Interview: Waschmittel selten ein Problem

Waschmaschinen Test

Prof. Torsten Zuberbier, Dermatologe und Allergologe, leitet das Allergie-Centrum-Charité in Berlin.

Macht schlechter gespülte Wäsche die Haut krank?

Bei uns sind in den letzten zwei Jahren bei Patienten keinerlei Reaktionen auf Waschmittelrückstände aufgetreten. Das heißt aber nicht, dass sie nicht vorkommen können. Wird die Wäsche zum Beispiel nicht ordentlich gespült, weil etwa die Maschine zu vollgepackt wurde, dann ist die Konzentration des Waschmittels unvorhergesehen hoch. Dadurch steigt das Risiko von Kontakt­allergien und Hautreizungen bei Personen mit empfindlicher Haut.

Welche Reaktionen sind möglich?

Als Erstes treten Rötungen auf, Juckreiz und eine Schuppung der Haut an den direkten Kontaktstellen, zum Beispiel im Bereich der Socken oder an den Gummizügen der Unterwäsche.

Was können Betroffene tun?

Sie sollten unbedingt zum Hautarzt gehen, der einen Pflastertest auf dem Rücken (Epikutantestung) durchführen kann. Dafür sollte man das verwendete Waschmittel mitbringen, damit es in der Originalform getestet werden kann.

Und wenn der Test nichts zeigt?

Die meisten Hautprobleme treten nicht durch die Waschmittel selbst auf, sondern durch zu raue Textilien, die quasi auf der Haut schmirgeln. Deshalb sollten Menschen mit empfindlicher Haut und Neurodermitis ihre Wäsche weichspülen. Eine weitere Ursache sind Kleiderfarben, besonders bei preiswerten Textilien aus dem Ausland. So ist bei Stoffen, die sichtbar Farbreste abgeben, Vorsicht angebracht. Am besten Neues erst gründlich durchwaschen.

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