Wandelanleihen Meldung

Ist das die Quadratur des Kreises? Schutz vor Aktienkursverlusten, dafür satter Profit bei Kursgewinnen, dazu garantierte Zinsen. Wandelanleihen scheinen ein solches Paradies zu sein. Der Markt boomt, angesichts der Unsicherheiten an den Aktienmärkten möchten viele Anleger mehr Sicherheit für ihr Geld.

Doch Vorsicht: Zwar funktionieren "Wandler" im Prinzip wie eine Unternehmensanleihe, nur dass der Anleger zusätzlich das Papier gegen Aktien tauschen kann ­ bei steigenden Aktienkursen macht er ein Bombengeschäft, bei fallenden tauscht er nicht, sondern kassiert die Zinsen. Aber sie sind komplizierte Finanzprodukte, zu undurchsichtig für Normalsparer.

Erstens bleiben die garantierten Zinsen meist bescheiden: um die 2 Prozent. Zweitens lauert bei manchen Unternehmen die Gefahr von Konkurs und Totalverlust. Die Qualität des Schuldners lässt sich kaum einschätzen. Anhaltspunkte liefert eventuell die Bewertung herkömmlicher Anleihen der Firma durch Ratingagenturen ­ wenn es solche Anleihen gibt. Noch weniger können Kleinanleger den Wert des Tauschrechts einschätzen, der im Zinssatz eingepreist ist und sich während der Laufzeit verändert. Hinzu kommt, dass der Markt wenig liquide ist: Wer Wandelanleihen über die Börse verkaufen will, muss mit Wartezeiten und hohen Kosten rechnen.

Profis legen es nicht auf die Zinsen an, sondern auf steuerfreie Kursgewinne: Steigt die Aktie, steigt auch der Kurs der Anleihe. Faustregel: Die Anleihe macht nach oben zwei Drittel der Kursbewegung der Aktie mit, nach unten ein Drittel.

Tipp: Eine Alternative sind Fonds. Sie werden fachmännisch betreut, können günstige Preise aushandeln und die Risiken auf mehrere Papiere verteilen. Wählen Sie einen, der global investiert. Besonders renditestark waren in den vergangenen fünf Jahren Warburg-OSWA (WKN 848883), DWS Convertible (WKN 847426), UBAM-Emerging Growth Convertible Bond (WKN 926384).

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