Warnung von Schweizer Behörde Meldung

Das schweizerische Bundesamt für Gesundheit in Bern warnt vor dem flauschigen Strickgarn „Cat“ der Marke Lana Grossa. Nach Angaben der Behörde brennt die Wolle extrem rasch ab und entspricht nicht den Sicherheitsvorschriften. Sie hatte Ermittlungen aufgenommen, nachdem Ende Dezember ein Kind schwere Verbrennungen erlitten hatte. Sein aus Cat gestrickter Pullover fing Feuer. Die Wolle ist auch in Deutschland zu haben. Vor allem Fachgeschäfte haben sie im Sortiment. 50 Gramm kosten rund fünf Euro. Die Schweizer Behörde empfiehlt, aus Cat gestrickte Kleidungsstücke nicht oder nur unter größter Vorsicht zu tragen.

Großhändler prüft Rückruf

Nach Angaben des Großhändlers Lana Grossa, unter dessen Signet die Wolle vertrieben wird, stammt das Produkt aus einer renommierten italienischen Spinnerei. Noch könne das Unternehmen nicht beurteilen, ob die Wolle - wie von den Schweizer Behörden behauptet - nicht den Vorschriften entspricht, erklärte ein Sprecher der deutschen Niederlassung. Derzeit werde überprüft, ob und in welchem Umfang die Warnung berechtigt sei. Vorsorglich will Lana Grossa auch Abnehmer in Deutschland informieren und ihnen die Möglichkeit geben, Cat-Garn gegen Kaufpreiserstattung zurückzugeben. Käufer bittet das Unternehmen, sich an ihr Fachgeschäft zu wenden.

Noch keine Reaktion von deutschen Behörden

Nach Angaben der Schweizer Behörden entspricht das Strickgarn nicht den Anforderungen der Verordnung über die Brennbarkeit textiler Materialien. Beim Entzünden des flauschigen Garns trete der so genannte Flash-Effekt auf: Die Fasern brennen extrem schnell ab, ohne dass die Grundstruktur des Garns Feuer fängt. Die von der Schweizer Produktwarnung betroffene Wolle besteht nach Angaben des Herstellers zu 50 Prozent aus Mikroviscose, zu 35 Prozent aus Merino und zu 15 Prozent aus Baby-Alpaka. In der Schweiz sollen jetzt die kantonalen Behörden sämtliche Bestände der betroffenen Wolle beschlagnahmen. Ob auch die deutschen Behörden tätig werden, ist noch unklar. Nach Angaben des Verbraucherministeriums sind die zuständigen Landesbehörden informiert und prüfen, was zu tun ist.

[Update] Der Anbieter hat das verdächtige Flauschgarn vom Markt genommen. Zusätzlich zu den eigenen Qualitäts- und Sicherheitskontrollen hat Lana Grossa nach eigenen Angaben auch alle anderen Produkte von dem Institut prüfen lassen, dass die Schweizer Behörden eingeschaltet hatten. Ergebnis: Alle Proben entsprachen den strengen schweizerischen Vorschriften. [09.03.2005]

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