Waschmaschinen Test

Miele ist Testsieger bei den geprüften Frontladern, aber teuer. Einige deutlich preiswertere Maschinen bieten ihm Paroli. Bauknecht und LG fallen durch.

Acht Kilogramm Wäsche waren dann auf Dauer doch zu viel. Die erste Maschine von LG hielt in der Langzeitprüfung nicht einmal simulierte zwei Jahre durch – dann rissen mit lautem Getöse die Rippen in der Trommel ab. Bei der zweiten LG passierte später das Gleiche. Nicht nur, dass damit eine aufwendige Reparatur nötig wurde. Hätte sich in der Trommel Feinwäsche gedreht, wäre es wahrscheinlich ihre letzte Runde gewesen: Die Haken der losen Rippen hätten ein regelrechtes Massaker unter den Sommerblusen veranstaltet.

Die Dauerprüfung nicht bestanden

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So hieß es am Ende „mangelhaft“ für die LG, zumal auch ihre Heizfunktion mehrmals ausfiel. Ebenfalls auf der Strecke blieb die Bauknecht: Nach simulierten fünf bis sechs Jahren war bei allen geprüften Maschinen die Gummimanschette an der Türöffnung eingerissen, bei zweien lief Wasser aus. Das war das Ende für die 7-Kilo-Geräte, damit wäre auch hier eine teure Reparatur fällig geworden. Für ein Modell dieses Alters würde die sich kaum mehr lohnen. Immerhin funktionierte der Sicherheitsmechanismus der Bauknecht gut. Die Maschinen schalteten rechtzeitig von allein ab, und es kam nicht zu einem Wasserschaden.

Ansonsten waren die meisten der elf Frontlader im Test sehr zuverlässig und auch sehr sicher. Die fünf besten – Miele, AEG-Electrolux, Siemens, Bosch und Samsung – gehörten auch in der Dauerprüfung zu den stärksten und legten hier allesamt ein glattes „Sehr gut“ an den Tag, was einer durchschnittlichen Nutzung von zehn Jahren ohne Schwierigkeiten gleichkommt. Ebenso bieten fast alle Frontlader im Test einen „sehr guten“ oder „guten“ Schutz vor Wasserschäden (siehe Testtabelle).

Geringer Schutz vor Wasserschäden

Waschmaschinen Test

Nur die Waschmaschinen von Whirlpool und Gorenje sollte man besser nicht in einer Etagenwohnung aufstellen, denn bei einem Gerätedefekt besteht bei ihnen die Gefahr eines Wasserschadens.

Es ist der Alptraum jedes Waschmaschinenbetreibers: Ein geplatzter Schlauch, ein Leck im Laugenbehälter, ein defektes Überlaufventil – und die Maschine wird zum unkontrollierten Springbrunnen. Moderne Geräte verhindern die Katastrophe durch geeignete Schutzmechanismen, stoppen zum Beispiel bei Unregelmäßigkeiten sofort die Wasserzufuhr. Die Gorenje allerdings schaltet bei einem defekten Niveauschalter nicht automa­tisch ab – sie würde in diesem Fall einfach überlaufen. Nicht besser die Whirlpool: Bei einem undichten Laugenbehälter würde das Wasser ungehindert auslaufen. Gorenje hat angegeben, inzwischen die Maschinensoftware in puncto Wasserschutz geändert zu haben.

Eine Waschmaschine sollte aber nicht nur solide gebaut sein, sondern auch leicht zu bedienen. Und vor allem sollte sie natürlich gut waschen. Die Waschergebnisse der Maschinen liegen im Test recht nah beiein­ander: zwischen „gut“ und „befriedigend“. Die Unterschiede betragen meist weniger als eine halbe Note. Auch in der Handha­bung liegt das Feld dicht zusammen: mit Noten zwischen 1,8 und 2,5. Insgesamt sind alle „gut“ zu bedienen.

Mehr als 1 000 Euro für den Testsieger

Trotzdem gibt es auch diesmal einen Testsieger: Die Miele ist nicht nur solide gebaut, sie ist auch in Funktion und Handhabung am besten. Allerdings ist sie mit 1 020 Euro auch deutlich teurer als die Konkurrenz. Dafür wäscht und schleudert sie in allen getesteten Programmen „gut“. Das Wollprogramm funktioniert ebenfalls „gut“, und das Kurzprogramm ist mit 60 Minuten Dauer tatsächlich kurz. Einzig beim Spülen zeigt sie leichte Schwächen, spült bei 40 Grad nur im Kurzprogramm „gut“, Buntes und Pflegeleichtes dagegen mittelmäßig.

Wäsche mit Waschmittelrückständen

Mit Schwächen beim Spülen steht Miele aber nicht allein da. Im Gegenteil: Die meisten anderen haben noch größere Schwierigkeiten. Zwei von drei Maschinen im Test spülen bei 40 Grad Bunt nur „ausreichend“, die LG sogar „mangelhaft“. Spült die Maschine schlecht, können Rückstände von Waschpulver in der Wäsche bleiben.

Für Menschen mit empfindlicher Haut kann so das Risiko allergischer Reaktionen steigen. Unter Umständen kann schlecht gespülte Wäsche auch Infektionskeime übertragen (siehe „Hygiene“). Am auffälligsten sind Rückstände von Zeolithen, die als Wasserenthärter in pulverförmigen Waschmitteln eingesetzt werden. Sie sind auf dunkler Kleidung als weiße Flecken und Streifen zu sehen, lassen sich aber nach dem Trocknen meist abbürsten oder abwischen.

Alle mit Extraspülgang

Ein Grund für die schlechten Spülergebnisse ist der sehr sparsame Wasserverbrauch. Er schont zwar Ressourcen, strapaziert aber die Geduld, wenn die Wäsche nicht sauber ist. Immerhin: Alle Maschinen im Test bieten die Möglichkeit nachzuspülen, entweder mit einem zusätzlichen Spülgang innerhalb des Waschprogramms oder in Form eines separaten Spülprogramms. Das erhöht zwar wieder den Wasserverbrauch, dürfte aber die Spülwirkung verbessern.

Flüssige belasten Gewässer stärker

Manchmal hilft es auch, die Trommel nicht so voll zu packen, wenngleich dadurch die Energieeffizienz sinkt. Doch das ist immer noch besser, als ein Flüssigwaschmittel zu benutzen. Flüssige hinterlassen zwar keine Pulverrückstände, waschen aber schlechter und belasten die Gewässer stärker.

Alle Waschmaschinen im Test gehören zu den sparsamsten ihrer Art, sie haben also die Energieeffizienzklasse A. Grundsätzlich gilt: Je niedriger die Waschtempe­ratur, desto geringer der Stromverbrauch. Dem kommen auch die Waschmittelhersteller entgegen und bringen Mittel auf den Markt, die schon bei unter 20 Grad Celsius Sauberkeit versprechen.

Ein 20-Grad-Programm haben aber nicht alle Waschmaschinen im Test. Vermutlich wird die Branche in Zukunft mehr solcher Geräte anbieten. Allerdings gibt es da ein Problem: Bei niedrigen Temperaturen können Bakterien in der Waschlauge überle­ben (siehe „Hygiene“). Um einer Verkeimung vor­zu­beugen, sollte zwischendurch immer auch ein 60-Grad-Waschgang mit Vollwaschmittel auf dem Programm stehen.

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