Waldinvestments Meldung

Edel und teuer wirkt der Samen eines Mahagonibaums. Der Baum, der aus ihm wächst, wird in rund 30 Jahren seinem Besitzer viel Geld einbringen.

Holz wächst langsam zu einer eigenen Anlageklasse heran. Finanztest zeigt, worauf es bei Waldinvestments ankommt.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test Waldinvestments.

Weltweit schwinden die natürlichen Wälder. Die Nachfrage nach dem nachwachsenden Rohstoff aber steigt, vor allem in Ländern wie China und Indien. Ihre eigenen Wälder haben sie schon weitgehend dem wirtschaftlichen Wachstum geopfert.

Von dieser Nachfrage können auch private Anleger profitieren. Doch ein Investment in Wald ist hochspekulativ. Erst in 20 bis 30 Jahren wird sich zeigen, ob das heute angelegte Geld die versprochenen Renditen abwirft. „Ich kenne kein Waldinvestment, das schon ausgezahlt wurde“, sagt Daniela Ludin, Professorin für Recht, Umwelt- und Forstpolitik an der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg.

Die Aussichten klingen nicht schlecht. Bis zu 12 Prozent Rendite im Jahr versprechen die zahlreichen bunten Prospekte von Anbietern. „Alles Annahmen“, zeigt sich Daniela Ludin skeptisch.

Tropenholz und rumänischer Urwald

Unternehmen wie Forest Finance, Miller Forest, Life Forestry und die Initiatoren des Fonds BaumInvest kaufen Grundstücke in Ländern wie Costa Rica, Panama, Ecuador und Paraguay. Vom Geld der Anleger kaufen sie je nach Region Setzlinge von Teak, Mahagoni, Eukalyptus und Pinie.

Zwischen 700 und 2 000 Setzlinge finden auf einem Hektar Platz. Mit den Jahren werden die überschüssigen Bäume ausgeforstet, ihr Holz verkauft. Nach 20 bis 25 Jahren bleiben auf einem Hektar 220 bis 330 Bäume zurück. Ihre Verwertung bringt den Löwenanteil am Ertrag.

Manche Plantagenbetreiber bauen im Wald zusätzlich landwirtschaftliche Produkte an, Früchte oder Kaffee zum Beispiel.

Weitere Einnahmen soll die Vermarktung von CO2-Zertifikaten bringen. Wald bindet das klimaschädliche Gas Kohlendioxid. Industriebetriebe können sich über die Zertifikate das Recht erkaufen, mehr Kohlendioxid auszustoßen, als ihnen eigentlich zusteht. Dieser Handel steht aber noch am Anfang.

Einen anderen Weg, in Bäume zu investieren, bietet der Waldfonds der Gesellschaft Nordcapital. Hier kaufen die Manager bestehende, aber verwilderte Wälder in Ost- und Südosteuropa. Ihr Ziel ist es, einen gepflegten, nachhaltig zu bewirtschaftenden Wald zu schaffen, der als Ganzes mit Gewinn verkauft werden kann.

Direkt beteiligen oder per Fonds

Wir haben uns angeschaut, wie Anleger in der Holzklasse mitspekulieren können.

Zum einen können sie direkt investieren, das heißt, sie kaufen Land, das ihnen dann persönlich gehört – genau wie die Bäume, die darauf gepflanzt werden. Beim Kauf schließen sie mit dem Anbieter einen Dienstleistungsvertrag über die forstliche Bewirtschaftung des Grundstücks ab. Wollen sie eher geringe Summen investieren, können sie das Land auch pachten.

Dies sind die Modelle der deutschen Anbieter Forest Finance und Miller Investment (siehe „Drei Modelle für Direktanlagen“). Forest Finance bietet sogar einen Baumsparvertrag für 30 Euro im Monat an.

In die Kategorie Direktinvestment fällt auch das Angebot der Schweizer Firma Life Forestry, die in Deutschland viel inseriert. Bei Life Forestry kauft der Anleger allerdings allein die Bäume und deren Pflege, er erwirbt keine Rechte an Grund und Boden.

Die andere Form, sich unternehmerisch am Holzwachstum zu beteiligen, sind geschlossene Fonds. Darin schließen sich unterschiedlich viele Geldgeber zu einer Firma zusammen. Grundstück und Bäume gehören ihnen gemeinsam (siehe „Geschlossene Fonds - zwei Beispiele“).

Die Betreiber des Fonds Bauminvest lassen zum Beispiel in den nächsten 20 Jahren einen Wald aus Edelhölzern in Costa Rica aufwachsen. Der Waldfonds von Nordcapital hat verwilderten Wald in Rumänien gekauft, den er forstwirtschaftlich nutzt.

Viele Risiken

Risikolos ist keine dieser Geldanlagen. Schädlinge können die jungen Bäume befallen. Brände und Stürme können die Rendite schmälern. Die politischen Verhältnisse in den Staaten im Tropengürtel, in denen viele der Anpflanzungen liegen, können sich für die Anleger zum Schlechten wenden, ebenso wie die Wechselkurse.

Hat der Anleger einmal investiert, muss er durchhalten. Ein Ausstieg kommt teuer.

„Das in ein Waldinvestment gesteckte Geld kann auch total verlorengehen“, sagt Daniela Ludin. Zumindest ist weitgehend ausgeschlossen, dass die Anleger Geld nachschießen müssen. Die Anbieter investieren vor allem Eigenkapital und nehmen kaum Kredite auf. Die können das Risiko erhöhen, weil sie manchmal noch bezahlt werden müssen, wenn die Anlage floppt.

Kosten schwer vergleichbar

Für Grund und Bäume verlangen die Anbieter von Direktinvestments unterschiedlich viel Geld. Die Grundstücke liegen in verschiedenen Ländern und Klimazonen, auch die Baumsorten unterscheiden sich. Je nach Gebiet sind die Aufwendungen höher, ebenso wie die Löhne. Die Anbieter schlüsseln sowohl die anfänglichen als auch die im Laufe der Zeit entstehenden Kosten nicht bis ins kleinste Detail auf. Das erschwert es Anlegern zu vergleichen.

Bei den geschlossenen Fonds ist dies ebenfalls schwierig, denn auch sie verfolgen unterschiedliche Geschäftsmodelle. Nordcapital investiert anfänglich 85 Prozent des angelegten Geldes, 15 Prozent betragen die Kosten. Darin ist das Agio, das Aufgeld für den Vertrieb, enthalten.

Dagegen beträgt allein das Agio von Bauminvest im mittlerweile dritten Laufzeitjahr 13 Prozent. Die Begründung: Anleger, die jetzt erst einsteigen, erhielten bereits einen gewachsenen Baumbestand, anders als Anleger, die von Anfang an dabei waren. Die zahlten kein Aufgeld.

Anleger brauchen viel Vertrauen. Sie binden ihr Geld bis zu 30 Jahre. Der Erfolg ist abhängig von der forst-und betriebswirtschaftlichen Expertise der Anbieter und von ihrer Fairness bei der Kalkulation.

Problem Plantage

Einen Wald zu pflanzen, gilt als Investment, das auch eine ethische Rendite abwirft. Kein Wunder, dass Ikonen des grünen Unternehmertums auf Wald setzen.

Hinter Forest Finance steht Harry Assenmacher, der als ehemaliger Geschäftsführer des BUND und Vorstand der Securvita Holding das Vertrauen vieler Freunde des korrekten Geldanlegens genießt.

Ansehen in der grünen Szene genießt auch Leo Pröstler als früherer Geschäftsführer des Öko-Instituts in Freiburg im Breisgau und Gründer des Umweltprodukteversands Waschbär. Seine aktuelle Unternehmung heißt Querdenker GmbH. Sie hat den geschlossenen Fonds Bauminvest aufgelegt, der in Costa Rica Bäume pflanzt und soziale Projekte vorantreibt.

Waldinvestments sind aber auch unter Ökologen umstritten. Profitable Monokulturen können zum Beispiel die Landwirtschaft der Bevölkerung vor Ort verdrängen.

Das Ökosiegel des Forestry Stewardship Council (FSC) soll den Verbrauchern signalisieren, dass Holz in umwelt- und sozialverträglicher Art angebaut wird. Doch die Umweltschutzorganisation Robin Wood ist aus dem FSC ausgetreten, weil selbst industrielle Plantagen das Siegel erhalten.

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