Waschtag Meldung

Es scheint so einfach zu sein, und doch werden beim Waschen Fehler gemacht. Was Wäsche, Geldbeutel, Gesundheit und Umwelt gut tut.

An einem Waschtag ist nichts Unge­wöhnliches. Es sei denn, er fällt auf den 10. Mai. Da findet in diesem Jahr zum ersten Mal ein ganz besonderer Waschtag statt: der „Aktionstag Nachhal­tiges Waschen“. Ins Leben gerufen wurde er vom Deutschen Grünen Kreuz, dem Deutschen Hausfrauenbund, dem Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel sowie dem Deutschen LandFrauenverband. Aber was bedeutet es eigentlich, nachhal­tig zu waschen?

Den Begriff Nachhaltigkeit oder nachhaltige Entwicklung hat die UN-Weltkommission für Umwelt und Entwicklung geprägt. Nachhaltige Entwicklung ist die Übersetzung des englischen Begriffs „sustainable development“. Seine Kernaussage: bei der Befriedigung alltäglicher Bedürfnisse an das Allgemeinwohl denken, sodass auch nachfolgende Generationen noch in der Lage sein werden, ihre täglichen Bedürfnisse zu befriedigen. Beim Wäschewaschen geht es in puncto Nachhaltigkeit vor allem darum, durch geringen Wasser-, Strom- und Rohstoffverbrauch die Umwelt zu schonen und Gesundheit zu erhalten. Die Grundregeln dafür werden aber oft nicht eingehalten.

Grundregeln nachhaltigen Waschens

Die folgenden sechs Punkte führen Schritt für Schritt zum nachhaltigen Waschen: 1. Wäsche sortieren. 2. Pflegehinweise auf den Textilien beachten. 3. Niedrige Waschtemperaturen. 4. Vollständige Befüllung der Waschmaschine. 5. Richtige Wahl und Dosierung des Waschmittels. 6. Kauf von Waschmitteln in Nachfüllpackungen.

Besonders Menschen mit empfindlicher Haut oder gesundheitlichen Problemen wie Asthma, Neurodermitis und Allergien sollten mit Waschmitteln sachgerecht umgehen und auf bestimmte Inhaltsstoffe verzichten. Vor allem Duftstoffe und Bleichmittel können Reizungen der Haut und Atemwege hervorrufen.

Tipp: Achten Sie beim Kauf auf Inhaltsstoffe, insbesondere Parfüm und Bleichmittel, und geben Sie nicht mehr Waschmittel hinzu als nötig.

Was sich schon getan hat

Der Strom- und Wasserverbrauch von Waschmaschinen hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verringert. Wie die Sektion Haushaltstechnik der Universität Bonn errechnet hat, kann eine neue Waschmaschine im Unterschied zu einer 25 Jahre alten jährlich 28 290 Liter Wasser sparen (bei fünf Waschladungen pro Woche). Damit kann man 943-mal duschen, das heißt zweieinhalb Jahre lang jeden Tag (bei 30 Liter Wasser pro Duschgang).

Strom sparen die neuen Waschmaschinen auch: im Durchschnitt 199 Kilowattstunden pro Jahr im Vergleich zu 25 Jahre alten Maschinen. Mit dieser Energie lässt sich ein 300-Liter-Kühlschrank ein Jahr lang betreiben.

Tipp:Bei den Waschmittelrezepturen hat sich ebenfalls einiges verändert. Während 1966 in den Dosieranleitungen für eine Waschladung von fünf Kilogramm noch 202 Gramm Waschpulver empfohlen wurden, sind es jetzt nur noch 75 Gramm. Und eine aktuelle Studie der Universität Oldenburg bestätigt, dass auch der Verbraucher seine Waschgewohnheiten in den letzten Jahren zugunsten der Nachhaltigkeit verbessert hat. Während zum Beispiel die durchschnittliche Waschtemperatur vor 30 Jahren noch bei über 60 °C lag, sind es heute weniger als 50 °C.

Was es noch zu tun gibt

Aber nicht nur bessere Waschmaschinen und Waschmittelrezepturen, sondern auch die Verbraucher können mehr tun. Und das Schöne daran: Nachhaltiges Waschen spart auch noch Geld. Doch viele kennen die Grundsätze nicht. Das hat der Deutsche Hausfrauenbund in einer Umfrage unter 1 500 Verbrauchern in Bünde, Bremen und Baden im Jahr 2003 herausgefunden. Zum Beispiel gaben rund 70 Prozent der Befragten an, sie würden ihre Wäsche bei 30, 60 und 90 °C waschen. Meist reichen aber 40 °C aus, weil die Wirkstoffe der Waschmittel heute bereits bei niedrigen Temperaturen aktiv sind. Das bestätigen auch unsere Waschmitteltests immer wieder.

Ist die mittlere Waschtemperatur in den letzten 30 Jahren auch gesunken, scheint doch der Glaube weit verbreitet, höhere Temperaturen würden die Wäsche sauberer machen. Nur etwa jeder zehnte Befragte gab an, hauptsächlich bei 40 °C zu waschen. Gut 40 Prozent wechseln bei nicht zufrieden stellendem Wascher­geb­nis die Waschmittelmarke. Dabei liegt es nicht nur am Waschmittel, wenn die Wäsche nicht sauber wird. Vielleicht ist die Maschine überladen oder das Mittel falsch dosiert. Hartnäckige Flecken wie Bratensoße oder Rotwein sollten vor dem Waschen erst einmal mit etwas Gallseife oder Bleichmittel vorbehandelt werden.

Tipp: Am Aktionstag „Nachhaltiges Waschen“ am 10. Mai können Sie sich auf Veranstaltungen in Ihrer Stadt informieren. Bundesweit finden dazu Aktionen statt. Auch das Umweltbundesamt und die Stiftung Warentest beteiligen sich daran. Wo was geplant ist, steht unter www.aktionstag-nachhaltiges-waschen.de.

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