Waisenrente Special

Die Rentenkasse unterstützt nicht nur hinterbliebene Partner, sondern auch Kinder und Jugend­liche, wenn ein Eltern­teil oder gar beide sterben. Einen Anspruch können noch weitere Verwandte haben, die im Haushalt des Verstorbenen lebten oder von ihm unterstützt wurden. Hier lesen Sie, wie Sie die Höhe der Halb­waisenrente berechnen und wie Sie die Halb­waisenrente beantragen.

Waisenrente – das Wichtigste in Kürze

Höhe. Die Höhe der Halb­waisenrente beträgt 10 Prozent der Rente des Verstorbenen. Bei der Voll­waisenrente sind es 20 Prozent der Rente des Eltern­teils mit dem höheren Renten­anspruch.

Neben­job. Eigenes Einkommen wird nicht auf die Waisenrente ange­rechnet.

Antrag. Der Antrag auf eine Witwenrente muss bei der Deutschen Rentenversicherung gestellt werden. Das Service-Telefon ist kostenlos: 0 800/1000 48 00.

Kinder bekommen Waisenrente

Kinder haben Anspruch auf eine Halb­waisenrente, wenn sie ein Eltern­teil verloren haben. Sie beträgt 10 Prozent der Rente, die der Verstorbene bekommen hat oder auf die er Anspruch gehabt hätte. Eine Voll­waisenrente steht den Kindern zu, wenn kein unter­halts­pflichtiger Eltern­teil mehr lebt. Sie entspricht 20 Prozent der Rente des Eltern­teils mit dem höheren Renten­anspruch.

Die Waisen oder Halb­waisen müssen aber einen Abschlag hinnehmen, wenn ihre Eltern oder ein Eltern­teil sterben, bevor diese eine Alters­grenze erreicht haben. Haben die Eltern bei Tod im Jahr 2018 das 64. Lebens­jahr noch nicht voll­endet, zieht die Renten­versicherung für jeden fehlenden Monat bis zum 64. Geburts­tag 0,3 Prozent ab, allerdings maximal 10,8 Prozent. Die Alters­grenze steigt bis zum Jahr 2024 auf 65 Jahre.

Tipp: Den Antrag auf Halb­waisenrente oder Voll­waisenrente stellen Sie bei der Deutschen Renten­versicherung. Die Formulare dafür gibt es auch im Internet.

Nicht nur für leibliche Kinder

Anspruch auf Leistungen haben nicht nur leibliche Kinder. Die Renten­versicherung gewährt ihn auch adoptierten Kindern, Stief­kindern und Pflege­kindern, wenn sie im Haushalt des Verstorbenen lebten. Auch seine Enkel und Geschwister können Zahlungen erhalten, wenn sie seinem Haushalt angehörten oder er ihr Leben finanziert hat.

Üblicher­weise endet der Anspruch auf die Waisenrente mit dem 18. Geburts­tag. Die Renten­versicherung zahlt aber aus vielen Gründen länger. Bis zum 27. Geburts­tag ist das der Fall, wenn der Hinterbliebene noch in der Schul- oder Berufs­ausbildung ist, einen Freiwil­ligen­dienst leistet oder behindert ist und nicht für sich selbst sorgen kann. Ein Studium gilt in diesem Zusammen­hang als Berufs­ausbildung.

Selbst in der Über­gangs­zeit zwischen zwei dieser Stationen wird eine Waisenrente weitergezahlt – also zum Beispiel zwischen Ende des Schul­ausbildung und Anfang der Berufs­ausbildung. Die Pause darf aber nicht länger als vier Monate sein.

Tipp: Mehr zum Thema Hinterbliebenenrente für Witwen und Witwer in unserem Special Witwenrente.

Neben­job wird nicht ange­rechnet

Der Gesetz­geber hat die Berechnung für Waisen und Halb­waisen vereinfacht. Ihr Einkommen bleibt unbe­rück­sichtigt. Selbst wenn sie zum Beispiel in der Ausbildung Geld verdienen oder neben dem Studium jobben, müssen sie seit 2015 nicht mehr mit einer Kürzung rechnen. Es kann aber sein, dass Leistungen aus anderen Quellen dafür nied­riger ausfallen. So wird zum Beispiel das Bafög reduziert, wenn die Waisenrente 130 Euro (2018) über­steigt.

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