Waschmaschinen Test

„Gut“ bis „mangelhaft“ heißt es für die Modelle mit 1200 Schleudertouren.

Rund 37 Millionen Waschautomaten bewältigen in Deutschland Tag für Tag riesige Wäscheberge. Markt­sättigung: 95 Prozent. Die Branche lebt vor allem vom Ersatzbedarf. Ist eine neue Maschine fällig, entscheidet sich etwa jeder zweite Kunde für ein Modell mit 1 400 Schleudertouren pro Minute (siehe auch 9/05 Test Waschmaschinen), 16 Prozent wählen sogar 1 600 oder mehr. Richtig so, wenn die Textilien im stromfressenden Trockner landen.

Doch wer Hemden, Hosen und Handtücher auf die Leine hängt, kann getrost zu günstigeren Modellen mit 1 200 Schleudertouren greifen. Der Test von 13 Front- und 3 Topladern zeigt: Viele waschen und spülen genauso gut wie hochtourigere Maschinen, lassen sich leicht bedienen und schützen auch vor Überschwemmungen. Immerhin elf Modelle zu Preisen zwischen 500 und rund 970 Euro erreichten das test-Qualitätsurteil „gut“.

Der Test zeigt aber auch: Mit dem Preis sinkt die Qualität. Unter 500 Euro gibt es bestenfalls Mittelmaß, häufig noch nicht einmal das. Gespart wird vor allem an wichtigen Wasserschutzeinrichtungen und an der Haltbarkeit. Fünf Maschinen (Whirl­pool, LG, EBD, Indesit und Samsung) mussten deshalb am Ende kräftige Punktabzüge in Kauf nehmen.

„Mangelhaft“ für Samsung

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Besonders arg traf es Samsung B-1245 AV. Sie wäscht nicht nur mittelmäßig, sondern versagte auch in der Dauerprüfung: Die Waschtrommel riss. Das kündigte sich durch lautes Klopfen beim Schleudern an, ging mit der Zeit in ein starkes Rumpeln über. Nach rund sechs Jahren im Zeitraffer das Aus: Die Trommel hätte komplett ersetzt werden müssen. Ein Austausch wäre aber sehr teuer. Endurteil daher: „mangelhaft“. Da erübrigt sich dann auch die neue Silver-Wash-Techno­logie in dieser Maschine von Samsung. Auf Knopfdruck gibt sie in einigen Programmen Silberionen ab, um die Wäsche keimfrei zu machen. Hygiene­experte Professor Franz Daschner hält davon ohnehin nichts. Seine Einschätzung: „Völlig überflüssig“ (siehe Interview).

Monate für ein Ersatzteil

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Durchgeschmort: Das Elektronikmodul der EBD WA 3112 musste ersetzt werden.

Ebenfalls gravierend sind die „Aussetzer“ der Geräte von EBD und Indesit. Bei EBD schmorten Kontakte am Elektronikmodul durch, bei Indesit lockerten sich die Befestigungsschrauben an den Trägheitsge­wichten. All das lohnt sich zu reparieren. Deshalb gab es dafür noch ein „Ausreichend“. Ärgerlich und für den Kunden unzumutbar ist allerdings, dass die Firma EFS – Anbieter des EBD-Geräts – mehr als zwei Monate brauchte, um uns ein rund 100 Euro teures Ersatzmodul zu liefern.

Ab in den Keller mit ihnen

Die drei „Sorgenkinder“ aus der Dauerprüfung (Samsung, EBD und Indesit) haben aber noch ein anderes Problem, das sie mit Whirlpool AWO 6121 und LG WD-12170ND teilen. Ihre „Sicherungen“ vor Wasserschäden decken nicht alle möglichen Risiken ab, wie zum Beispiel einen undichten Wasserzulauf, defekten Niveauschalter, undichten Bottich oder ein versagendes Magnetventil. Deshalb stehen diese Maschinen am sichersten im Keller oder in einer Waschküche, wo eine auslaufende Flut schlimmstenfalls die Wasseruhr traktieren kann.

Für die Etagenwohnung sind sie nicht zu empfehlen. Hier ist Rundum­schutz vor Wasserschäden Pflicht, will man nasse Füße, Streit mit Nachbarn und Ärger mit der Versicherung vermeiden. Das gelingt mit Geräten, die beim Schutz vor Wasserschäden „gut“ oder gar „sehr gut“ sind. Aber nur dann, wenn der Ablaufschlauch fest an den Siphon montiert wird.

Toplader teuer und gut

Wie bereits erwähnt, müssen sich die 1 200er Maschinen beim Waschen nicht hinter den – in der Regel teureren – Hochtourern verstecken. In den geprüften 40-Grad-Programmen Normal, Pflegeleicht und Kurz wurde die Wäsche meist fleckenlos sauber. Spitzenreiter beim Waschen sind der Quelle-Frontlader und der Toplader von Miele, Letzterer mit 970 Euro am teuersten. Frontlader mit 1 200 Umdrehungen bietet Miele übrigens in Deutschland gar nicht an.

Toplader sind generell teurer als Waschmaschinen mit Bullauge, im jeweiligen Segment, versteht sich. Kein Wunder, dass nur etwa jeder zehnte Kunde danach verlangt. Doch wer in Bad oder Küche nur eine 40 oder 45 Zentimeter breite Lücke für die Waschmaschine hat, dem bleibt keine Wahl. Und das muss keine schlechte sein, wenn man zu Markengeräten greift. Die drei Toplader von AEG, Miele und Quelle sind jedenfalls qualitativ genauso top wie die Spitzenreiter bei den Frontladern.

Alle Modelle haben die Energieeffizienzklasse A und gelten als besonders sparsam. Doch die einen sparen mehr als die anderen, zum Beispiel Wasser. Im Programm 40 Grad Bunt fließen pro Kilogramm Wäsche 6,3 (Bauknecht) bis 11,6 (LG) Liter durch die Trommel. Das macht pro Waschgang knapp 40 bis 60 Liter. Angesichts steigender Wasserpreise lohnt es sich, die Verbrauchswerte zu vergleichen (siehe Tabelle „Waschmaschinen“). Doch sparen zahlt sich nur aus, wenn nicht ständig Extraspülgänge nötig sind, weil die Maschine schlecht spült, wie Bauknecht WAK 8260.

Am besten im Freien trocknen

Beim Schleudern soll möglichst viel Wasser, das nach dem Spülen zurückbleibt, wieder herausgepresst werden. Wäsche, die mit bis zu 1 200 Umdrehungen „gut“ ausgeschleudert wird, hat noch einen Wassergehalt (Restfeuchte) von etwa 53 Prozent. Waschmaschinen mit 1 600 Touren schaffen rund zehn Prozent mehr.

Das spart Zeit und Strom beim elek­tri­schen Trocknen: 14 Minuten und 0,3 Kilowattstunden im Programm Baumwolle schranktrocken eines Kondensations­trock­ners (Quelle: Fachverband für Ener­gie­marketing
und -Anwendung, HEA).

Trocknet die Wäsche an der Luft, reichen niedrigere Drehzahlen. Die Wäsche sollte dann am besten im Freien hängen, denn das Trocknen drinnen zehrt an der Heizung. Vom Winde verweht, duftet sie oft auch besser als im Zimmer.

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