Warmluftbürsten: Die Teuerste hat Macken

Mehr Volumen, schöne Locken, glänzendes Haar – Warmluftbürsten geben der Frisur für einige Stunden einen raffinierten Dreh. Am besten macht es Petra.

Warmluftbürsten Test

Pfiffig: Die Borsten der Warm­luft­bürste von Grundig lassen sich per Dreh­schraube versenken, die Haare gleiten dann vom Bürs­tenkopf.

Schlaff hängendes Haar, widerspenstig abstehende Spitzen: Wenn von Frisur keine Spur ist, dann lassen sich mit einer guten Warm­luft­bürste Makel für einige Stunden wegdrehen. Sie schafft Volumen, Locken, Innen- oder Außen­rollen. Und so haben die Bundes­bürger allein 2010 knapp 1 Million Warm­luft­bürsten gekauft.

Wir prüften sechs Modelle und eine Baugleichheit. Am Ende des Tests können wir vier gute Bürsten empfehlen, die teuerste der Traditions­marke Rowenta aber nicht.

Rowenta-Bürste saugt langes Haar ein

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Heiß: Die Rowenta-Bürste erzeugt viel Hitze am Kopf, aber nur mäßig viel Volumen.

Die Bürste von Rowenta fiel durch viele Schwächen auf: So erhitzte sich der Bürs­tenkopf auf fast 100 Grad – das reicht, um Kopf­haut, Ohren und Finger anzu­sengen. Gefähr­lich kann das Gerät auch langen Strähnen werden.

Einge­dreht können sie sich in den fransigen Borsten hoff­nungs­los verwirren, herab­hängend ins Gebläse geraten (siehe Foto). Auch ärgerlich: Die mit der Rowenta-Bürste gestylte Frisur über­stand im Test nur schlecht acht Stunden.

Warmluftbürsten Test

Gefähr­lich: Das Haar einer Probandin ist in das Gebläse der Bürste von Rowenta geraten. Der Gebläse­schutz ist zu grob­maschig.

Mit allen anderen Warm­luft­bürsten hielt die Frisur mindestens einen Acht-Stunden-Tag, am besten mit Petra und Clatronic. Mit allen Geräten im Test haben zwei Friseure 27 Frauen die Haare gestylt. Zehn geschulte Frauen frisierten sich selbst.

Warmluftbürsten Test

5000-mal hin und her: So oft wird das Kabel der Warm­luft­bürste von Grundig geknickt – und es hält stand. Im Dauer­test waren auch die Kabel der anderen Bürsten vor Kabelbruch gefeit.

Wie schaffen die Bürsten es, eine Frisur zu zaubern? Mit heißer Luft ab 80 Grad schwächen sie die Wasser­stoff­brückenbindungen im Haar. Es kann dann leicht zu Locken und Wellen gebogen oder glänzend gebürstet werden. Kalte Luft hilft, die neue Lage zu fixieren. Doch die Pracht ist vergäng­lich. Die natürliche Luft­feuchtig­keit löst sie wieder auf. Der Kurz­zeit­effekt hat auch sein Gutes: Die höchs­tens 100 Grad heißen Warm­luft­bürsten strapazieren die Haare weit weniger als Haarglätter, die teils bis zu 230 Grad aufheizen, oder eine Dauer­welle. Sie verändert die Haar­struktur chemisch und greift das Haar immer an.

Ionisier­funk­tion ohne Vorteile

Warmluftbürsten Test

Das schafft eine gute Warm­luft­bürste: Die linke Haarhälfte ist im glatten Urzu­stand, während die rechte Haarhälfte mit dem Testsieger Petra Electric Cool Curl in ausdrucks­starke Locken verwandelt wurde.

Die perfekte Bürste war indes nicht im Test vertreten. Die Friseure und Frauen, die Erfahrungen mit jedem Gerät gesammelt hatten, wünschten sich am Ende die eierlegende Woll­milchsau: Diese Traumbürste sollte die hand­liche Form von Petra haben, die versenk­baren Borsten von Bosch, das Gebläse von Grundig und den Schalter weit ober­halb des Griffs à la Braun.

Tech­nische Neuheiten wie die stark beworbene Ionisier­funk­tion zeigten im Test übrigens keine Vorteile. Sie soll ein statisches Aufladen der Haare verhindern. Das schafften aber viele gute Warm­luft­bürsten auch ohne diese Spezial­funk­tion.

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