Waschmaschinen Test

Es ist sehr eng geworden auf dem Gipfel der Qualität: Bei der Bewertung der wichtigsten Eigenschaften entscheiden Unterschiede hinter dem Komma über die Rangfolge.

Das Rennen um die vordersten Tabellenplätze machen in diesem Test Miele und die Bosch-Siemens-Familie unter sich aus. Doch der Zieleinlauf ist eng. Die Waschmaschinen auf dem ersten Platz sind im Qualitätsurteil mit der Note 1,8 nur um eine Stelle hinter dem Komma besser als die beiden folgenden Geräte mit der Note 1,9. Anders sieht es bei den Preisen an der Spitze aus, denn da gibt es große Distanzen: Sie reichen von 665 Euro für die Siemens WXL 1440 mit der Note 1,9 bis zu stolzen 1 240 Euro für die Miele W 435 Plus WPS mit der Note 1,8.

Miele holt sich das einzige „Sehr gut“ im Test für die Handhabung (samt Reinigung und Wartung) und mit 1,2 die beste Note für die Wassersicherheit. Die Miele und die teure Siemens WIQ 1430 bringen es in den Hauptwaschgängen auf den niedrigsten Geräuschpegel, wobei die Siemens ihre Rivalin noch geringfügig in den Umwelteigenschaften übertrumpft.

Aber es gibt noch fünf mit „gut“ bewertete, billigere Maschinen. Darunter sind sogar zwei, die die Spitzenreiter Miele und Siemens in der Funktion, das heißt beim Waschen, Spülen und Schleudern, knapp schlagen: Quelle/Privileg Dynamic 6814 und Bauknecht WAE 8778/1. Und ganz dicht dahinter liegt in der Funktionsprüfung die AEG Öko-Lavamat 74750. Bauknecht hat sich in diesem Test trotz eines „Gut“ in der Funktion mit einem Patzer in der Dauerprüfung („befriedigend“) um einen Platz unter den ersten drei Maschinen gebracht. Damit hängt innerhalb der Gruppe aller „Guten“ eine Kaufentscheidung nicht mehr nur von Details ab, sondern auch vom Preis.

Hersteller teurer Maschinen verweisen allerdings energisch auf ihre ausgeklügelte Programm- und Steuerungstechnik oder auf die hohe Material- und Fertigungsqualität ihrer Produkte. Bosch-Siemens und Miele garantieren das Funktionieren des Wasserschutzes für die Lebensdauer eines Geräts. Und wenn man sich die Mängel anschaut, die billigeren Maschinen schlechtere Noten vor allem in der Dauerprüfung und im Wasserschutz beschert haben, dann ist dieses Argument wohl nicht von der Hand zu weisen.

Details für den Alltag

Waschmaschinen Test

Dachschaden: Bei zwei Whirlpool AWM 5140 lösten sich durch Vibrationen die nur angeklebten Deckel der Gehäuse.

Details, die kaum kaufentscheidend, aber im Alltag doch wichtig sein können:

Bedienung: Die beiden Spitzengeräte wetteifern auch um die beste Ergonomie der Bedienungselemente. Miele setzt auf den bewährten „Einknopfprogrammwähler“, die Siemens WIQ 1430 wird über ein Display gesteuert. Die Prüfer bewerteten Anordnung, Logik und Einprägsamkeit beider Systeme gleich positiv. Die Kennzeichnung der Programme fanden sie beim Miele-Modell besser gelöst, dagegen fiel die Programmierung über das Siemens-Display leichter.

Programmschaltwerke übernehmen weitgehend die Temperaturwahl: Nur die Siemens WIQ 1430 und die Modelle von Bauknecht, LG und Whirlpool haben einen gesonderten Temperaturwähler. Mit Kindersicherungen sind die Maschinen von AEG, Bauknecht, LG, Miele und die Siemens WIQ 1430 ausgestattet. Eine Besonderheit für Vergessliche bieten AEG, Bauknecht, Bosch, Miele, Quelle und die beiden Siemens-Geräte: Kurze Zeit nach dem Start können noch Wäschestücke nachgelegt werden.

Wartung: Das oft mühsam zu reinigende Flusensieb fand sich in diesem Test noch bei den Modellen von Foron, Hoover und LG. Bei allen anderen Maschinen landen Knöpfe oder Münzen inzwischen in Fremdkörperfallen, die nur in größeren Abständen entleert und gesäubert werden müssen. Bei den AEG- und Quelle-Modellen liegen allerdings diese Fremdkörperfallen sehr tief.

Die Wassersicherheit

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Totalschaden: Bei zwei Prüfmodellen der Foron WF 1596 A brachen in der Dauerprüfung die Halterungen des Motors.

Dass Überschwemmungen durch geplatzte Zulaufschläuche oder Defekte im Innern der Maschine vermeidbar sind, beweisen die sieben guten Geräte im Test. Die Spitzennote erreichte Miele: Ein doppelwandiger Aquastopp-Schlauch mit zwei Elektroventilen und ein weiteres Ventil am Waschmittelkasten kontrollieren sich gegenseitig und sorgen für Sicherheit beim Zulauf. Zusätzlich löst ein Schalter den Aquastopp aus, wenn sich in der Bodenwanne Wasser sammelt.

Die Macken der Billigsten

Waschmaschinen Test

Kabelschaden: Ein durchgeschmorter Kontakt in einer Hoover H130 E verursachte einen Schaden in der Elektronik.

Es könnte verlockend sein, sich für 415 Euro die billigste Waschmaschine des Tests hinzustellen: Die Whirlpool bringt es in der Funktion auf ein „Gut“ (Note 2,4) und insgesamt auf ein befriedigendes Qualitätsurteil ohne ein einziges „Mangelhaft“ in den Unterurteilen. Auch nach den Dauerprüfungen, die immerhin rund zehn Jahre Lebensdauer in einem Mehrpersonenhaushalt simulieren, waren alle drei Prüflinge trotz einiger Probleme noch funktionstüchtig.

Aber zwei Maschinen nervten bereits im simulierten ersten Betriebsjahr durch starke Vibrationen, knarrende und pfeifende Geräusche beim Schleudern und in einigen Waschprogrammen. Die dritte Maschine ließ sich damit bis zum dritten Jahr Zeit. Später bemerkten die Prüfer, dass sich die nicht verschraubten, sondern nur angeklebten Gehäuseabdeckungen langsam selbstständig gemacht hatten. Aber Whirlpool hat offensichtlich nicht nur an ein paar soliden Schrauben gespart. Denn ein einfacher ungeprüfter Zulaufschlauch mit einer schwachen Kunststoffmutter und ein fehlender Überlaufschutz gegen Undichtigkeiten in der Maschine beeinträchtigen die Wassersicherheit.

Diese Sparsamkeit an falscher Stelle wirkt sich bei den anderen billigeren Maschinen ähnlich aus: Hoover, Candy und Foron bieten keinen gesonderten Schutz gegen Überschwemmungen. Die teurere LG-Maschine hat zwar einen doppelwandigen Schlauch mit mechanischem Aquastopp und stabilem Metallanschluss, aber keinen Schutz für Schäden im Inneren: Das Wasser kann ungehindert aus dem Gehäuseboden laufen. Außerdem ist die LG die einzige Maschine im Test ohne separaten Schleudergang. Mit einem „Mangelhaft“ in der Dauerprüfung und in der Wassersicherheit konnte für die Foron WF 1596 A auch das Gesamturteil nur „Mangelhaft“ lauten: In den ersten fünf simulierten Betriebsjahren verschmorten bei allen drei Prüfmodellen die Heizungskontakte. Bei zwei Maschinen brachen im fünften beziehungsweise siebten Betriebsjahr die Metalllaschen der Motorbefestigung.

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