Waschmaschinen Test

Mit manchen Frontladern riskiert man nur eine feuchte Bude, beim Bauknecht-Gerät den Totalausfall.

Nur ausnahmsweise berichten wir vorab über einzelne Prüfergebnisse. Bei diesem Test war es nötig. Bereits Mitte Juli informierten wir Gewerbeaufsicht und Hersteller und warnten auf unseren Internetseiten vor einem gefährlichen Defekt bei der Bauknecht-Waschmaschine WAK 8788. Im Dauertest mit 1 840 Waschgängen zeigten alle drei geprüften Geräte dieses Typs einen unter unglücklichen Umständen lebensgefährlichen Fehler: Die Waschtrommel scheuerte beim Drehen an den Heizstäben und rieb sie langsam, aber sicher durch. Nach rund 640 Waschgängen lagen bei der ersten Maschine Strom führende Leitungen blank. Bei der zweiten Maschine dauerte es rund 800 Waschgänge, bis die Heizstäbe so weit durch waren, dass stromführende Leitungen Kontakt mit der Waschlauge bekamen und außerdem der Motor abgebrochen am Boden lag. Am dritten Gerät war der Heizstab nach 1 100 Durchläufen „ange­knabbert“.

Gehäuse unter Spannung?

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Da geht nichts mehr: durchgescheuerter Heizstab ...

Normalerweise fliegt bei einem solchen Defekt die Sicherung oder der hoffentlich installierte FI-Schutzschalter raus und die Maschine bleibt einfach mitten im Programm stehen. In Wohnungen und Häusern mit alten Leitungen und Steckdosen ohne einwandfreie Erdung sowie ohne Schutzschalter kann der Kurzschluss aber tragische Folgen haben. Womöglich stehen dann Teile des Waschmaschinengehäuses unter Strom. Beim Berühren der Maschine etwa an der unlackierten Rückwand droht ein Stromschlag. Deshalb war sofortiges Handeln notwendig.

Geräte werden umgetauscht

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und abgebrochener Motor bei Bauknecht.

Bauknecht hat inzwischen mit einer in Zeitungsanzeigen angekündigten Umtauschaktion reagiert. Über die kostenlose Servicenummer 0 800/8 52 08 53 sollen sich die Käufer der Bauknecht WAK 8788 melden. Das Gerät wird überprüft und eventuell kostenlos gegen ein gleichwertiges Modell ausgetauscht. Betroffen sind laut Bauknecht nicht nur Geräte vom Typ WAK 8788, sondern auch ähnliche Modelle, die seit Juni 2004 im Handel sind mit den Typbezeichnungen Bauknecht WAP 9788, WAK 6751 und WAK 1400 EX/6, Bauknecht Excellence WA 1400/6 und Excellence WA 1400/6 S.

Auf Dauer unzuverlässig

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Auch das passierte im Dauertest: Motorschaden durch abgeriebene Kohlebürsten (Blomberg) ...

Die durchgescheuerte Isolierung mussten wir mit einem „Mangelhaft“ bei der Dauerprüfung bewerten. Nicht ganz so spektakulär waren Mängel, die bei der Lebensdauerprüfung weitere zwei von insgesamt zwölf Modellen im Test lahm legten. Bei Ariston AVD 149 mussten Kontakte und der Temperaturfühler erneuert werden, bei Blomberg WAF 1340 A der Schlauch für den Wasserzulauf und die Kohlebürsten. Da diese Probleme aber entweder zu reparieren waren oder erst gegen Ende der Dauerprüfung passierten, nannten wir das noch „ausreichend“.

Diese wenig schmeichelhaften Urteile ärgern besonders bei den Waschmaschinen von Bauknecht und Blomberg. Für rund 600 Euro waschen und spülen sie nämlich ganz ordentlich, lassen sich einfach bedienen und sind rundum geschützt vor Überschwemmungen.

Die „Kellerkinder“

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und Bruch am Heizstabkontakt (Ariston).

Was man vom Ariston-Modell nicht behaupten kann. Genauso wie bei den Maschinen von Candy, LG und Whirlpool sind hier manche „Sicherungen“ vor Wasserschäden ausgespart (siehe „Wasserschutz“). Solange die Geräte brav ihren Dienst tun – weder ein Leck im Gehäuse auftritt noch zum Beispiel der Niveauschalter versagt, ist das auch alles kein Problem. Selbst in der Waschküche oder im Keller mit Abfluss schaden Leckagen in erster Linie der Wasserrechnung. Wer aber in der Etagenwohnung womöglich noch mit feuchtempfindlichem Parkettboden wohnt, sollte zur eigenen Sicherheit und aus Rücksicht auf die unteren Nachbarn eine Maschine mit optimalem Schutz kaufen. Das sind die Geräte, die in der Wassersicherheit „sehr gut“ sind. Aber: Installieren Sie den Ablaufschlauch unbedingt am Siphon. Hängen Sie ihn nicht einfach über den Badewannenrand oder ins Waschbecken. Denn falls er abrutscht, läuft auch bei diesen Maschinen mindestens das Wasser des gerade laufenden Programms aus.

Wirrwarr der Programme

Die zwölf Testgeräte mit ihren 1 400 Schleudertouren bieten eine große Palette verschiedener Programme, von der klassischen Buntwäsche bis hin zu Kurz-, Schnell- und Schonprogrammen. Leider heißen sie nicht bei allen gleich. Ein Beispiel: Will der Benutzer bei der Siemens WXL 1442 und dem baugleichen Bosch-Modell normal schmutzige Baumwollhemden waschen, muss er ein Buntprogramm einstellen und zusätzlich die Intensivtaste drücken. Bei der Whirlpool AWM 6141 reicht dafür die herkömmliche Buntwäsche aus. Die Intensivtaste ist hier nur für besonders schmutzige Teile gedacht. Das verwirrt. Da hilft nur, in der Gebrauchsanleitung zu studieren, welches Programm der Hersteller für welche Verschmutzungen und Stoffarten vorgesehen hat. Viele Maschinen bieten inzwischen auch Mixprogramme an, in denen robuste Baumwollwäsche und empfindliche Synthetiks gemeinsam gewaschen werden können.

Wir haben uns im Test aber auf die Standardprogramme konzentriert und Buntwäsche, Pflegeleichtes und leicht Verschmutztes (Kurzprogramm) bei 40 Grad gewaschen. Meistens wurde die Wäsche schön sauber. Ruß, Öl, Blut, Kakao, Fett und Rotwein gingen gut heraus. Die Candy-Maschine schwächelte etwas im Kurzprogramm, das Modell von LG bei Pflegeleichtem. Die beiden spülen außerdem am schlechtesten im normalen 40-Grad-Buntprogramm. 41 Liter Wasser für fünf Kilo Wäsche beziehungsweise 44 Liter für sieben Kilo reichen bei ihnen offenbar nicht aus, um Waschmittelrückstände ordentlich zu entfernen. Andere Maschinen geizen weniger mit dem kühlen Nass. Meistens wird die Wäsche dann auch besser ausgespült. Das gilt auch für pflegeleichte Textilien und Teile aus dem Kurzprogramm, weil hier meist weniger Wäsche (halbe Beladung) mit weniger Waschmittel von nahezu der gleichen Wassermenge umspült wird.

Wenn die Maschine schlecht spült, bleiben manchmal besonders auf dunklen Textilien hässliche weiße Streifen oder Flecken zurück. Dagegen hilft ein Extraspülgang oder weniger Wäsche pro Waschgang. Ob Waschmittelrückstände in der Kleidung Hautkrankheiten begünstigen, ist übrigens wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt.

Stand-by frisst Strom

Bis auf Miele W 2241 und Whirlpool AWM 6141 lassen sich alle Maschinen zeitverzögert starten. Praktisch, wenn die Wäsche gleich morgens fertig sein soll oder abends nach der Arbeit. Das verbraucht zwischen knapp zwei und sieben Watt. Auch wenn das Programm fertig, das Gerät aber noch eingeschaltet ist, ziehen alle Strom. Beides leuchtet ein. Die Modelle sind aber auch im ausgeschalteten Zustand nicht wirklich aus – zum Beispiel wegen eingebauter Uhren. Candy CBD 145 und LG WD 14223 ziehen dann rund zwei Watt aus dem Netz, Ariston AVD 149 sogar dreieinhalb. Besonders umweltschonend ist das nicht.

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