Wasser­filter im Test Test

Filter verheißen weicheres Wasser, weniger Kalkbeläge, mehr Teegenuss. Manche Menschen kaufen sie aus Angst vor belastetem Trink­wasser. Viele in der Branche bewerben ihre Produkte gerne mit weichen Worten. Konkrete Versprechen sind rar. Aus Sorge, sie nicht halten zu können? Die ist meist nicht unbe­gründet, wie der Test offen­bart. Im Labor mussten neun Tischfilter zeigen, wie gut sie mit hartem Wasser klar­kommen. Die drei besten Modelle schaffen gerade mal ein Befriedigend.

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TestWasser­filter im Testtest 05/2015
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[Update 28.7.2016] Leitungs­wasser und Mineral­wasser: Der große Wasser­check

Ist Mineral­wasser wirk­lich so toll, wie die Werbung verspricht? Und stimmt die Qualität unseres Trink­wassers? Wenn ja: Lohnt es sich über­haupt, Geld für abge­fülltes Wasser auszugeben und mühsam selber Kisten zu schleppen? In unserem großen Wasser­check haben wir 30 stille Mineralwässer und Trinkwasser aus 28 deutschen Städten und Gemeinden untersucht. Unser Vergleichs­test zeigt, welches Wasser besser ist. [Update Ende]

Stolzer Preis für bescheidene Ergeb­nisse

Für 10 bis 34 Euro sind die Filter-Kannen zu haben, das große Gerät von Eva für stolze 185 Euro. Dazu kommen die Kosten für Kartuschen, die bei den meisten Filtern aus hygie­nischen Gründen etwa einmal im Monat getauscht werden sollen. Für das Geld bekommen die Kunden wenig geboten. Drei Filter schafften als einzige ein befriedigendes Qualitäts­urteil. Vier Modelle waren ausreichend, zwei mangelhaft. Vor allem an ihrer Haupt­aufgabe scheiterten die Filter: die Wasser­härte zu verringern. Bestenfalls kurz­zeitig gelang es ihnen verläss­lich, aus hartem Wasser weiches zu machen. Keine Kartusche schaffte das annähernd bis zu ihrer deklarierten Kapazität. Drei verkeimten leicht. Der Filter von Eva, gleich­zeitig der teuerste im Test, gab deutliche Mengen eines Schad­stoffs ab.

Konkrete Leistungs­angaben fehlen

Das Grund­prinzip ist bei den meisten Modellen gleich: Wasser läuft durch Aktivkohle im Filter­element. Die lagert organische Stoffe an. Die meisten Kartuschen enthalten zudem Kunst­harz, das Kalzium und Magnesium gegen Wasser­stoff austauscht. Das Filtrat ist mineralärmer und weniger hart, dafür etwas saurer . Nach einer gewissen Literanzahl ist die Kapazität des Filtermaterials so reduziert, dass die Kartusche gewechselt werden muss. Konkrete Leistungs­angaben, wie lange und wie stark sich hartes Wasser und Schad­stoffe mit einer Patrone filtern lassen, suchen Käufer oft vergebens. Viele Filter sind zwar mit einer Wechsel­anzeige ausgestattet, einige zählen aber lediglich, wie oft der Deckel geöffnet wird. Die Anzeigen sollen vor allem verhindern, dass die Kartusche zu lange genutzt wird und verkeimt. Kaum eine informiert darüber, wann das Filtermaterial nicht mehr wirkt.

Am Ende bleibt das Wasser zu hart

Viele erhoffen sich weicheres Wasser von den Filtern, dadurch besseren Tee und weniger Kalk in Kaffee­maschinen. Verantwort­lich für die Ablagerungen sind Magnesium und Kalzium – die die Gesamt­härte ausmachen. Für ein gutes Teebrüh-Ergebnis sollten die Filter 16 bis 17 Grad hartes Wasser auf unter 10 Grad bringen. Die Anforderung folgt einer Unter­suchungs­vorgabe für Teeverkostungen und ist moderat. Geschmack­lich würden allenfalls sensible Zungen den Härte­unterschied merken. Erst bei weniger als 8,4 Grad spricht man von weichem Wasser. Trotzdem verfehlten fast alle Filter das Ziel.

Kupfer und Blei selten ein Problem

Besser als beim Entkalken waren die Filter beim Reduzieren von Schad­stoffen. Den meisten Filtern gelang es, den Kupfer und Blei­gehalt von verunreinigtem Wasser deutlich zu senken. Einige verringerten zudem chlor­organische Stoffe, etwa Rück­stände einiger Pestizide. Für Haushalte mit Bleileitungen können Tischfilter nützlich sein. Blei­rohre sind in Deutsch­land aber kaum noch ein Problem. Ein aktueller Bericht des Umwelt­bundes­amts zeigt, dass Trink­wasser fast immer einwand­frei ist (siehe Tipps).

Versilbert oder verkeimt

Filter dürfen nicht verkeimen. Da kein Trink­wasser steril ist, können sich vorhandene Keime vermehren. Vor allem bei warmen Temperaturen, wenn ein Filter nicht im Kühl­schrank steht. Im Test gab es bei sechs von neun Modellen keine Probleme mit Keimen. Ihre Kartuschen sind mit Silber­ionen versetzt, die Bakterien hemmen. Das ist gut für die Hygiene, allerdings landete dafür bis zu 15 Mikrogramm Silber im Liter Wasser. Ob davon beim Lang­zeit­verzehr gesundheitliche Risiken ausgehen, ist uns nicht bekannt. Als sicher gilt: Trink­wasser ist hier­zulande so gut, dass Silber über­flüssig ist.

Tipp: Antworten auf häufig gestellte Fragen zu diesem Thema finden Sie in unseren FAQ Wasserfilter.

Vorsicht, gefähr­licher Stoff im Filtrat

Als Brut­stätte für Keime erwies sich das Modell von Eva. Anders als die anderen Filter passt der große Turm nicht in den Kühl­schrank. Aufgrund seiner Konstruktion sammeln sich schnell zu viele Bakterien an. Damit nicht genug: Im Filtrat fanden wir deutliche Mengen Dichlor­methan – bis zu 138 Mikrogramm je Liter. Der Stoff steht im Verdacht, krebs­er­regend zu sein. Er war nicht im Prüf­wasser enthalten, kann also nur vom Filter stammen. Der Anbieter, die Bremer Firma Aquadec, hat bereits reagiert, nachdem wir ihm die Mess­werte vor der Veröffent­lichung mitgeteilt haben. Er gab an, den Vertrieb vorsorglich sofort einzustellen. Rest­bestände des Eva-Filters können sich aber noch im Handel befinden.

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