Wandfarbe ohne Konservierungsmittel Meldung

Alpina Sensan kommt ohne Konservierungsmittel aus und deckt genauso gut wie andere Wandfarben. Aber: In einer Probe fanden wir Formaldehyd.

Die Firma Alpina-Farben zeigt, dass es anders geht: Alpina Sensan sei als "erste konservierungsmittelfreie Dispersionsinnenfarbe" auch für Allergiker geeignet. Viele andere Hersteller argumentieren dagegen, Konservierungsmittel müssen in die Farbe, damit sich im Farbeimer keine stinkende zähe Brühe vorfindet. Doch viele dieser Substanzen, zum Beispiel Isothiazolinone, können Allergien hervorrufen.

In Alpina Sensan wurden tatsächlich keine Isothiazolinone oder andere problematische Konservierungsmittel zugesetzt, wie unsere Analyse ergab. In Alpinaweiß und Alpina Din-Innenfarbe fanden wir dagegen sehr wohl Isothiazolinone.

Auch im Praxistest bestand Alpina Sensan. Drei Personen beurteilten, wie sich die Farbe verteilen lässt und wie die gestrichenen Flächen aussehen. Alpina Sensan bekam hier genau wie Alpinaweiß und Alpina Din-Innenfarbe "gute" bis "sehr gute Noten". Warum die Farbe ohne Konservierungsstoffe auskommt, haben wir Branchenexperten gefragt. Zum einen werden keimarme Rohstoffe verwendet und die Produktionsanlagen gut gereinigt. Zum anderen ist die Farbe stark alkalisch, was das Wachstum von Schimmelpilzen verhindert.

Alkalische Farben können aber bei direktem Kontakt Haut und Augen reizen und Oberflächen ­ etwa Möbel ­ angreifen. Darauf weist Alpina nicht deutlich genug hin. Und unsere Analyse offenbarte ein weiteres Problem: In einer von drei Alpina-Sensan-Chargen war Formaldehyd nachweisbar. Es stammt wahrscheinlich aus verunreinigten Bindemitteln. Zwar fanden wir selbst für Allergiker nur unproblematische Mengen. Formaldehyd hat aber in einem Produkt, das als gesundheitsverträglich beworben wird, gar nichts zu suchen. Und außerdem kostet der Zehn-Liter-Eimer gut fünf Euro mehr als Alpina weiß.

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