie etwa Soja, Kakao und Haferflocken so viel Nickel enthalten, dass Allergiker sie nur in Maßen genießen können. Eine Sensibilisierung über Nahrung gilt aber als ausgeschlossen.

Nickel im Wasser: Für Trinkwasser wurde zum Schutz sensibilisierter Personen ein Grenzwert von 20 Mikrogramm pro Liter festgelegt. Zwei Wasserkocher mit offenem Heizelement gaben im Test so viel Nickel ins Kochwasser ab, dass dieser Grenzwert deutlich überschritten wurde. Wir hatten nickelfreies Wasser nach dem Kochen drei Tage im Behälter gelassen und dann analysiert. Die Messwerte lagen zwischen 200 und 1 200 Mikrogramm pro Liter. Mit zwei Tassen Tee am Tag können also bereits problematische Nickelmengen erreicht werden. Da sich aus nickelhaltigen Armaturen auch Nickel lösen kann, sollten Aller­giker immer eine Tasse ablaufen lassen. Hinweis: Unser Ange­bot von Wasseranalysen umfasst kein Nickel, da die Kosten den Preis eines nickelfreien Wasserkochers übersteigen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 4694 Nutzer finden das hilfreich.