Waschmaschinen Test

15 Frontlader im Test: Fast alle waschen gut und halten lange durch. Probleme bereiten die Bedienung und der Wasserschutz. Der ist gleich fünfmal „mangelhaft“.

Mitten in der Nacht wurde Roswitha E. von einem Rütteln an der Schulter geweckt. Als sie die Augen aufschlug, sah sie in das erstaunte Gesicht eines Feuerwehrmanns. „Sie schlafen aber fest“, sagte er nur noch. Das Bild, das sich ihr dann in Küche und Flur ihrer Wohnung bot, war verheerend: Das Wasser tropfte in großen Mengen von der Decke, die Feuerwehrmänner versuchten gerade, ein Loch hin­einzubohren. Grund für das Desaster: Der Zulaufschlauch einer Waschmaschine im obersten Stockwerk des Mietshauses war geplatzt. Seit Stunden lief Wasser aus. Niemand bemerkte es, weil alle ausgegangen waren oder schliefen, wie Roswitha E. und die Besitzerin der Waschmaschine. Erst als es in der Gaststätte im Erdgeschoss von der Decke tropfte, wurde die Feuerwehr alarmiert. Die versuchte nun zu retten, was noch zu retten war.

Trügerische Sicherheit

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Bei der AEG 72740 lässt sich die Fremdkörperfalle am besten in der Position „Stirn am Boden“ reinigen.

Große Schäden durch Waschmaschinen entstehen immer wieder. Die Maschinenhersteller sollten alles tun, um sie zu vermeiden. Doch weit gefehlt: Das Wasserschutzsystem der Maschinen Bosch WFO 2450, Quelle Privileg 6740, Siemens WXL 1250, Zanker 6250 und Zanussi FJE 1206 ist nicht ausreichend, was zu großen Wasserschäden führen könnte, wenn die Maschinen nicht beaufsichtigt werden. Besonders schlimm ist aber, dass die Maschinen außerdem eine Zeitvorwahl haben, teilweise bis zu 24 Stunden. Das gab den Ausschlag für ein „Mangelhaft“ für den „Schutz vor Wasserschäden“. Mit der Zeitvorwahl wiegt der Hersteller den Käufer in trügerischer Sicherheit: Er lässt ihn glauben, er könne weggehen, obwohl kein umfassender Schutz gegen Wasserschäden besteht.

Wer versichert ist, kann zwar oft mit einem finanziellen Ausgleich rechnen. Aber auch hier gibt es Probleme, vor allem wenn man längere Zeit weg war. Und Geld kann den Ärger nicht aufwiegen. Besser sind in dieser Hinsicht Maschinen mit einem „Gut“ für den Schutz gegen Wasserschäden. Zwar sollte auch eine solche Maschine nicht unbeaufsichtigt betrieben werden. Wenn es aber doch einmal nicht anders geht – vielleicht für die schon vor Gericht akzeptierten zwei bis drei Stunden – liegt der Benutzer mit einer „gut“ geschützten Maschine eher auf der sicheren Seite. Tipp für Besitzer von alten Waschmaschinen: Für rund 30 Euro können Sie einen doppelwandigen Zulaufschlauch mit Wasserstopp-Ventil nachkaufen. So kann zumindest ein geplatzter Zulaufschlauch keinen Schaden anrichten. Ansonsten ist das Schließen des Absperrventils am Programmende ein absolutes Muss.

Drei mit der besten Funktion

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Leichter zugänglich ist das Flusensieb der Zanker.

Beim Waschen, Spülen, Schleudern, sprich der Funktion, schnitt die AEG 84740 update am besten ab, dicht gefolgt von Quelle Privileg 7420 und AEG 72740 update. Gewaschen haben wir im 40-Grad-Programm für Buntwäsche und Pflegeleichtes, weil immer mehr Verbraucher diese Temperatur wählen und das auch aus Umweltsicht empfehlenswert ist. Auch die Pflegekennzeichen in Textilien empfehlen meist eine niedrige Temperatur. Sauber wird die Wäsche auch: Fast alle Maschinen im Test bekamen für die Funktion ein „Gut“ , die AEG 84740 sogar ein „Sehr gut“. Schlechter war nur die Brandt. Beim Spülen waren jedoch einige Maschinen schlechter. „Gut“ waren hier nur die Quelle 7420, die AEG 72740, die Miele und die Zanker.

Wie lange das Programm dauert, haben wir nicht bewertet. Der Grund: Einige Frontlader, wie die AEG-Maschinen, haben auch Tasten zur Verkürzung des Programms bei gleichzeitig intensiver Waschmechanik und leichter Erhöhung der Temperatur. Es wäre nicht gerecht, eine lange Dauer im Standardprogramm anzukreiden, denn es geht ja auch schneller. Damit die Programme vergleichbar bleiben, haben wir die Waschleistung in der Standarddauer geprüft, die Zeit aber nicht bewertet, sondern nur in der Tabelle angegeben.

Bedienen nicht leicht gemacht

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Bauknecht WAP: Der Motor ging gegen Ende der Dauerprüfung kaputt. Das Foto zeigt zerkratzte Lamellen.

Die Gebrauchsanleitungen sind zwar in der Regel gut und verständlich geschrieben, aber wer hat sie schon immer zur Hand? Schlecht ist es deshalb, wenn die Bedienelemente zum Einstellen des Programms nicht eindeutig oder schlecht zu finden sind. So ist zum Beispiel bei beiden Bauknecht-Maschinen der Ein-Aus-Schalter kaum erkennbar und ob die grünen Leuchten an der Blende zu sehen sind, hängt vom Umgebungslicht ab. Bei der Whirlpool sind die Programme mit Buchstaben und Zahlen verschlüsselt. Man kann nicht einfach auf „60 Grad für Pflegeleichtes“ drehen, sondern muss erst auf der Beschriftung an der Blende suchen, welche Zahl oder welcher Buchstabe eingestellt werden muss.

Das Flusensieb zu reinigen oder die Fremdkörperfalle (die nur große Stücke auffängt) zu warten, ist oft eine unangenehme Arbeit. Bei den AEG-Maschinen und der Quelle/Privileg 7420 ist das nur in der Position „Stirn am Boden“ zu bewerkstelligen. Bei der Brandt klappt die Notentleerung nur über die Fremdkörperfalle. Dabei kann Wasser auf den Boden laufen. Flusensiebe haben nur Quelle/Privileg 6740, Zanker und Zanussi. Die sind noch unangenehmer zu reinigen als Fremdkörperfallen. Negativ haben wir das aber nicht bewertet, denn wenn die Flusen nicht im Sieb bleiben, gelangen sie ins Abwasser und können den Siphon verstopfen – und den zu reinigen, ist auch kein Spaß.

Bei der Brandt ist der Griff des Waschmittelfachs klein, scharfkantig und hat spitze Ecken an der Blende. Die Kennzeichnung erklärt sich außerdem nicht selbst. Auch beim Be- und Entladen schnitt sie am schlechtesten ab: Die Trommel ist etwas klein und die Tür hat keinen Griff, sondern muss über einen Knopf oben am Gerät geöffnet werden.

Elf Jahre halten fast alle durch

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AEG 84740: Eine durchgeschmorte Anschlussklemme.

Unsere Dauerprüfung simuliert einen Nutzungszeitraum von elf Jahren mit drei bis vier Wäschen pro Woche – also das, was bei einer durchschnittlichen Familie normal ist. Die meisten Maschinen überstanden sie ohne oder mit nur kleineren Macken, etwa gelegentlichen Programm-störungen. Nur an drei Maschinen traten Schäden auf: Bei der Bauknecht WAP 8788 ging an einer von drei Maschinen der Motor nach etwa neun Jahren kaputt, bei der AEG Öko-Lavamat 84740 update schmorte an einer Maschine nach etwa fünf Jahren die elektrische Anschlussklemme des Türschlosses durch und bei zwei von drei Brandt-Geräten brach der Füllstandsregulierer ab – und landete in der Fremdkörperfalle. Weil die Schäden aber nicht an allen drei Maschinen und eher spät auftraten, vergaben wir noch ein „Befriedigend“.

Zu laut beim Schleudern

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Brandt: Kunststoffscherben vom Füllstandsregulierer.

Im Prüfpunkt Umwelteigenschaften, also Verbrauchswerten und Geräuschen, bildete die Whirlpool das Schlusslicht. Viele andere Maschinen waren hier deutlich besser. Die Brandt war bei den Umwelteigenschaften nur befriedigend, weil sie sehr laut schleudert. Überhaupt haben die Hersteller offenbar Mühe, die Geräusche beim Schleudern zu vermindern, nur wenige Maschinen sind hier gut. Dazu gehört die Miele W433, die zudem wenig Strom und Wasser verbraucht. Für die Umwelteigenschaften bekam sie deshalb die besten Noten.

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