Fernseher an der Wand gelten als schick: Wie ein Gemälde fällt der Fernseher jedem Besucher ins Auge. Doch die Montage erfordert Fachkennt­nisse. Eine der getesteten Wandhalterungen kann Finger und Kabel verletzen.

Einfache Montage in nur drei Schritten“, verspricht die Verpackung der Wandhalterung von e+p. Die Anleitung gliedert sich tatsäch­lich in drei Schritte – jedoch mit 16 Unter­schritten. Zum Beispiel diesen: „Drehen Sie an beiden Haltearmen die Schraube unter­halb der Sicher­heits­abstands­hülse so weit herein, bis die Abstands­hülse direkt unter­halb der Wand­verstrebung sitzt. Ziehen Sie die Schraube fest, aber über­drehen Sie die Schraube nicht.“

Alles klar? Mit solchen Anleitungen fällt die Montage schwer. Nur erfahrene Hand­werker kommen damit zurecht. Die meisten Hersteller empfehlen daher sogar die Montage durch einen Fachmann.

Wir untersuchten 6 neig­bare und 9 voll­bewegliche Wandhalterungen. Sie kosten 34 bis 200 Euro. Nur zwei lassen sich einfach anbringen: die neig­bare One for all und die voll­bewegliche G&BL. Besonders schwer macht Vogel’s den Aufbau der Wall 1245: Ohne Spezial­werk­zeug sind die Schrauben an der Wandbe­festigung schwer erreich­bar, Gewinde sind schlecht geschnitten. Schnell zerkratzt die Halterung. Hinzu kommt: Die Schwenkarme weisen scharfe Scher­stellen auf. Sie können Finger quetschen oder Kabel beschädigen. Note: Mangelhaft.

Auch die Übrigen sind in der einen oder anderen Hinsicht kniff­lig bei der Montage. Teil­weise enthält die Packung unge­eignete Dübel, oder die Halterungen lassen sich nicht ausrichten. Hängen sie erst einmal an der Wand, halten sie den Fernseher sicher. Keine stürzte oder brach im Belastungs­test.

Starr, neig­bar oder voll­beweglich

Eine Wandhalterung stellt den Fernseher zur Schau. Der flache Rahmen, das elegante Design kommen zur Geltung. Je nach Halterung lässt sich das Gerät kippen, schwenken oder reicht sogar um eine Ecke herum.

Wer den Fernseher nur gemälde­artig anbringen will, kommt mit einer starren Halterung aus. Manche dieser Modelle lassen sich sehr einfach montieren. Der Fernseher hängt flach an der Wand. Er lässt sich nicht neigen und muss daher nied­rig hängen. Die Mitte des Fernsehers sollte sich beim Sitzen auf Augen­höhe befinden. Sonst schwindet der Kontrast.

Mit einer neig­baren TV-Wandhalterung lässt sich der Fernseher auch kippen. Er kann daher höher hängen. Zuschauer sollten den Kopf jedoch nicht in den Nacken legen müssen. Sonst gibt es Verspannungen wie in der ersten Reihe im Kino. Neig­bare Halterungen stehen etwas weiter von der Wand ab als starre. Monteure müssen genau auf Linie bohren. Die Halterungen lassen sich nicht vertikal ausrichten. Am Ende hängt der Fernseher womöglich schief. Hinzu kommt: Neig­bare Halterungen bieten keine Kabelführung.

Voll­bewegliche lassen sich schwenken, neigen, ausziehen. Die Einarmigen erlauben maximale Flexibilität. Sie lohnen sich, wenn der Fernseher in verschiedenste Richtungen drehen oder um eine Ecke reichen soll. G&BL lässt sich bis zu 68 Zenti­meter abziehen. Die zwei­armige Schwaiger fährt bis 41 Zenti­meter aus und schwenkt um keine Ecke. Nachteil der ein- wie der zwei­armigen Halterungen: Selbst im zusammen­geklappten Zustand steht der Fernseher von der Wand ab – bei TecTake 14 Zenti­meter. Die Montage ist aufwendig.

2 Milli­meter zu wenig

Alle Halterungen im Test erfüllen Vesa-Stan­dards. Sie passen zu Fernsehern, die an der Rück­wand Gewindelöcher in genormten Abständen haben. Liegen die Löcher horizontal 400 und vertikal 200 Milli­meter auseinander, bedeutet das Vesa 400 x 200. Die Vesa-Stan­dards stehen auf der Verpackung. So auch bei der Hama 84426. Laut Hama passt sie für Fernseher bis 400 Milli­meter Loch­abstand. Bei der Montage zeigt sich: Die Lang­löcher lassen nur 398 Milli­meter horizontalen Abstand zwischen den Schrauben. 2 Milli­meter zu wenig für Fernseher mit Vesa-Stan­dards der 400er Breite. Auch Fernseher erfüllen nicht immer Vesa-Stan­dards. Zu Loewe-Geräten passen nur Loewe-Halterungen.

Manche Halterungen verdecken Laut­sprecher auf der Rück­seite des Fernsehers. Doch selbst mit perfekter Halterung und seitlichen Laut­sprechern klingen hängende Fernseher anders als stehende. Tiefe Frequenzen dröhnen stärker. Viele TV-Geräte lassen sich auf Wandmontage einstellen. Das verbessert den Klang etwas.

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