Waschmaschinen Test

Weniger Schleuderleistung bedeutet nicht auto­matisch weniger Qualität. Fünf Front- und drei Toplader mit 1 200 Touren schnitten „gut“ ab. Auch positiv: Die Anbieter setzen sich verstärkt für ihre Mitarbeiter und die Umwelt ein.

Bekanntlich sitzt bei vielen Leuten das Geld nicht mehr so locker wie früher – auch nicht beim Kauf einer neuen Waschmaschine. Zum Leidwesen von Handel und Industrie greifen in letzter Zeit immer mehr Kunden zu preisgünstigen Geräten. So geben rund 80 Prozent aller Käufer weniger als 600 Euro aus. Das wundert nicht. Fällt die alte Waschmaschine aus, bleibt keine Zeit zum Sparen auf die Neue.

Also darf es auch gern ein billigeres Angebot mit vergleichsweise niedriger Schleuderleistung sein. Sofern die Wäsche anschließend im Freien oder auf dem Trockenboden und nicht im stromfressenden Trockner trocknet, spricht nichts dagegen. Immerhin fünf von zehn getesteten Frontladern mit 1 200 Schleudertouren bieten eine „gute“ Qualität, und das schon zu Preisen zwischen 520 Euro und 600 Euro. Die Modelle von Bosch, Siemens, Otto/hanseatic, Electrolux (aber nicht AEG-Electrolux Lavamat 72850, siehe unten) und Quelle/Privileg waschen und spülen genauso gut wie die oft teureren hochtourigeren Geräte. Außerdem sind sie meist ebenso genügsam im Strom- und Wasserverbrauch, haltbar und zuverlässig. Weiteres Plus: Sie bieten auch moderne Wasserschutzsysteme, um Überschwemmungen zu verhindern.

Übrigens: Waschmaschinen mit noch weniger Trommelumdrehungen (800 oder 1 000 Schleudertouren) spielen bei uns praktisch keine Rolle mehr. Miele baut Frontlader für Deutschland sogar erst ab 1 400 Umdrehungen und ist deshalb hier nur mit einem Toplader vertreten.

Mit der Zeit undicht: AEG-Electrolux

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Die Waschmittelschublade sollte regelmäßig saubergemacht werden, damit sich keine Reste festsetzen und sich kein Schimmel bilden kann.

Während die eine Hälfte der Bullaugen-Maschinen mit „guter“ Leistung überzeugte, zeigte die andere Hälfte Schwächen in der Haltbarkeit oder beim Wasserschutz. Die Modelle von Bauknecht, Blomberg, Gorenje und Whirlpool kamen deshalb abschließend nur auf ein „Befriedigend“.

Der Lavamat 72850 von AEG-Electrolux landete sogar abgeschlagen auf dem letzten Platz („ausreichend“). Im Dauerlauf litt er sozusagen an Inkontinenz. Bei allen drei geprüften Geräten gleichen Typs wurde nach simulierten rund sieben Jahren der Laugenbehälter undicht. Mit der Zeit hatte sich ein Spalt im Bottich gebildet, aus dem Waschlauge austrat. Das war das Aus. In der Praxis ist dann nämlich eine neue Waschmaschine fällig. Der Austausch des Bottichs wäre viel zu kompliziert und für ein Modell dieses Alters auch viel zu teuer.

Die Aussetzer an der Elektronik bei einzelnen Modellen von Bauknecht und Blomberg lassen sich hingegen reparieren und wurden deshalb weniger hart bestraft („befriedigend“ in der Dauerprüfung).

Toplader: Sparsam und zuverlässig

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Für eine Maschine, die von oben bestückt wird, muss man fast immer tiefer in die Tasche greifen als für ein Gerät mit Bullauge. Toplader sind schmaler, konstruktiv aufwendiger und deshalb in der gleichen Schleuderklasse teurer. Gleichwohl sind sie oft die einzige Alternative zum Waschsalon, wenn in kleinen Wohnungen Stellfläche rar ist und nur eine 40 oder 45 Zentimeter breite Nische zur Verfügung steht.

Qualitativ muss der Verbraucher keine Abstriche befürchten, jedenfalls nicht bei den von uns geprüften Markengeräten von AEG-Electrolux , Miele und Quelle. Die fälligen 700 bis 1 030 Euro für die Maschinen sind „gut“ angelegt. Sie bieten mit Zeitvorwahl und Restlaufanzeige (außer bei der Miele W 604 WPM), Spülstopp, Extraspülgang sowie diversen Waschgängen inklusive Spar- und Kurzprogramm alles, was eine zeitgemäße Waschmaschine haben sollte. Vor allem: Sie sind genauso haltbar, sicher und effizient wie ihre breiten „Schwestern“. Auch im Wasser- und Stromverbrauch liegen sie meist auf dem gleichen niedrigen Level wie die Frontlader.

„Kellerkinder“: Gorenje und Whirlpool

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Steht die Waschmaschine in der Etagenwohnung, ist Rundumschutz vor Wasserschäden Pflicht. Die meisten Modelle sichern alle möglichen Risiken ab, wie zum Beispiel einen undichten Wasserzulaufschlauch, defekte Ventile und Schalter oder einen undichten Bottich. Bei den billigen Maschinen ist das nicht selbstverständlich. Gorenje WA 62125 und Whirlpool AWO 6125, beide schon ab 350 Euro zu haben, ersparen sich die sonst übliche Bodenwanne mit Warnmelder. Wird hier der Laugenbehälter undicht, weil zum Beispiel Gummidichtungen oder Schläuche porös werden, sprudelt alles Wasser aus der Maschine heraus. Im Keller oder in der Waschküche mit Bodenabfluss wird dann schlimmstenfalls der Fußboden ruiniert und die Wasseruhr malträtiert. Im nachbarlichen Übereinander einer Wohnanlage sind die Folgen dramatischer und kostspieliger, wenn die Haftpflichtversicherung nicht zahlt. Deshalb eignen sich diese Modelle am ehesten für das Kellergeschoss, zumal die Whirlpool AWO 6125 „gut“, aber störend laut wäscht.

60 Grad kosten 30 bis 50 Cent

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Schon im Geschäft kann man erkennen, ob einem die Bedienelemente und Anzeigen der Blende zusagen.

Das Energielabel aller Prüfkandidaten ziert ein großes A für die Energieeffizienz und die Waschleistung. Die Geräte gehören zu den besten ihrer Klasse. Im Labelprogramm bei 60 Grad Celsius begnügen sie sich mit rund 40 bis 50 Liter Wasser und 0,75 bis 1,2 Kilowattstunden Strom. Das kostet rund 30 Cent bis etwa 50 Cent in der großen Bauknecht-Trommel mit siebeneinhalb Kilogramm (bei 0,20 Euro pro Kilowattstunde Strom und 3,85 Euro für einen Kubikmeter Wasser inklusive Abwasser).

Bei uns mussten die Maschinen nur bei 40 Grad waschen, schließlich gelten Programme mit niedrigen Temperaturen als besonders sparsam. Grundsätzlich stimmt das auch, jedenfalls bei der klassischen 40-Grad-Buntwäsche. Alle Modelle im Test senken dabei den Stromverbrauch, weil die Waschlauge nicht mehr so stark erhitzt werden muss. Das schont die Umwelt und die Stromrechnung. Erhöht wird hingegen die Wassermenge, normalerweise nur um wenige Liter auf rund 50 bis 60 Liter. Beim Toplader von Quelle – dem Extremfall – fließen üppige 17 Liter Wasser mehr durch die Trommel. Das ist zwar viel, kommt aber dem Spülen zugute. Es ist in allen Programmen „befriedigend“ und damit besser als bei vielen anderen Maschinen.

Das hilft gegen weiße Streifen

Schlechtes Spülen ärgert besonders auf dunkler Kleidung, wenn Waschmittel­rückstände weiße Streifen oder Flecken hinterlassen. Das sind Zeolithe, die als Wasserenthärter in pulverförmigen Waschmitteln zum Einsatz kommen und vom Spülwasser nicht ausreichend abtransportiert werden. Meist lassen sie sich nach dem Trocknen ausbürsten, ausklopfen oder feucht abwischen. Manchmal hilft es auch, die Trommel ausnahmsweise nicht ganz so voll zu packen. Oder man gönnt der Wäsche einen Extraspülgang. Das verteuert natürlich das Waschen wegen des höheren Wasserverbrauchs und sollte nur ein Notbehelf sein. Aber es ist immer noch besser, als ein Flüssigwaschmittel ohne feste Enthärter zu benutzen. Flüssige waschen nämlich schlechter als Pulver und belasten die Gewässer stärker. Bei stetig steigenden Strom- und Wasserpreisen sind optimierte Programme gefragt, die der Umwelt genauso gerecht werden wie dem Geldbeutel.

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