Mit einer postmortalen Vollmacht kann man einen Vertrauten zur Vertretung nach dem eigenen Todesfall berechtigen. Der Bevollmächtigte kann dann die Geschäfte des Verstorbenen sofort weiterführen, bevor das Erbe endgültig geklärt ist, etwa durch Testamentseröffnung oder Erteilung eines Erbscheins. Damit kann zum Beispiel der Geschäftsführer die Firma nach dem Tod des Inhabers weiterführen oder eine Ehefrau kann unbeschränkt auf alle Konten ihres Mannes zugreifen. Die Zustimmung der Erben ist nicht erforderlich.

Eine formlos von Hand geschriebene Vollmacht mit Datum und Unterschrift ist gültig. Um der Urkunde nach dem Tod gegenüber Geschäftspartnern oder Banken mehr Gewicht zu verleihen, ist eine notarielle Beurkundung oder Beglaubigung der Vollmacht aber hilfreich.

Die postmortale Vollmacht gilt, bis sie ­ üblicherweise von den Erben ­ widerrufen wird. Alle Geschäfte, die der Vertreter bis dahin aufgrund der Vollmacht abgeschlossen hat, bleiben gültig.

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