Wasch­maschinen von Candy-Hoover Meldung

Völlig zerstört: Die Wasch­maschine von Familie H., nachdem sie Anfang Juli beim Schleudern auseinander­geplatzt war.

Auch in Privathaushalten haben einzelne Candy-Wasch­maschinem spektakulär versagt - wie bei der Dauer­prüfung im test-Labor. test.de gibt die Erfahrungen der Leser weiter.

[Update 24.09.2010] Hier jetzt der voll­ständige Test Waschmaschinen

Die Fetzen flogen

Desaster in der Wasch­maschinen-Dauer­prüfung: Zwei Candy GO 1460 Wasch­maschinen platzten regelrecht. Beim Schleudern mit 1 400 Umdrehungen pro Minute riss jeweils eine Schweiß­naht an der Wäschetrommel. Die Trommel­teile zerstörten das Gehäuse voll­ständig. Scharfkantige Bruch­stücke flogen bis zu drei Meter weit. Kurz nachdem test.de berichtet hatte, meldete sich das schleswig-holsteinische Ministerium für Land­wirt­schaft und Umwelt: In der Justiz­voll­zugs­anstalt Flens­burg war eine weitere Wasch­maschine der Candy-Hoover-Group, eine Hoover VisionHD VND 9163, beim Schleudern auseinander­geflogen. test.de hat darauf­hin alle Betroffenen aufgerufen, sich unter candy@stiftung-warentest.de zu melden. test.de dokumentiert die Berichte der Leser.

„Unglaubliches Glück“

Wasch­maschinen von Candy-Hoover Meldung

Bild der Zerstörung: Die Wasch­maschine von Familie H. nach der Havarie im Bade­zimmer.

Frau H. aus der Nähe von Oldenburg schreibt: „Unsere Candy-Wasch­maschine vom Typ Candy Go 145 Smart Grand 0 ist am Sonn­tag, den 4.Juli, gegen Mittag explodiert. Ich hielt mich zum Zeit­punkt der Explosion im Bade­zimmer auf und hatte unglaubliches Glück. Ich habe meine Arme reflex­artig nach oben gerissen und dadurch nur ein paar Kratzer, blaue Flecken und einen geprellten Daumen mit Schnitt­wunde bekommen. Die Kraft der Trommel hat unser Regal zum Einsturz gebracht und ich mag gar nicht daran denken, was passiert wäre, wenn ich mich näher an der Wasch­maschine befunden hätte. Gekauft wurde die Wasch­maschine im Juli 2008. Im Mai 2009 hatten wir schon mal einen Trommelschaden. Da wir eine größere Familie sind (6 Personen Haushalt), lief die Wasch­maschine auch dementsprechend häufig, eine Ladung täglich konnte man rechnen und manchmal waren es auch zwei. Als die Wasch­maschine explodierte, lief sie auf 30 Grad mit einer Schleuderdrehzahl von 1400.“

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Trümmer und Splitter flogen quer durchs Bade­zimmer. Frau H. erlitt zum Glück nur leichte Verletzungen, als die Wasch­maschinen beim Schleudern auseinander­flog.

test.de ergänzt: Der Candy-Hoover-Kunden­dienst hat zugesagt, Familie H. eine neue Maschine zu liefern und für alle Schäden im Bade­zimmer aufzukommen. Von Rechts wegen gilt für Sach­schäden im Rahmen der Produkthaftung eigentlich ein Selbst­behalt von 500 Euro, wenn dem Hersteller kein Verschulden zur Last fällt. Statt­dessen hätte Frau H. als Ausgleich für den Schreck und die Verletzungen allerdings ein angemessenes Schmerzens­geld zugestanden.

„Zum Glück niemand in der Nähe“

Wasch­maschinen von Candy-Hoover Meldung

Das Bild zeigt die verbogenen Bleche der Wasch­trommel, nachdem beim Schleudern eine Schweiß­naht gerissen war. Die Maschine vom Typ Candy GO 1482D war erst knapp ein Jahr alt. Sie war allerdings täglich im Einsatz.

Jürgen Henkel aus Köln schreibt über seine Erfahrungen mit einer Candy Go 1482D: „Auch wir haben dieses Horrorszenario erlebt. Unsere Wasch­maschine, knapp ein Jahr alt (Kauf­datum 30.05.2009), explodierte förmlich. Es gab plötzlich einen Riesen­knall und die Maschine hat es regelrecht zerrissen. Glück­licher­weise war niemand in direkter Nähe, da auch hier scharfkantige Kunst­stoff­splitter über­all hin flogen. Ich darf mir gar nicht ausmalen, was mit unseren zwei kleinen Kindern hätte passieren können, da die Wasch­maschine bei uns direkt neben der Badewanne steht...“

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„Explodierte förmlich“: Jürgen Henkel über seine Candy GO 1482D. Beim Schleudern riss eine Schweiß­naht an der Trommel. Die Teile der Trommel durch­schlugen das Gehäuse. Scharfkantige Bruch­stücke flogen durchs ganze Bade­zimmer.

Auf Nach­frage von test.de zur Nutzung der Wasch­maschine und zur Reaktion des Herstel­lers ergänzt er: „Bei zwei Kindern läuft die Maschine täglich. Da es sich um einen Garan­tief­all handelt, muss sich ein Techniker die Maschine vor Ort anschauen und die Reparatur­fähig­keit begut­achten, auf diesen warte ich gerade jetzt. Dabei soll dann eine Bescheinigung ausgestellt werden, die ich dem Händler zum Umtausch vorlegen kann.“

test.de ergänzt: Soweit Schäden am Bade­zimmer oder Mobiliar entstanden sind, hat Jürgen Henkel für Sach­schäden über 500 Euro zusätzlich gute Chancen auf Ersatz nach dem Produkthaftungs­gesetz.

[Update 28.07.2010] Candy-Hoover hat erneut Stellung genommen und gibt Hinweise für womöglich Betroffene. Details am Ende der Meldung zur Candy GO 1460D: Gefahr aus der Trommel

[Update 07.02.2011] Inzwischen ist auch in England eine Candy-Wasch­maschine beim Schleudern geplatzt. Stiftung Warentest-Partnerorganisation Which berichtet.

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