Wasser sparen Meldung

400 bis 1.000 Euro muss eine Familie Jahr für Jahr für Wasser und Abwasser bezahlen. Kein Wunder, dass viele mit dem kostbaren Nass sparsamer umgehen wollen. Hier einige Tipps, die sich bezahlt machen.

Einhundertfünfzigtausend Liter Trinkwasser ­ so viel verbraucht eine vierköpfige Familie im Jahr ohne weiteres. Bei größeren Familien und verschwenderischem Umgang kann es sogar deutlich mehr sein. Dann stehen auch schon mal über 1.000 Euro auf der Wasserrechnung. Das ist das Ergebnis einer Recherche von test in 26 deutschen Städten. Aber: Jeder Einzelne hat es in der Hand, die Kostenbremse zu ziehen.

Duschen und Baden.

Mehr als ein Drittel des persönlichen Wasserverbrauchs geht im Durchschnitt auf das Konto der Körperpflege. Duschen statt Baden ist die einfachste und wirksamste Sparmaßnahme. Moderne Thermostatarmaturen erhöhen den Duschspaß und ermöglichen zugleich optimales Wassersparen. Sparbrausen und/oder Durchflussbegrenzer sorgen dafür, dass pro Minute maximal 12 Liter Wasser fließen.

WC-Spülung.

Rund ein Drittel des häuslichen Wasserverbrauchs rauscht durchs Klo ­ bei älteren Spülkästen mitunter mehr als 10 Liter pro Spülung. Moderne Wasserkästen kommen in Kombination mit passenden Klosettschüsseln mit viel weniger Wasser aus: 6 Liter fürs "große Geschäft" und nur 3 Liter fürs kleine. Wie viel Wasser fließen soll, liegt in der Hand des WC-Benutzers: Entweder wählt er zwischen zwei Tasten oder ­ wenn nur eine vorhanden ist ­ drückt er ein zweites Mal, um den Spülgang abzubrechen. Investitionen in sparsame WC-Spülungen amortisieren sich meist schon nach ein, zwei Jahren.

Waschbeckenarmaturen.

Weil sich mit Einhebelarmaturen die gewünschte Temperatur schnell einstellen lässt, gelten sie oft als sparsam. Doch nicht immer zu Recht, wie die Praxis zeigt: Da der Verstellwinkel des Hebels recht klein ist, wird der Hebel oft ganz nach oben gezogen und es fließt unnötig viel Wasser. Schlimmer noch: Aus ästhetischen Gründen steht der Hebel meist in Mittelstellung. Auch wenn eigentlich nur kaltes Wasser benötigt wird, strömt warmes.

Die Industrie hat auf diese Probleme reagiert: Inzwischen gibt es Einhebelarmaturen, die in Mittelstellung nur kaltes Wasser sprudeln lassen. Beim Hochziehen des Hebels signalisiert ein leichter Widerstand eine mittlere Durchflussmenge. Nur wenn man diesen Widerstand bewusst überwindet, strömt die volle Wassermenge.

Verschwendung stoppen

Wasser sparen Meldung

Zweigriffarmaturen sind in der Dusche passee. Das Einstellen und Nachstellen von Wassertemperatur und -durchfluss verleidet nicht nur den Duschspaß, sondern verleitet auch zu Verschwendung.

Im Übrigen gilt für Handwaschbecken: Nichts spricht hier gegen altbewährte Zweigriffarmaturen. Meist kann man sie mit einem zusätzlichen Durchflussbegrenzer versehen, der maximal neun Liter Wasser pro Minute strömen lässt.

Geschirrspül- und Waschmaschinen.

Moderne Geräte, insbesondere die mit Energielabel A, arbeiten durchweg wassersparend. Abgesehen von angebrannten Töpfen kann man auf Handabwasch getrost verzichten. Sparpotenzial gibts trotzdem: Wird das Geschirr pfiffig in die Maschine einsortiert, passt viel mehr hinein. Ähnlich beim Waschen: Viele haben Hemmungen, die Trommel vollzustopfen. Zu Unrecht, wie unsere Tests mit 4,5 oder 5 Kilo Buntwäsche beweisen.

Gartenbewässerung.

Im statistischen Mittel liegt der Wasserverbrauch für Blumen und Rasen nur bei etwa fünf Prozent. Doch wo ein großer Garten beackert wird, fließt ein wesentlich größerer Anteil des jährlichen Wasserverbrauchs durch den Gartenschlauch. Das Sparpotenzial beträgt 100 Prozent ­ erreichbar durch Regenwassernutzung und sparsame Bewässerungsmethoden.

Für Umwelt und Geldbeutel

Angesichts der finanziellen Sparmöglichkeiten machen immer mehr Verbraucher beim Wassersparen mit. Nicht immer zur Freude der Wasser- und Abwasserunternehmen. Denn ihre Einnahmen sinken und in manchem falsch dimensionierten Kanalrohr tauchen sogar Abflussprobleme auf.

Wassersparer sollten sich davon nicht irritieren lassen. Unterm Strich schonen Regenwassernutzung und Wassersparen die Umwelt: Grundwasserressourcen werden geschont. Und je weniger verdünnt das Schmutzwasser in die Kläranlage strömt, desto länger ist dort die Aufenthaltszeit und um so besser die Reinigungsleistung. Und wer Warmwasser spart, verringert zusätzlich noch die Umweltbelastungen der Energieerzeugung ­ vom Treibhauseffekt bis zur Atommülllagerung.

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