Waschmittel Test

Keines der trendigen Flüssigwaschmittel wäscht Weißes so sauber wie ein gutes Pulver. Nach 15 Wäschen ist vom strahlenden Weiß nicht mehr viel übrig. Nur für Farbiges machen Flüssige mitunter Sinn. test sagt, wie viele Waschmittel Sie brauchen und welche die besten sind.

Konfusion vor dem Waschmittelregal: Neben altbekanntem Pulver stehen da Perls und Tabs, seit Neuestem auch Flüssiges in Tabs, so genannte „Liquits“ oder „Liquitabs“, und viel Flüssiges in Flaschen. Mal steht auf der Packung „Color“, mal „Vollwaschmittel“, manchmal „für Buntes“, dann wieder „für Buntes und Weißes“ oder für „Wolle und Feines“. Mitunter ist nichts Spezielles zu lesen, dann heißt es einfach „Waschmittel“. Ist das das eine für alles?

So schade es ist: Das eine für alles gibt es nicht. Die Tests der Stiftung Warentest zeigen: Im Haushalt werden zwei bis drei Waschmittel gebraucht. Ein Vollwaschmittel für Weißes und stark Verschmutztes, ein Colorwaschmittel für Buntes und ein Wollwaschmittel für den, der viel Wolle oder Seide wäscht. Im aktuellen Test haben wir die Spezialisten fürs Weiße, die Vollwaschmittel, unter die Lupe genommen. Es gibt kaum einen Hersteller, der hier in letzter Zeit kein flüssiges Waschmittel herausgebracht hat. Waschen die genau so sauber wie die Pulver? Um das zu beantworten, haben wir 16 flüssige Vollwaschmittel getestet.

Richtig schmutzig

Waschmittel Test

Um die Waschkraft der Mittel einzuschätzen, legten wir immer drei Textilien nebeneinander. Sie waren jeweils in einer Familie benutzt, aber im Prüflabor mit unterschiedlichen Waschmitteln gewaschen worden. Besonders gut waren die Unterschiede anhand der Küchentücher zu erkennen.

Wie sauber die Wäsche wird, lässt sich nur beurteilen, wenn sie vorher schmutzig war. 35 Familien haben uns geholfen, haushaltsüblichen Schmutz zu erzeugen: Sie bekamen verschiedene Wäschestücke, wie T-Shirts, Küchentücher und Frottiertücher. Die Familienmitglieder verwendeten oder trugen die Wäschestücke so lange, wie sie das normalerweise auch tun. Gewaschen wurde die Wäsche dann aber in unserem Prüflabor, in dem viele Waschmaschinen des gleichen Typs stehen. Danach haben wir die Wäsche wieder an die Familien verteilt, die sie wieder benutzten und zum Waschen zurückbrachten. Insgesamt wurden mehr als 200 Wäschetrommeln voll gewaschen. Jeweils nach 5, 10 und 15 Wäschen prüften die Fachleute im Labor per Augenschein und mit Messgeräten, wie sauber die Wäsche geworden war.

Ergebnis des Tests: Keins der 16 flüssigen Vollwaschmittel wäscht so weiß wie ein gutes Pulver. Ein Grund dafür sind die fehlenden Bleichmittel, denn die wären im flüssigem Waschmittel nicht lange haltbar. Die flüssigen enthalten zwar zumindest optische Aufheller, doch die schaffen keine vergleichbare Sauberkeit. Allerdings haben wir in diesem Test nur ein Pulver zum Vergleich mitgeprüft – Persil Megaperls, ein Pulver mit größeren Kügelchen. Es hatte im letzten Vollwaschmitteltest mit am besten abgeschnitten.

Die besten Fleckenteufel

Jetzt wollten wir aber nicht nur herausfinden, wie die flüssigen Vollwaschmittel mit normalem Schmutz, sondern auch wie sie mit ganz bestimmten, zum Teil hartnäckigen Flecken fertig werden. Dafür haben die Experten im Prüflabor gezielt solche Flecken aufgebracht – mit Spinat, Eigelb, Frittierfett, Bratensoße, Milchkakao, Spaghettisoße, Pfirsich-Maracuja-Babynahrung, Gras, Rotwein, Make-up, Lippenstift, Schokoeis, Gartenerde, Tee und Motoröl. Der Grund für die reichhaltige Auswahl: Je nach Inhaltsstoffen der Flecken braucht das Waschmittel unterschiedliche Waschsubstanzen. So gehen Tenside gegen Fette vor, für Gerbstoffhaltiges wie Tee sind dagegen mehr Bleichmittel von Nöten. Außerdem enthalten die Waschmittel Enzyme, die auf bestimmte Flecken abgestimmt sind – zum Beispiel auf Eiweißhaltiges wie Blut. Mit Blutflecken haben wir nicht getestet, aber Eiweiß enthalten zum Beispiel auch Milchkakao und Eigelb.

Das Ergebnis im Prüfpunkt „Fleckentfernung“: Manche Flüssigwaschmittel werden durchaus so gut wie ein Pulver mit den Flecken fertig, aber das waren nicht unbedingt diejenigen, die damit werben. Viele schnitten sogar deutlich schlechter ab als das Pulver. Fazit: Auch durch die Fleckentfernung können die Flüssigwaschmittel den Nachteil bei der „Schmutzentfernung“ nicht wettmachen.

Kein Umweltpreis für Flüssige

Erschwerend kommt noch hinzu, dass Flüssigwaschmittel die Umwelt stärker belasten als Pulver. Der Grund: Sie enthalten mehr Tenside – als flüssige Enthärter und als Ausgleich für fehlende Bleichmittel. Dabei haben die europäischen Waschmittelhersteller versprochen, die Umweltbelastungen durch Waschmittel von 1996 bis 2002 um 10 Prozent zu verringern. Ob das erreicht wurde, wird im Herbst 2002 ausgewertet. Dass neuerdings fast jeder Hersteller Flüssige produziert, bringt die Waschmittelindustrie dem Ziel nicht näher. Im Gegenteil: Es ist ein Rückschritt für den Umweltschutz.

Und so lässt sich aus der Gesamtsicht auf die Waschwirkung und die Umwelteigenschaften für Weißes nur ein Schluss ziehen: Pulver oder Tabs sind im Vergleich zu flüssigen Vollwaschmitteln die bessere Wahl. Damit Sie wissen, welche Sie für Weißes kaufen können, haben wir die Kurzform der Tabelle aus test 10/2000 noch einmal abgedruckt, mit aktualisierten Preisen und Herstellerangaben über Produktveränderungen.

Farben werden blass

Anders als bei weißer Wäsche empfehlen sich Vollwaschmittel auf Dauer für bunte Textilien nicht. Denn sie sollen Weißes ja weiß waschen und enthalten deshalb Bleichmittel und optische Aufheller (als Pulver) oder nur optische Aufheller (als Flüssigwaschmittel). Für die Farben ist das aber kein Spaß. Sie verblassen mit der Zeit oder verändern sich. Das haben wir mit Messgeräten geprüft, nachdem farbige Baumwolltextilien zehnmal gewaschen wurden. Das Ergebnis: Besonders deutlich sind Verblassen und Farbveränderung beim Pulver, das Bleichmittel enthält. Aber auch die optischen Aufheller im flüssigen Vollwaschmittel verändern die Farben, machen im Extremfall aus einem Gelb ein Rosa oder aus Türkis Hellblau. Außerdem haben wir in zusätzlichen Waschversuchen stark „ausblutende“ Textilien dazugegeben, um zu sehen, ob die Waschmittel ein Anfärben verhindern können. Das Ergebnis: Die Vollwaschmittel verhindern ein Anfärben nicht so gut wie ein Colorwaschmittel. Für Buntwäsche sollten Sie daher gar kein Vollwaschmittel verwenden, auf keinen Fall auf Dauer. Besonders ärgerlich ist, dass manche Hersteller die Eignung für „Weißes und Buntes“ auf die Packung schreiben (Spee Gel, Weißer Riese Gel und Frosch Citrus Waschmittel).

Die Alternative für die Buntwäsche heißt deshalb Colorwaschmittel. Sie enthalten weder Bleichmittel noch optische Aufheller, dafür aber Farbübertragungsverhinderer. Sie erhalten darum Farben besser und schützen vor dem Anfärben durch andere Wäschestücke. Das belegen die Testergebnisse aus dem letzten Colorwaschmitteltest: Damit Sie wissen, welches Mittel für Ihre Buntwäsche – und dazu gehören ja die meisten Wäschestücke – am besten ist, haben wir auch hier die Tabelle abgedruckt, ebenfalls mit aktualisierten Preisen und Produktveränderungen.

Der Colorwaschmitteltest zeigte: Auch für Buntes sind Pulver eigentlich besser. Sie waschen sauberer und belasten die Umwelt weniger. Dennoch haben Flüssige als Colorwaschmittel eine Berechtigung. Denn viele Menschen klagen über weiße Rückstände in der Wäsche. Das sind Reste von so genannten Zeolithen, die in Pulvern als Enthärter enthalten sind, gemischt mit anderen Waschmittelbestandteilen. Manche Maschinen spülen die Reste nicht richtig aus. Auf dunkler Wäsche bilden sich so weiße Flecken, oft in Falten. Wenn die häufiger auftreten und sich nicht durch etwas weniger Wäsche, weniger Pulver oder mehr Wasser vermeiden lassen, dann ist ein flüssiges Colorwaschmittel sinnvoll.

Aus diesem Grund ein flüssiges Vollwaschmittel für Weißes zu verwenden, macht aber keinen Sinn: Auf weißer Wäsche stören die Rückstände nicht. Das Argument der Hersteller, Verbraucher würden Flüssigwaschmittel wegen Pulverrückständen auf der Wäsche nachfragen, zieht daher für Vollwaschmittel nicht. Sie sollten wieder zu Pulvern oder Tabs zurückkehren. Das wäre besser für die Umwelt und das Waschergebnis.

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